Bombenalarm

Dortmund droht die nächste Mega-Evakuierung

Dortmund droht die nächste große Evakuierung. Vier mögliche Blindgänger sollen in einer Großbaustelle liegen. Das haben Verdachtsbohrungen ergeben.
Vier Verdachtspunkte auf Bomben-Blindgänger gibt es in einer Dortmunder Baustelle. © Christian Gerstenberger

Aktualisierung 4.8.: Der Evakuierungsradius für die Entschärfung wird etwas kleiner. An einem der Verdachtspunkte wurde kein Blindgänger entdeckt. Statt etwa 10.000 Menschen müssen nun 9200 Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Der neue Evakuierungsradius:

Der geänderte Evakuierungsradius für die Entschärfung am 15. August. © Stadtverwaltung Dortmund © Stadtverwaltung Dortmund

Ursprungsmeldung

Vier mögliche Blindgänger könnten in einer Großbaustelle liegen. Das teilte die Stadt Dortmund am Mittwochnachmittag fest. Bislang handelt es sich um vier Verdachtspunkte, trotzdem werden sie eine großräumige Evakuierung erfordern.

Das Problem: Die Verdachtspunkte liegen am Schwanenwall, also mitten in der Innenstadt. Mehrere Tausend Menschen könnten von der Evakuierung betroffen sein.

Der Außenring des Schwanenwalls ist zwischen Hamburger Straße und Geschwister-Scholl-Straße derzeit komplett gesperrt. Dort finden aktuell Arbeiten an der Fernwärmeleitung sowie an den Versorgungsleitungen von Donetz statt. Parallel haben Ordnungsamt und Kampfmittelbeseitigungsdienst dort Probebohrungen durchführen lassen – an vier Verdachtspunkten.

Verdachtspunkte mitten in der Innenstadt

Dabei habe sich der Verdacht auf Blindgänger an drei Punkten erhärtet, teilt die Stadt am Mittwoch mit. „Das bedeutet natürlich noch nicht, dass dort tatsächlich Kampfmittel liegen“, heißt es weiter. Der Boden müsse an diesen Stellen vorsichtig aufgegraben werden. An einem Punkt müssten weitere Sondierungen vorgenommen werden, um zu bestätigen, dass dort auch eine Bombe liegen könnte. Vorsorglich müssten aber Menschen evakuiert werden, wenn solche Verdachtspunkte mitten in der Innenstadt lägen.

Ideal sei es, wenn die Menschen nur an einem Tag und planbar ihre Wohnungen verlassen müssten. Dafür müssten alle vier Verdachtspunkte an einem Tag aufgeklärt werden. Für die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, die auch bei den Vorarbeiten immer schon einbezogen sind, sind vier Verdachtspunkte auch das Maximum, das an einem Tag zu schaffen ist. Im möglichen Evakuierungsradius, den die Stadt bekanntgegeben hat, liegt auch das Gefängnis.

Die Stadt Dortmund nennt auch einen möglichen Termin für die Evakuierung: den 15. August 2021, der letzte Sonntag der Sommerferien.

Im Vorfeld müssten die einzelnen Schritte genau vorbereitet werden, so die Stadt. Bevor weitere Ausgrabungen an den Verdachtspunkten stattfinden könnten, müssen weitere technische Vorbereitungen getroffen werden. So werden etwa Leitungen umgelegt.

Das sind die Verdachtspunkte im Überblick:

  • Bereich Schwanenwall / Geschwister-Scholl-Straße
  • Schwanenwall / Höhe Milchgasse
  • Schwanenwall / Höhe Platz von Novi Sad
  • Stiftstraße / in Höhe des dortigen Parkhauses

Die betroffenen Anwohner erhalten wieder entsprechende Handzettel in den Postkästen, kündigte die Stadt an. Aber auch Gastronomiebetriebe, Hotels und weitere Gewerbe würden zielgerichtet informiert.

Bis alle vorbereitenden Untersuchungen und Arbeiten abgeschlossen seien, werde der Verkehr am Schwanenwall wie bisher weitergeführt.

Die Großbaustelle am Wall sorgt aktuell immer wieder für Engpässe und weitreichende Umleitungen in der Innenstadt. Die drohende Entschärfung führt dazu, dass die einzelnen Bauarbeiten noch besser koordiniert werden müssen. Wie die Stadt mitteilte, gebe es weitreichende Absprachen zwischen dem Tiefbauamt, den ausführenden Firmen und dem Kampfmittelbeseitigungsdienst.

Zuletzt hatte eine Entschärfung im Klinikviertel dazu geführt, dass Menschen in großen Teilen der Innenstadt ihre Häuser verlassen mussten. 14.000 Anwohner waren betroffen. Bei der Entschärfung einer Luftmine in Hombruch waren es 20.000 Menschen, die woanders unterkommen mussten.