Dieser Bach im Dortmunder Süden fließt bald wieder völlig frei

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Ökologisch verbessern heißt es in der Amtssprache, wenn ein Bachlauf wieder in sein natürliches Bett kommt. So auch in Kleinholthausen, wo nur noch 1,2 Kilometer an der Natürlichkeit fehlen.

Kleinholthausen

, 02.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Idee ist schon alt, ziemlich alt. 2012 war es, als die Emschergenossenschaft verkündete, dass der Kirchhörder Bach aus seinem Betonbett gehoben werden sollte. Geplant war, dass die Arbeiten bis 2015 abgeschlossen sein sollten. Dann würde der Bach, der im Westen von Hombruch in den Rüpingsbach fließt, auch an den Ufern begehbar sein.

Begehbar ist aber noch nichts. Auch liegt der Kirchhörder Bach immer noch in seinem unbequemen Betonbett. Zwischen der Lütgenholthauser Straße im Osten und eben dem Rüpingsbach im Westen ist noch nichts zu sehen von irgendwelchen ökologischen Verbesserungen, wie es im Amtsdeutsch heißt.

Ein Großteil des Baches ist noch eingezäunt

Ein Zaun der Emschergenossenschaft verhindert ein Annähern an den Bachlauf, Verbotsschilder weisen auf die Gefahren des unnatürlichen Bachlaufes hin. Der wird nämlich zu einem reißenenden Fluss, wenn der Regen kommt. Ist man einmal in den Bach gefallen, ist ein Hinauskommen nur noch schwer möglich.

Dieser Bach im Dortmunder Süden fließt bald wieder völlig frei

So sieht der Kirchhörder Bach an der Großholthauser Straße aus. © Jörg Bauerfeld

Jetzt soll sich aber doch noch etwas tun. Auf den letzten 1,2 Kilometern soll die Betonschale verschwinden und der Kirchhörder Bach wieder seinen natürlichen Lauf bekommen. Umsetzten wird das die Emschergenossenschaft. Kosten um die 850.000 Euro, also 708 Euro pro Meter Bach.

Der Umbau basiert auf der Renaturierung der Emscher, der einstigen Kloake des Ruhrgebietes. In Folge dieser Mammutaufgabe hat sich die Emschergenossenschaft auf die Fahne geschrieben, auch die Nebenläufe ökologisch zu verbessern. Die Hauptarbeit besteht dabei, die Betonschalen, in die man einmal die Bäche gezwängt hat, wieder zu entfernen.

Weiden, Wiesen und Betonschalen

Gerade im Bereich des Kirchhörder Baches in Kleinholthausen wird der Umbau für das Umfeld eine große Bereicherung darstellen, denn Weiden und Wiesen und dazu ein Bach in einer Betonschale passen irgendwie nicht zusammen.

Und dass man in Löttringhausen schon sehnlichst auf eine „Befreiung“ des Kirchhörder Bach wartet, zeigt ein Blick zurück. Schon 2011 pochten die Bürgerinitiative Rüpingsweg und der SPD-Ortsverein Kirchhörde-Löttringhausen darauf, dass der Kirchhörder Baches wieder in seiner vollen Länge renaturiert wird und die Wege entlang des Baches für die Allgemeinheit freigegeben werden.

Noch ist nicht sicher, wann die Arbeiten beginnen

Ob es so kommen wird, steht aber noch in den Sternen. Hier ist die Stadt Dortmund gefragt. Zuvor wird die Überlegung noch mit der Bezirksvertretung Hombruch, der Unteren Naturschutzbehörde und den Naturschutzverbänden abgestimmt. Wann es dann aber mit den Arbeiten am Kirchhörder Bach losgeht, steht noch nicht fest. Denn bevor es zu einem Beschluss kommt, gibt es noch diverse Anhörungen und eine Offenlegung der Planungen.

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