Digital und mit Oskar-Verleihung: Beim Sommerleseclub der Bibliotheken ist einiges neu

rnBibliothek in Lütgendortmund

Der Sommerleseclub der Dortmunder Bibliotheken meldet sich mit einem modernisierten Konzept zurück. Es gibt einige Neuerungen - unter anderem ein Online-Tagebuch und einen roten Teppich.

Lütgendortmund

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Was kann man tun, wenn eine Veranstaltung nicht mehr auf die erhoffte Resonanz stößt? Darauf gibt es zwei Antworten: Entweder man streicht sie oder man setzt auf ein neues Konzept. Die Macher des Sommerleseclubs der Dortmunder Bibliotheken haben sich für Variante zwei entschieden, wie sie jetzt in Lütgendortmund erklärten. Und so wird es den Sommerleseclub auch 2019 wieder geben - mit einigen Modernisierungen. Dazu zählen unter anderem Teamwork und ein digitales Tagebuch.

Die Bibliotheksleiterin Martina Hammerschmidt-Riegert war es, die den Sommerleseclub 2009 nach Lütgendortmund holte. Nach und nach folgten weitere Büchereien. Bislang fußte das Leseförderprojekt des NRW-Landesministeriums für Kultur und Wissenschaft auf dem Ausleihen neu erschienener Bücher. Dafür sammelten die Teilnehmer Stempel und erhielten zum Abschluss eine Urkunde.

Pilotphase von zwei Jahren

„Leider gehen die Leserzahlen generell zurück“, sagt Martina Hammerschmidt-Riegert - ohne konkrete Statistiken zu nennen. Deshalb sei in einer Pilotphase von zwei Jahren ab 2017 auch der Sommerleseclub weiterentwickelt worden, um ihn nicht nur für junge Leser attraktiver zu machen. „Zwölf Bibliotheken haben in einem kleinen Experimentierfeld dafür neue lesefördernde Modelle erprobt.“

Weil die Lütgendortmunder und Huckarder Bibliotheks-Leiterin Martina Hammerschmidt-Riegert den Sommerleseclub für Dortmund entdeckt hat, stellte sie sein modernisiertes Konzept auch vor. Der Pressetermin fand in der Lütgendortmunder Bücherei mit Schülern der Heinrich-Böll-Gesamtschule statt. „Um neue Zielgruppen anzusprechen, setzt der Sommerleseclub nun auf Kreativität, Teamwork und Kommunikation“, so Hammerschmidt-Riegert.

Das sind die wichtigsten Änderungen

Zu den wichtigsten Änderungen zählt, dass Leserinnen und Leser aller Altersgruppen alleine oder als Team von zwei bis fünf Personen teilnehmen können. „Der Leseclub wird so zu einer gemeinsamen Aktivität von Familien und Freunden.“ In einem Team-Logbuch sammeln die Mitglieder über die Sommerferien gelesene Bücher, gehörte Hörbücher oder eine besuchte literaturbasierte Veranstaltung, die in einer der teilnehmenden Bibliotheken stattfindet. Bedingung: Jedes Mitglied beteiligt sich mit mindestens einer Aktivität.

Neu ist auch, dass es eine digitale Variante des Sommerleseclubs gibt. Das heißt, die Teams können neben dem „normalen“ Logbuch aus Papier wahlweise auch ein Online-Logbuch führen. Doch egal ob online oder offline, das Tagebuch soll dazu anregen, nicht nur Stempel zu sammeln, sondern sich mit dem Gelesenen kreativ auseinanderzusetzen. Fotostorys zum Lieblingsbuch oder eigene Geschichten können das sein.

Die kreativsten Logbücher werden prämiert

Die kreativsten Logbücher werden in jeder Bibliothek auf eine besondere Art ausgezeichnet - und das ist die dritte große Änderung: „Bei einer Oskar-Verleihung werden die besonders kreativen Umsetzungen mit ,Lese-Oskars‘ prämiert“, so Hammerschmidt-Riegert. Auch ein roter Teppich soll ausgerollt werden. Wie bei der echten Oskarverleihung in Los Angeles. Darüber hinaus erhalten alle erfolgreichen Teilnehmer wie immer eine Urkunde. „Nach wie vor sind dafür mindestens drei Einträgen im Logbuch nötig“, so Hammerschmidt-Riegert.

Zudem besteht die Möglichkeit, sich die Teilnahme am Sommerleseclub ins Zeugnis eintragen zu lassen. Allerdings entscheidet jede Schule für sich, in wie weit sie die Leseförderung als außerschulische Aktivität anerkennt.

Den Schülern Darleen, Mia, Joana und Leland von der Heinrich-Böll-Gesamtschule gefällt das neue Konzept des Sommerleseclubs. Am besten finden sie, dass sie im Team teilnehmen können. Was ein wenig erstaunt: Das digitale Logbuch wollen sie nicht nutzen, sondern lieber ein Tagebuch aus Papier mit handschriftlichen Eintragungen und Bastelarbeiten erstellen.

Anmeldungen zum Sommerleseclub sind ab sofort möglich

  • Der Sommerleseclub läuft in zehn Dortmunder Bibliotheken.
  • Anmeldungen sind ab sofort möglich.
  • Der Lesestart ist am 9. Juli (Dienstag).
  • Abgabe der Leselogbücher ist am 30. August (Freitag).
  • Die Urkundenverleihung mit Oskarvergabe ist in den Bibliotheken an unterschiedlichen Terminen.
  • Alle Infos zum Sommerleseclub, auch zu den Veranstaltungen in den einzelnen Bibliotheken, gibt es unter www.sommerleseclub.de
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