Dieser Dortmunder vertritt die großen Fußballstars

Interview mit Sportrecht-Anwalt Markus Buchberger

Markus Buchberger hat schon mit etlichen großen Namen des deutschen Fußballs zusammengearbeitet. Podolski, Özil, Großkreutz und Metzelder gehörten oder gehören zu seinen Mandanten. Der 48-Jährige, der seine Kanzlei am Rosental hat, vertritt die Fußballstars als Anwalt für Sportrecht. Wir haben mit ihm über seine Arbeit gesprochen.

DORTMUND

, 03.01.2017, 16:30 Uhr / Lesedauer: 8 min
Dieser Dortmunder vertritt die großen Fußballstars

Markus Buchberger arbeitet als Anwalt für Sportrecht vor allem mit Fußball-Profis zusammen. Für sein Büro hat er sich ein riesiges Bild eines historischen Fußballmoments anfertigen lassen: Diego Maradonnas Jubel nach dem Viertelfinale der Argentinier gegen England bei der WM 1986. Erst hatte Maradonna ein Tor mit der "Hand Gottes" gemacht, dann ließ er bei einem Sololauf über das halbe Spielfeld nahezu sämtliche englische Gegenspieler alt aussehen. "Für mich", sagt Buchberger, "ist es das schönste Tor der WM-Geschichte."

Als Rechtsanwalt vertreten Sie Profi-Sportler, Manager, Klubs: Mit welchen Anliegen kommen diese zu Ihnen?

Die meisten Mandate drehen sich um Verträge, die von Unternehmen, Klubs oder anderen Beteiligten im Profi-Sport verhandelt, geschlossen oder aufgehoben werden sollen. Oft wenden sich auch aktuelle oder ehemalige Spieler an meine Kanzlei, die Ansprüche nach Verletzungen gegen die Berufsgenossenschaft durchsetzen wollen.

Können Sie Beispiele nennen?

Zuletzt haben wir zwei Ausrüsterabschlüsse für ein deutsches Sportartikelunternehmen begleitet, offene Zahlungsansprüche gegen einen Klub in Katar vertreten, mehrere Trainerverträge verhandelt, formuliert und zum Abschluss gebracht. Wir haben ein ausländisches Unternehmen zur Beteiligung an deutschen Clubs beraten und einen Geschäftsführer im Fußball in eine neue Position gebracht. Außerdem haben wir zwei Ex-Spielern nach jahrelangen Verfahren Verletztenrenten von der Berufsgenossenschaft gesichert.

Was war Ihr erster Fall im Profisport?

Ich hatte gerade, 1998, in Düsseldorf als angestellter Anwalt begonnen, als ein langjähriger BVB-Spieler mit Prämien-Forderungen gegen Borussia zu mir kam. Damals war es noch nicht so üblich, so etwas rechtlich durchzusetzen. Ich habe mir die Nummer von Michael Meier besorgt und mir erstmal anhören müssen, was er über Rechtsanwälte denkt (lacht). Im zweiten Telefonat eine Woche später haben wir uns schon besser verstanden und der Spieler hat zu Recht sein Geld bekommen. Heute freuen wir uns, wenn wir uns in der Innenstadt sehen.

Wie ist der Kontakt in den Sport entstanden?

Ich habe nach einem Jahr in Düsseldorf das Angebot von zwei Dortmunder Anwälten bekommen, den Bereich Sportrecht aufzubauen. Sie haben mir die Freiheit gegeben, Mandanten im Sport zu akquirieren.

Sportrecht ist noch ein sehr junges Arbeitsfeld und erst in den 90er-Jahren entstanden. Wie kam es dazu?

Bis in die 1990er-Jahre waren Anwälte im Profi-Sport selten gefragt. In der Regel haben die Sportverbände die Konflikte intern gelöst. Dann kamen die ersten nennenswerten Verträge zur Fernsehvermarktung und es ging um immer größere Summen. Die Anzahl der professionell tätigen Unternehmen und Personen ist gewachsen. Und der Sport hat sich erstmals ernsthaft mit der Dopingbekämpfung befasst und versucht Doping-Fälle mit Sperrstrafen zu sanktionieren. Das führte zu Konflikten und Diskussionen über Geld und rechtliche Ausgangslagen im Sport. Heute geht es um fast alle Rechtsbereiche - vom Vertragsrecht über das Arbeitsrecht bis zum Sozialrecht.

Welche Aufgabe übernehmen Sie, wenn ein Fußball-Profi den Verein wechselt?

Ich arbeite kaum noch für Spielerberateragenturen. Deshalb werde ich bei Spielertransfers nur noch selten tätig. Zum Beispiel, wenn die Eltern einen Spieler allein betreuen, aber Hilfe bei Verhandlungen benötigen. Dann kümmere ich mich um die vertragliche Gestaltung des Wechsels und helfe den Eltern, die Angebote zu bewerten.

Wo liegen die Besonderheiten des auf Sport spezialisierten Arbeitsrechts?

Das „normale“ Arbeitsrecht passt im Profi-Sport oft nicht, findet aber trotzdem Anwendung, weil es kein Spezialarbeitsrecht für den Sport gibt. Ein Beispiel: Im Mannschaftssport wird mit Befristungen gearbeitet, es ist aber noch nicht geklärt, ob und wann Verträge von Spielern, Trainern oder Co-Trainern nach Ablauf von zwei Jahren überhaupt noch befristet werden dürfen. Heinz Müller klagt deshalb zum Beispiel gegen den FSV Mainz 05. In erster Instanz hat er gewonnen, in zweiter Instanz Mainz 05. Jetzt entscheidet erstmals das Bundesarbeitsgericht. Rechtlich schwierig sind zum Beispiel auch festgeschriebene Abfindungen für Trainer, die entlassen werden.

Sie sind auch als Personal-Berater im Profi-Sport tätig, beraten Manager, Trainer – aber keine Spieler. Warum?

Das ist nicht meine Welt. Die Geschäftsmodelle so, wie sie im Moment sind, passen nicht zu mir. Dieser Markt ist mittlerweile so weit, Talente bei Auswahlturnieren der U 15-Mannschaften anzusprechen. Es gibt sehr hohe Honorare, aber sehr wenig Spieler für sehr viele potenzielle Berater.

Ich finde es aktuell spannender, talentierte Trainer wie Marco Antwerpen langfristig zu begleiten. Er steht noch am Anfang seiner Karriere, ist Trainer von Viktoria Köln in der Regionalliga-West, aber er bringt die Grundlagen mit, in der Bundesliga zu trainieren. Zudem betreue ich auch erfahrene Trainer und Führungskräfte im Sport.

Berater stehen häufig in der Kritik, gelten als Profit-orientiert. Wie gehen Sie damit um?

Das kommt aus der Spielerberaterszene. Es sind viele Leute dort unterwegs, die nur das schnelle Geld machen wollen. Ich würde mir wünschen, dass nicht mehr die Klubs die Berater bezahlen, sondern die Spieler selbst. Dann würde sich endlich ein echter Markt bilden, auf dem Spieler sich fragen: Was kann mein Berater? Wo hat er mir geholfen? Was hatte ich davon? Das wäre der Schlüssel dazu, dass die Personen ohne Kernkompetenz vom Beratermarkt verschwinden. Schalke 04 hat allein 2015/2016 gut 16,5 Millionen Euro an Spielerberaterhonoraren gezahlt. Das ergibt bei 25 Spielern im Kader ein Honorar für jeden Berater eines Spielers in Höhe von etwa 650 000 Euro – durchschnittlich, je Vertragsjahr.

Kommen sich Ihre Aufgabe als Berater und Rechtsanwalt nicht in die Quere?

Nein, überhaupt nicht. Beide Bereiche ergänzen sich perfekt. Wenn im Profi-Sport stellen besetzt werden, ist es für Trainerteams und Manager oder Geschäftsführer immer hilfreich, wenn das, was man besprochen hat, auch rechtlich zulässig und sinnvoll ist und direkt in einen Arbeitsvertrag umgesetzt wird. Ich habe die Beratungsagentur gegründet, weil mir ist aufgefallen, dass im Sport ein Scharnier für die Stellenbesetzung fehlt. Es gibt nur eine kleine Zahl an Personen, die bestimmte Positionen besetzen können. Das erfordert Diskretion und schnelles Handeln.

Dortmund hat selbst einen erfolgreichen Fußballverein. Arbeiten Sie auch mit dem BVB zusammen?

Der BVB taucht ja eher sehr selten mit Rechtsproblemen in der Öffentlichkeit auf und hat, wie die meisten Bundesligisten, eine eigene Rechtsabteilung. Ich glaube, der Klub ist um Borussia-Justiziar Dr. Steden bestens aufgestellt. Der intensivste Kontakt mit dem Klub liegt mittlerweile schon wieder einige Jahre zurück, da haben die Eltern von Kevin Großkreutz mich gebeten, die ersten Vertragsverhandlungen mit Borussia Dortmund zu Ende zubringen.

Zuletzt war von Ihnen als Anwalt von Jos Luhukay in den Medien zu lesen. Ansonsten findet man Ihren Namen trotz der bekannten Klienten nur selten in der Öffentlichkeit. Achten Sie darauf bewusst?

Ich suche die Öffentlichkeit nur, wenn es nötig ist. Im Fall Jos Luhukay ging es darum, sicherzustellen, dass in der Öffentlichkeit dokumentiert wird, warum der mit Ralf Rangnick erfolgreichste Trainer der Zweiten Bundesliga einen Drei-Jahres-Vertrag beim VfB Stuttgart zurückgibt und auf sein Gehalt verzichtet.

Welche medienwirksamen Fälle haben Sie übernommen?

Das spektakulärste Verfahren liegt schon einige Jahre zurück: Die Ärzte von TSG Hoffenheim hatten bei dem ghanaische Nationalspieler Prince Tagoe eine schwere Herzerkrankung diagnostiziert. Er verlor seine DFL-Lizenz. Nur die Krankheit gab es niemals. Und: Das Management von Hoffenheim hat Tagoe am Tag der Diagnose fristlos gekündigt. Es hat Wochen gedauert, bis wir mit Hilfe von deutschen und internationalen Herz-Spezialisten nachweisen konnten, dass der Spieler gesund war. Prince erhielt seine Lizenz zurück, erzielte bei seinem ersten Einsatz gegen Werder Bremen im Pokal direkt ein Tor und konnte die WM in Südafrika gegen Deutschland auflaufen. Dietmar Hopp hat sich damals übrigens als einziger beim Spieler entschuldigt.

Wird der Fußball in der Öffentlichkeit ganz anders wahrgenommen, als er hinter den Kulissen tatsächlich ist?

Wenn man in einem Klub Verantwortung trägt, dann lebt man auch von der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Aber es passieren Dinge, auch auf dem Weg zum Erfolg, die man öffentlich nicht diskutieren kann, weil man damit eine Wahrnehmung produziert, die den Erfolg gefährden würde. Hinter den Kulissen sieht die Welt überall anders aus.

Der Profisport wird immer professioneller: Wie hat sich Ihre Arbeit über die Jahre verändert?

Ohne die Professionalisierung gäbe es keinen Bedarf für Sportrecht und Personalberatung im Profi-Sport. Heute geht es nicht mehr darum, ob man rechtliche Beratung hinzuzieht, sondern nur noch, von wem man sich beraten lässt. Eine ähnliche Entwicklung erwarte ich auch bei der Personalberatung. Früher wurden wenig Stellen in Klubs besetzt und wenn, dann war das mehr Zufall. Irgendwer kannte irgendwen. Heute besteht Bedarf, gute Leute zu finden, die zum Klub passen. Aber Fußballklubs können eigentlich keine Stellen ausschreiben, da kommen viel zu viele Bewerbungen. Deswegen glaube ich, dass Personalberatung in Zukunft Standard sein wird.

Ich habe den Eindruck, dass sich durch die Professionalisierung der Sport nicht unbedingt in eine gesunde, positive Richtung entwickelt. Sondern eher das Gegenteil. Sie haben Einblicke, die viele nicht haben, wie sehen Sie das?

Was ist Professionalisierung? Dass der BVB Spiele in Asien austrägt, um Kooperationen in China zu bedienen? Oder, dass der SV Rödinghausen von einem Geschäftsführer geführt wird, der ausgebildeter Sportmanager und hauptberuflich tätig ist? Ich bin in Wanne-Eickel geboren und fahre gelegentlich am Stadion Schloss Strünkede vorbei, wo Westfalia Herne seine Spiele austrägt. Wer es also vielleicht mal ohne Dach über dem Kopf zwei Stunden im Regen stehend wollte, der könnte sich das einstige Zweitliga-Derby gegen den DSC Wanne-Eickel ansehen. Macht aber kaum noch einer. Weil ein Verein in der sechsten Liga eben nicht mehr so spannend ist, wie einer, der noch oben mitspielt. Ich sehe andere Dinge kritisch: zum Beispiel, dass die Werksklubs aus Wolfsburg und Leverkusen und die künstlich, mit reinem Fremdkapital in die Bundesliga geführten Mannschaften aus Hoffenheim und Leipzig, Klubs wie St. Pauli, Düsseldorf, Kaiserslautern oder Bochum auf Dauer die Plätze wegnehmen.

Wie ließe sich das ändern?

Ich glaube, dass die Liga und viele Fans einen Fehler machen, an der 50+1-Regel festhalten zu wollen. Die Regel legt fest, dass es Dritten oder Investoren verboten ist, sich an Fußball-Klubs zu beteiligen mit dem Recht, durch eine Mehrheit von 50 Prozent plus der Stimmen in der Gesellschafterversammlung die wesentlichen Entscheidungen ohne den Mutterverein – der den Klub einmal gegründet hat – zu treffen. Es sei denn, es liegt eine Ausnahmegenehmigung des Verbandes vor.

Die Regel und ihre Ausnahmen sind vor fast 20 Jahren für die Bayer AG eingeführt worden, damit sich der Dax-Konzern an seinem damaligen „Werksverein“ ausnahmsweise mit Stimmenmehrheit beteiligen konnte. Heute gibt es diese Sonderbehandlungen auch für Wolfsburg, Hoffenheim und demnächst Hannover. Dazu kommt Leipzig, das die Regel intelligent umgeht. Das führt dazu, dass diese eher jungen Klubs einen riesigen Vorteil gegenüber Traditionsvereinen haben. Ausnahmeklubs sind durch ihre Investoren endlos fremdfinanziert, ohne das Geld für Aufstiege, Stadien, Leistungszentren und Spieler selbst verdienen zu müssen. Die anderen können nicht mithalten, weil sie nirgendwo dieses Fremdkapital erhalten.

Und was wäre die Lösung?

Eine neue Investorenregel der DFL, die alles das enthält, was uns am Fußball wichtig ist und die Investoren zwingt, nachhaltig und langfristig auch in Infrastruktur eines Klubs zu investieren. Die Angst ist ja, dass ein angeblich böser Araber oder Chinese kommt, den Klub kauft und alles kommerzialisiert und Kasse macht. Aber man könnte zum Beispiel eine Ewigkeitsgarantie festhalten, dass bei der Beteiligung eines Investors Namen, Farben, Spielorte und Mitsprache des Muttervereins und dessen Mitglieder nicht angetastet werden dürfen. Oder auch, dass die Eintrittspreise nicht überdurchschnittlich gesteigert werden und vor allem, dass eine bestimmte Quote des Investments in Stadien, Jugend- und Fanarbeit investiert wird, bis ein von der DFL zu definierender Standard erreicht ist. Man kann in eine Regel alles fassen, was besser wäre als das, was heute gilt.

Aber warum ändert sich nichts?

Weil das nicht unkompliziert ist. Alle 36 Lizenzvereine haben eine Stimme und könnten das zusammen beschließen. Aber vielleicht sind die Interessen da einfach zu unterschiedlich. Bayern München hat vielleicht kein Interesse, dass noch mehr Klubs stark werden. Und Sandhausen hat vielleicht kein Interesse, weil sie Angst haben, dass sie keinen Investor finden. Ich glaube, dass unter der 50+1-Regel durch diese Ausnahmen primär die Traditionsvereine leiden. Und die wollen doch eigentlich alle erhalten. Deshalb braucht es intelligente Lösungen.

Aber gleiche Bedingungen bekommt man doch ohnehin nicht hin?

Nein. Ein Verein aus einer größeren Stadt hat nun mal viel größeres Potenzial, was Fans und auch Sponsoren angeht. Und: Bochum zum Beispiel hat zwei große andere Klubs um sich, in Freiburg aber ist drum herum eben nichts.

Was sagen Sie als Anwalt und Berater zu den Football-Leaks?

Früher haben investigative Journalisten Informationen über persönliche Quellen zusammengetragen, heute hacken diese Quellen erst einmal diverse Rechner und Rechercheteams vergraben sich wochenlang in Data-Rooms zur Auswertung. Was ich bisher gelesen habe, ist zum Beispiel für Mesut Özil nicht schön, aber an sich nicht spektakulär: Er muss Steuern nachzahlen, weil „seine“ Berater nach den Wechseln zu Real und Arsenal von den Clubs bezahlt wurden. Die Spanier und Engländer sahen hierin einen geldwerten Vorteil für den Spieler, der nachzuversteuern war. Diese Art der Bezahlung – dass der Klub, zu dem der Spieler wechselt, den Berater bezahlt – ist aber in Deutschland Standard, jedoch ohne dass jemand nach der Einkommenssteuer fragt. Skandalös, strafbar oder anrüchig kann das dann wohl nicht sein.

Sie arbeiten vor allem im Bereich Fußball. Warum?

Der Fußball ist in Deutschland die Leitsportart – alles orientiert sich an ihm. Es ist der Bereich, in dem meine Arbeit als Anwalt und Personalberater am häufigsten gefragt ist, weil hier am häufigsten neue Stellen besetzt werden und sich rechtlich die meisten Fragen ergeben.

Im Eishockey zum Beispiel hatten sie aber auch einen medienwirksamen Fall...

Ja, das war ein Klageverfahren eines Spielers der Düsseldorfer EG (DEG) gegen den Verein. Einer der Ärzte der DEG hat eine Ausnahmegenehmigung für ein Medikament nicht beantragt. Dadurch ist der Spieler bei einer Dopingkontrolle aufgefallen. Der Spieler ist bestraft worden und hat sehr hohe Schadenersatzforderungen geltend gemacht. Er hat nicht den Arzt, sondern den Verein in Anspruch genommen. Die DEG hat das Verfahren aber gewonnen. Das Gericht hat entschieden, dass der Mannschaftsarzt in dem Fall nur der Arzt des Spielers und nicht des Vereins war.

Sie waren auch Vorstandsmitglied und Justiziar bei Rot-Weiss Essen. Warum haben Sie wieder aufgehört? Was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?

Ich könnte jetzt sagen: die Jahre Rot-Weiss Essen waren in dieser Zeit wie 30 Jahre Bayer Leverkusen. Wir waren während meiner Mitgliedschaft im Vorstand 2004 bis 2006 sehr gut im Aufsteigen aus der dritten Liga, aber leider schlecht im Klassenerhalt der Zweiten Bundesliga. Wir hatten damals mit allem zu tun, was in einem lebhaften Traditionsverein passieren kann: eine hohe Erwartungshaltung und große Ungeduld des Umfelds, Probleme mit dem damaligen Vermarkter Kölmel, emotionale Fans, zu viele Spieler und Trainer, die kamen und gingen, eine dramatische Lizenzerteilung, als die Sportwelt in die Insolvenz gegangen war und vieles mehr. Aber geblieben ist neben den bis heute prägenden Erfahrungen und der Erinnerung an die Stimmung im damaligen Georg-Melches-Stadion die Überzeugung, dass dieser Klub zurück in die Lizenzligen muss, weil es immer noch sehr viele gibt, die - wie ich - seit sie kleine Kinder sind an ihm hängen.

Treiben Sie selbst Sport?

Meinen letzten Spielerpass habe ich mit 23 abgegeben, aber 2017 wird mein Sportjahr, hoffentlich! (lacht)

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