Dokumente zerstört: Unwetter spielt der Kokerei Hansa übel mit

rnKokerei Hansa

Die Unwetter des dritten August-Wochenendes lassen die Kokerei Hansa auch eine Woche später nicht los. Dokumente liegen in einem überfluteten Keller. Die Rettung läuft.

Huckarde

, 24.08.2020, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wassermassen des Unwetter-Wochenendes (14.-16.8.) haben auch vor den Kellerräumen der Geschäftsstelle der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur nicht Halt gemacht.

Die starken Überschwemmungen im Bereich der Emscherallee in Huckarde setzten den Keller des Gebäudes auf dem Gelände der Kokerei Hansa unter Wasser. Rund acht Stunden lang waren 27 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Berghofen und Oespel am Samstag (15.8.) im Einsatz.

Bis in die Nacht hinein versuchten sie gemeinsam mit Mitarbeitern der Stiftung, den Keller trocken zu legen. „Die Feuerwehr hat auf Hansa Großes geleistet. Ohne die vielen freiwilligen Helfer hätten wir die Situation nicht in den Griff bekommen“, sagte Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung nach dem Unwetter.

Dokumente werden noch gesichtet

„Einer unserer Mitarbeiter hat am späten Samstagnachmittag bemerkt, dass etwas nicht stimmt und Wasser in den Keller eingedrungen ist“, erklärt Stiftungs-Pressesprecherin Anna Gerhard. „Es war sehr schnell klar, dass diese Mengen Wasser nicht allein zu bewältigen gewesen wären.“

Teils habe das Wasser 1,50 Meter hoch gestanden. Die Feuerwehr habe eine Tür aufbrechen müssen, um alles abpumpen zu können. Am stärksten betroffen war der Teil des Kellergebäudes, in dem sich der Großteil des Aktenarchivs der Stiftung befindet.

Die Feuerwehr war bis in die Nacht im Einsatz, um den Keller trocken zu legen.

Die Feuerwehr war bis in die Nacht im Einsatz, um den Keller trocken zu legen. © Stiftung Industriedenkmalpflege

Auch gut eine Woche nach der Überschwemmung ist im Keller ihrer Geschäftsstelle noch keine Ruhe eingekehrt. „Wir sind immer noch dabei, die Schäden zu sichten“, erklärt Anna Gerhard am Montag (24.8.) auf Anfrage.

Noch sei unklar, ob zumindest ein kleiner Teil der Akten gerettet werden könne. „Aber es sieht so aus, als wäre ein Großteil dahin“, sagt die Pressesprecherin. Glücklicherweise habe es sich allerdings nicht um wertvolle historische Dokumente gehandelt.

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Kokerei Hansa war zeitweise geschlossen

Es seien vor allem Verwaltungsunterlagen gewesen, die dem Wasser zum Opfer gefallen sind. „Der Großteil unseres historischen Archivs befindet sich in einem anderen Gebäudeteil“, erklärt Anna Gerhard.

Dennoch nehmen die Mitarbeiter die Sichtung der Unterlagen ernst. Schließlich seien nicht alle Dokumente digitalisiert. Zudem bestehe ein geringes Risiko, dass sich doch auch historische Unterlagen unter den zerstörten Dokumenten befinden.

Es werde voraussichtlich eine weitere Woche brauchen, um den Schaden endgültig beurteilen zu können, so Anna Gerhard. Zumindest die Kokerei Hansa ist wieder regulär für Besucher geöffnet. Das Gelände hatte aufgrund der Unwetter-Schäden zeitweise geschlossen werden müssen. Seit dem Wochenende (22./23.8.) finden auch wieder Führungen statt.

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