Diskussion über Sperrmüll-Tag ist neu entfacht

300 Tonnen illegaler Müll

Die Beseitigung von wilden Müllkippen kostet die Dortmunder eine halbe Million Euro im Jahr, es fallen jährlich 300 Tonnen illegaler Müll in der Stadt an. Politiker diskutieren aktuell über eine Neueinführung der kostenlosen Sperrmüll-Tage, die vor über 25 Jahren abgeschafft wurden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

DORTMUND

, 16.06.2016, 02:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sperrmüll ist aktuell Diskussionsthema bei Dortmunds Politikern.

Sperrmüll ist aktuell Diskussionsthema bei Dortmunds Politikern.

Wie viel Müll wird illegal abgelagert?

Der Bericht des Umweltamtes war für den Ausschuss für Bürgerdienste kein Grund zu Freude. 300 Tonnen illegal abgelagerten Müll muss die EDG jedes Jahr von verlassenen Straßenecken und aus Randgebieten abfahren.

Was sagen die Politiker?

  • Es mache Sinn, die 500.000 Euro gegen die Kosten für einen kostenlosen Sperrmülltag im Jahr aufzurechnen, sagte der ordnungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Friedrich-Wilhelm Weber.   
  • Die Verwaltung möge mal prüfen, ob solch ein Sperrmülltag nicht Sinn mache, so Svenja Noltemeyer für die Grünen. Mancher Student würde sich möglicherweise auch über ein am Straßenrand abgestelltes Retro-Sofa freuen.  
  • Der Berichterstatter des Umweltamtes erklärte: „Das müsste man in der Tat mal gegenrechnen, was das für die Abfallgebühr bedeutet.“

Was hat der Ausschuss für Bürgerdienste beschlossen?

Der Ausschluss beschloss, das Ganze erstmal "sacken zu lassen", so die Vorsitzende Christian Krause (CDU). Doch man werde das Thema in der nächsten Sitzung noch einmal aufgreifen. Dabei wird der Ausschuss vermutlich auch über die Stadtgrenzen hinausgucken.

Wie gehen andere Städte mit dem Thema Sperrmüll um?

In Bochum z.B. kann jeder Haushalt seinen Sperrmüll einmal im Jahr kostenlos abholen lassen. Trotzdem gebe es auch dort Probleme mit wilden Müllkippen, sagte Stadtsprecher Oliver Trappe auf Nachfrage. Auch in Düsseldorf wird für Privathaushalte Sperrmüll mit Mengen bis zu zwei Kubikmeter kostenlos abgefahren.

Was sagt die EDG?

Bei der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) sei das Thema Sperrmüll oft diskutiert worden, berichtet Sprecherin Petra Hartmann. Doch aufgrund der Erfahrungen mit gezielten und begrenzten Sperrmüllaktionen bei Wohngesellschaften und in bestimmten Wohnquartieren plädiere man gegen einen kostenlosen Sperrmülltag.

„Das ist nicht kontrollierbar“, sagte Hartmann. Es sei jedes Mal eine Einladung an Trittbrettfahrer, noch mehr und dazu Verbotenes wie Ölradiatoren hinzustellen und die Straßen zu verschmutzen. Einen erzieherischen Effekt gebe es auch nicht, meint Hartmann: „Wer wild Müll ablagern will, der wird durch Sperrmülltage nicht davon abgehalten.“   

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