Dortmund bekommt zwei neue S-Bahn-Stationen

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Gute Nachrichten für Bahnpendler: Land und Bahn AG haben zwei neue Bahn-Haltepunkte in Dortmund in ein gemeinsames Investitionspaket aufgenommen. Sie stehen schon lang auf dem Wunschzettel.

Dortmund

, 04.02.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein dickes Paket: 500 Millionen Euro sollen nach einer Vereinbarung von Land und DB AG mithilfe von Bundesmitteln bis 2029 in Maßnahmen zur Verbesserung des Nahverkehrs investiert werden.

Das größte Einzelprojekt ist der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel, der allein 410 Millionen Euro verschlingt. Übrig bleiben 89 Millionen Euro für 20 weitere Projekte - vier davon in Dortmund.

Jahrzehntealter Wunsch

In zwei Fällen werden dabei langgehegte Wünsche realisiert, die schon seit Jahren diskutiert werden - so wie die Verlegung des Bahnhofs Barop.

Die Idee, den S-Bahn-Halt mit der U-Bahnstation und dem Bus-Knotenpunkt Barop Parkhaus an der Stockumer Straße zu verbinden, ist schon Jahrzehnte alt. Zuletzt wurde sie 2017 mit dem Nahverkehrsplan des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) wieder aktuell, auch wenn die dort genannten Neubauten und Verlegungen von Bahn-Haltepunkten ebenfalls eher den Charakter eines Wunschzettels hatten.

Dortmund bekommt zwei neue S-Bahn-Stationen

Wenig ansehnlich und vor allem nicht barrierefrei ist der bisherige S-Bahn-Haltepunkt Barop. © Michael Nickel

Immerhin kamen wieder Gespräche mit Land, Bahn und Stadt in Gang. Im Mai 2019 legten die städtischen Verkehrsplaner eine Vorplanung für den verlegten Haltepunkt Barop vor und holten sich den Auftrag für weitere Gespräche mit DB AG und VRR. Die Hoffnung war, die Verlegung im Rahmen eines Förderprogramms „Stationsoffensive“ in Angriff nehmen zu können.

Auf der Projektliste

Von einer „Kapazitätsoffensive Bahnhöfe“ ist jetzt bei der Vereinbarung von Land und DB die Rede, die bis 2029 umgesetzt werden soll. Der Neubau des Haltepunkts Barop an der S-Bahnline S5 gehört dabei mit vier weiteren Projekten zu einer ersten Tranche, deren Finanzvolumen auf insgesamt 16,2 Millionen Euro beziffert wird.

Nach den Plänen der Stadt soll der Haltepunkt zur Stadtbahn-Station Barop Parkhaus „verschoben“ werden und über Rampen barrierefreie Zugänge zur Stockumer Straße und Baroper Bahnhofstraße bekommen. Außerdem soll es eine Fußgängerbrücke geben, um den Haltepunkt an das neue Wohngebiet Luisenglück anzubinden.

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Dabei ist auch die Stadt finanziell gefordert, denn laut Gesetz muss die Bahn nur einen einzigen Zugang zu einer öffentlichen Straße sicherstellen. Geplant ist auch ein P+R-Platz entlang der Baroper Bahnhofstraße. Ab 2023 könnten die Pläne realisiert werden, hofft man bei der Stadt. Die Gesamtkosten werden auf bis zu 8 Millionen Euro geschätzt.

Halt am Kronprinzen-Viertel

In der zweiten Tranche der „Kapazitätsoffenisive Bahnhöfe“ taucht als eines von elf Projekten auch der Haltepunkt Kronprinzenstraße als neue Station an der S-Bahn-Linie S4 auf. Auch er steht schon länger auf der Wunschliste der Verkehrsplaner, wird mit den geplanten neuen Wohnviertel im Umfeld nun besonders aktuell.

Im Dezember 2019 hatten sich die Planer deshalb schon den Segen des Rates für weitere Gespräche mit Bahn und Land geholt. Mit der Aufnahme auf die Projektliste rückt die Realisierung nun ein Stück näher.

Dortmund bekommt zwei neue S-Bahn-Stationen

Am Rande des neuen Kronprinzen-Viertels, das auf dem früheren Südbahnhof-Gelände hinter dem Wasserturm am Heiligen Weg (unten) entsteht, soll an der Strecke der S4 ein neuer Haltepunkt entstehen (oben rechts). © Hans Blossey

Weitere Dortmunder Projekte im Investitionsprogramm sind eher bahntechnischer Natur. 1,4 Millionen Euro sind für eine neue Weichenverbindung im Bereich Lütgendortmund, 1,8 Millionen Euro für neue Signaltechnik im Bereich Scharnhorst/Kurl vorgesehen.

Noch viele Wünsche offen

Aber es gibt auch Wünsche, die noch nicht auf der Investitionsliste auftauchen. Dazu gehören die neuen S-Bahn-Haltepunkte Technologiepark (für die S1) und Dortmund-West (für die S5), der barrierefreie Umbau der DB-Station Sölde sowie die Verlegung der Stationen Aplerbeck-Süd und Kruckel.

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