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Dortmund bekommt Deutschlands jüngste Schauspielintendantin (34)

rnTheater

Nach dem Weggang von Schauspielchef Kay Voges zur Spielzeit 2020/21 will Dortmund mit einem neuen Superlativ auftrumpfen: So will die jüngste Intendantin das Schauspiel umkrempeln.

Dortmund

, 07.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Noch leistet Dortmund Trauerarbeit, nachdem der viel gefeierte Schauspielchef Kay Voges verkündet hatte, der Stadt zur Spielzeit 2020/21 den Rücken zu kehren. Doch seine Nachfolgerin ist bereits ausgeguckt: Julia Wissert, freie Regisseurin an verschiedenen Stadt- und Staatstheatern, 34 Jahre jung, aus Freiburg stammend, soll Voges‘ Nachfolge antreten. Die Findungskommission habe sich mit großer Mehrheit für Wissert ausgesprochen, teilte am Dienstag Kulturdezernent Jörg Stüdemann nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands mit.

Der Rat muss die Entscheidung noch am 23. Mai absegnen. Damit würde Julia Wissert jüngste Schauspielintendantin Deutschlands. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Sabine Reich als Chefdramaturgin sowie dem Ensemble, Künstlern und Bürgern möchte sie das Schauspiel zu einem offenen Ort machen, der so divers und vielschichtig ist wie die Stadt Dortmund, mit einem Theater, das sich für vielfältige Aktionen und Kunstformen zur Verfügung stellt und das die aktuellen Fragen von Diversität und Offenheit unserer Gesellschaft behandelt.

Mehr Frauen für die Regie

Vor allem Wisserts entsprechendes Konzept habe die Findungskommission überzeugt, so Stüdemann. Die Suche nach Theater- und Arbeitsformen, die den aktuellen Veränderungen und Bewegungen Rechnung tragen, werde ihre Arbeit prägen, kündigte Stüdemann an. Sie wolle zudem „Frauen im Bühnenleben deutlicher kenntlich machen und sie stark mit in die Regie hineinnehmen“.

Zu Beginn des Jahres hat Julia Wissert Furore mit einer Antirassismus-Klausel für Theaterverträge gemacht, die sie gemeinsam mit der Juristin und Dramaturgin Sonja Laaser entworfen hat.

Viel in der Theaterlandschaft herumgekommen

Die Regisseurin Julia Wissert ist in der Theaterlandschaft schon viel herumgekommen. Sie hat unter anderem am Maxim Gorki Theater in Berlin, am Theater Luzern, am Schauspielhaus Bochum und am Nationaltheater Brno in Tschechien gearbeitet. Studiert hat sie in London und Salzburg Performance und Theaterregie. Durch internationale Projekte, Gremien- und Jurytätigkeit hat sie große Erfahrung im Bereich der Diversifizierung und kulturellen Bildung. Ihre Bühnenarbeit ist geprägt durch starke Bilder, Musikalität und eine hohe Körperlichkeit.

Im Gegensatz zu Kay Voges wollen Ballettchef Xin Pen Wang und Andreas Gruhn, Leiter des Kinder- und Jugendtheaters, in Dortmund bleiben. Xin Peng Wang sei ein „Herzblut-Dortmunder“, freute sich Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Der erfolgreiche Spartenleiter des Dortmunder Balletts möchte bis 2025 in dieser Position Dortmund verbunden bleiben. Mit seiner Vertragsverlängerung geht die Ernennung zum Intendanten einher.

Xin Peng Wang bleibt als Ballettintendant bis 2025

Seit seiner Ernennung zum Ballettdirektor 2003 hat Xin Peng Wang das Dortmunder Ballett zu einem führenden nationalen Tanzensemble mit großer internationaler Ausstrahlung und eigenem künstlerischen Profil gemacht. Sein Publikum erstreckt sich weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus. Mit seinem Programm sorge Xin Peng Wang ständig für beste Auslastungs- und Einnahmezahlen, so Stüdemann: „Das ist geschäftlich außerordentlich erfolgreich.“ Auch das von Xin Peng Wang ins Leben gerufene Juniorballett, eine internationale Elevengruppe, sei Botschafter für die Stadt und die Region.

Wie beim Ballettchef schlägt die Verwaltung auch im Fall von Andreas Gruhn dem Rat vor, den Vertrag bis zum 31. Juli 2025 zu verlängern – Zeit genug, die Junge Bühne Westfalen, an deren Konzeption Gruhn maßgeblich beteiligt ist, zu realisieren. Gruhn leitet das Kinder- und Jugendtheater seit 1999 mit großem Erfolg.

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