Dortmund bekommt einen sprechenden Brunnen

Attraktion an der Petrikirche

In einigen Städten gibt es Brunnen, die angeblich den Wunsch nach Rückkehr erfüllen, wenn man eine Münze hineinwirft. In Dortmund könnte es bald einen Brunnen geben, der mit seinen Besuchern spricht. Er soll nur der Vorbote einer noch größeren Umgestaltung werden.

DORTMUND

, 19.09.2016, 03:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Noch wird der Brunnen durch eine Metallplatte verdeckt, sie soll durch eine Glasplatte ersetzt werden.

Noch wird der Brunnen durch eine Metallplatte verdeckt, sie soll durch eine Glasplatte ersetzt werden.

Er soll eine Attraktion am neugestalteten Boulevard Kampstraße werden. Die Sanierungsarbeiten am Brunnenschacht, mit denen zugleich ein Stück Stadtgeschichte sichtbar gemacht wird, laufen bereits an der Nordost-Ecke der Petrikirche. Bisher war der Petribrunnen, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht, kaum wahrnehmbar unter einer unansehnlichen Edelstahlplatte verbunden. Künftig kann man hier durch eine Glasplatte in die Tiefe blicken.

Damit nicht genug, soll das historische Relikt mit speziellen Leuchten auch ins rechte Licht gerückt werden. Und sogar zum Sprechen gebracht werden: Über eine Tonanlage sollen Musik und gesprochen Texte erklingen – immer dann, wenn man sich dem Brunnen nähert. Bewegungsmelder machen es möglich. Die Anlage kann von der Petrikirche aus gesteuert werden. Noch ist offen, was genau erklingen soll, sagt Stadtkirchen-Pfarrerin Almut Begemann. Im Oktober sollen die wesentlichen Arbeiten mit der Glasmontage abgeschlossen werden. 40.000 Euro werden dafür investiert.

Die Geschichte des Brunnens am Petrikirchhof reicht bis ins Mittelalter zurück. Er war einer von rund 40 Brunnen zur Trinkwassserversorgung der damaligen Bevölkerung. Der gemauerte Schacht des Brunnens aus Sand- und Bruchstein misst knapp 6,50 Meter, der innere Durchmesser 1,60 Meter. Der Brunnen wurde ab 1882 mit Einführung der städtischen Wasserversorgung verfüllt – und inzwischen wieder „entmüllt“.

Kampstraße soll Lichtband und einen Wasserlauf bekommen

Der sichtbar gemachte Petribrunnen ist damit gewissermaßen der Vorbote für den weiteren Umbau der Kampstraße, der nach den Plänen des Architekturbüros Fritschi zwischen Petri und Reinoldikirche mit einem durchgehenden Lichtband und einem Wasserlauf gestaltet werden soll. Zur Zeit läuft die Ausführungsplanung, berichtete Tiefbauamts-Leiterin Sylvia Uehlendahl, im nächsten Jahr sollen die Aufträge vergeben und im Frühjahr 2018 die Bagger anrollen.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich zweieinhalb Jahre dauern – wobei man Rücksicht nehmen muss auf Großveranstaltungen wie den Evangelischen Kirchentag im Juni 2019. Und schließlich hofft die Stadt auch auf einen Neubau an der Stelle des leerstehenden Karstadt-Hauses an der Kampstraße, das zum Verkauf steht.

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