Dortmund demonstriert bunt statt braun

DORTMUND So viel Vielfalt war nie: Von der Linksjugend über die Gewerkschaften und den Ausländerbeirat bis zur evangelischen katholischen Kirche reicht das Spektrum der Organisationen, die für Samstag zum Protest gegen Gewalt und Fremdenhass aufrufen. Das Motto: Bunt statt braun.

von Von Oliver Volmerich

, 03.09.2008, 16:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein breites Bündnis an Organisationen ruft auf zum Protest gegen Rechts.

Ein breites Bündnis an Organisationen ruft auf zum Protest gegen Rechts.

Es ist nicht die einzige an diesem Tag. Schon am Vormittag ruft das linke "Bündnis 28.3." zu einem Demonstrationszug vom Hauptbahnhof über den Wall bis zum Opernhaus auf, wo man sich der großen Kundgebung anschließen will. Eine weitere Initiative lädt für den Nachmittag zu einem Familienfest gegen Rechts in den Westpark ein.  Die Polizei richtet sich entsprechend auf einen Großeinsatz ein. Hauptziel ist es, gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der extremen linken und der rechten Szene wie zuletzt am 1. Mai 2007 zu verhindern. Das Gewaltpotenzial ist gestiegen, fürchten Experten. "Wir gehen von einer besonderen Dimension des Einsatzes aus" erklärte Polizei-Einsatzleiter Dieter Keil.

Er könne angesichts der Vorkommnisse im vergangenen Jahr die Besorgnis der Polizei verstehen, betont auch Hartmut Anders-Hoepgen. Gleichwohl regt sich auch Kritik am Vorgehen der Polizei, das u.a. Mahnwachen an drei Stolpersteinen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus verboten hat, weil sie direkt an der Strecke des rechten Umzugs liegen. Zudem sei man gespannt, wie die Polizei den Zugang zu Veranstaltungen in der östlichen Innenstadt wie dem Brunnenfest am Berswordtplatz sicherstellen wolle. Die Kundgebung unter dem Titel "Bunt statt Braun" beginnt am Samstag um 12 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge. Zu den Rednern gehören u.a. Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer, DGB-Chef Eberhard WeberTülin Dolutas vom Bündnis Dortmund gegen Rechts und Vertreter von Ausländerbeirat und Jugendring.

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