Bahnhof im Dortmunder Süden wird nun doch nicht neu gebaut

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Es ist manchmal schon erstaunlich. Da wird ein komplizierter Umbau eines alten Bahnhofs einer Verlegung und dem Bau eines neuen vorgezogen. Und um diesen Bahnhof geht es.

Aplerbeck

, 21.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das letzte Wort in der Angelegenheit eines Dortmunder Schmuddelbahnhofs hatte der Rat der Stadt Dortmund. Der hatte das Thema Ende des vergangenen Jahres auf der Tagesordnung. Und die Politiker folgten den Wünschen der Aplerbecker Bezirksvertretung und einiger sich engagierender Bürger. Aber worum ging es genau? Es ging um den DB-Haltepunkt mit dem Namen Aplerbeck Süd. Der, so lautete ein Vorschlag der Deutschen Bahn, könnte doch um einige Hundert Meter in Richtung Osten verlegt werden.

Anwohner gegen Verlegungspläne

Also, aus dem Bereich der Mondstraße in den Bereich der Fuldastraße. Aber, dieser Vorschlag und die dazugehörige Planung stießen den Anwohnern im Bereich der Fuldastraße sauer auf. Dabei ging es vor allem um den zunehmenden Autoverkehr, die fehlenden Parkplätze und einen steigenden Lärmpegel. In dasselbe Horn stießen auch die Mitglieder der Bezirksvertretung in Aplerbeck. Lediglich der Grüne Fritz Goersmeyer setzte sich vehement für eine Verlegung des Bahnhofs an die Fuldastraße ein.

Statt der Treppen wird es nach dem Umbau eine Rampe und einen Aufzug geben. Aber auch wieder eine Unterführung zu den Gleisen.

Statt der Treppen wird es nach dem Umbau eine Rampe und einen Aufzug geben. Aber auch wieder eine Unterführung zu den Gleisen. © Jörg Bauerfeld

Während es aber bei den Anwohnern nur um die zusätzliche Belastung ging, ging es bei der Abstimmung in der Bezirksvertretung auch um Geld. Geld, das für einen barrierefreien Umbau des jetzigen Bahnhofs aus Fördertöpfen bereitsteht. Und um Geld, das eben für eine Verlegung noch nicht zur Verfügung steht. Und es spielt die Zeit der Umsetzung eine Rolle. Könnte der Umbau des alten Bahnhofes relativ zeitnah beginnen und 2023 umgesetzt sein, steht es noch in den Sternen, ob eine Verlegung überhaupt finanzierbar wäre.

Rat der Stadt Dortmund hatte das letzte Wort

Der Rat der Stadt Dortmund hat nun also mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen, den Bahnhof da zu lassen, wo er ist. Kommt bei den Gegnern der Verlegung Freude über das Ergebnis auf, herrscht bei anderen die Enttäuschung über das Scheitern eines Neubaus.

Für eine Sanierung des Parkplatzes reichen die Fördermittel nicht.

Für eine Sanierung des Parkplatzes reichen die Fördermittel nicht. © Jörg Bauerfeld

So wurde auch im Netz reichlich diskutiert: „Mit Freude habe ich von den Plänen erfahren, den Bahnhof Aplerbeck-Süd von ‚hinter dem Mond‘ und potenziellem Angstraum Mondstraße näher an die Wohngebiete und Schulen zu verlegen. Endlich mal eine positive Innovation der Bahn“, oder „Ein Bahnhof ohne Unterführung, bessere Busanbindungen, mehr Sicherheit, aber vor allem -und ja, ich wiederhole mich, kein Uringeruch mehr! Welche Argumente sprechen dagegen?!!“, so eine andere Userin, die ebenfalls eine Verlegung an die Fuldastraße befürwortete. Zudem wurde die schlechte Erreichbarkeit des jetzigen Haltepunktes noch einmal erwähnt. „Wäre der Haltepunkt an der Fuldastraße / Wittbräucker Straße nicht vielleicht besser erreichbar gewesen?“.

Das Problem wird nun das Umfeld sein

Auch die Behindertenverbände hätten gerne eine Verlegung des Bahnhofes an die Fuldastraße gesehen. So wurde der Umbauplan des jetzigen Bahnhofes für sich genommen als barrierefrei angesehen; auf das fast vollständige Fehlen einer

barrierefreien Integration in die Umgebung wurde jedoch hingewiesen.

Heißt: weder der Parkplatz, der von der Mondstraße aus zu erreichen ist, noch der Zugang von den öffentlichen Verkehrsmitteln ist barrierefrei gestaltet. Und das Hauptproblem: die Fördermittel für den Umbau des Bahnhofes sehen dies auch nicht vor. Daher sucht die Stadt Dortmund derzeit mit dem VRR und der Deutschen Bahn nach weiteren Fördermöglichkeiten für den Haltepunkt Aplerbeck Süd, um auch das Umfeld behindertengerecht auszubauen.

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