„Frittenshop“ im Kaiserviertel öffnet für einen Tag nur für Obdachlose

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Der „Frittenshop“ an der Kaiserstraße war wegen Corona über zwei Monate dicht - bald gibt es dort wieder frische Pommes. Besonders für Obdachlose ist das ein Grund zur Freude.

Dortmund, Kaiserstraßenviertel

, 10.06.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei all den Nachrichten über Gastronomen, die die Corona-Krise nicht überstanden haben, gibt es auch gute Neuigkeiten: Beim Frittenshop an der Kaiserstraße gehen ab Ende Juni wieder selbst gemachte Pommes und Soßen über den Tresen.

Die Inhaber Muharrem Yildirim und Marcel Carlos Sanchez-Hoffmann waren bisher vorsichtig, was eine Wiedereröffnung anging. Falls die Kunden ausblieben, erklärt Sanchez-Hoffmann, müsse man für eine Woche laufenden Betrieb so viel zahlen wie für einen Monat mit geschlossenen Türen.

„Der Frittenshop ist unser Baby“

Die Corona-Krise sei auch für die Frittenshop-Inhaber ein Einschnitt gewesen. „Der Frittenshop ist unser Baby“, sagt Yildirim. Erst im Oktober hatten die beiden, gemeinsam mit einem weiteren Freund, den Laden eröffnet. Nachhaltigkeit spielt hier eine große Rolle: Die Pommes schnitzen sie selbst aus Kartoffeln von einem Bauernhof aus der Region. So wenige Monate nach der Eröffnung schon wieder zuzumachen, sei schwer gewesen. Doch die Zeit nutze das Team für Umbaumaßnahmen: Der Frittenshop bekommt eine neue Terrasse.

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„Die Resonanz zeigt: Es wird Zeit, dass wir wieder aufmachen“, sagt Yildirim. Zwischen dem 22. und 28. Juni sollen die ersten Pommes verkauft werden - so ist es geplant. Allerspätestens, sagt Sanchez-Hoffmann, sei der Frittenshop in der darauffolgenden Woche wieder offen. Dann können die Mitarbeiter langsam wieder aus der Kurzarbeit zurückkehren.

Kostenlose Pommes an Extra-Öffnungstag für Obdachlose

Mit der Wiedereröffnung ziehen auch einige Veränderungen in den Pommesladen im Kaiserviertel ein. Geplant sind Rabattaktionen für Büros in der Nachbarschaft, Mitgliederkarten und eine gesündere Kinderpommes.

Umbaumaßmahmen im Frittenshop.

Umbaumaßmahmen im Frittenshop © Lena Heising

Doch noch eine weitere Neuigkeit kommt dazu: Beginnend mit dem 5. Juli öffnet der Frittenshop einen Sonntag im Monat exklusiv für Obdachlose. „Wir wollen den Obdachlosen einmal im Monat etwas Würde wiedergeben“, sagt Sanchez-Hoffmann.

An diesem Tag kochen sie umsonst. „Die Obdachlosen können hier ganz normal essen gehen - fast so, wie in einem kleinen Restaurant“. Dafür wollen die Betreiber Gutscheine verteilen. Obdachlose, die einen haben, bekommen dann dafür Essen.

Frittenshop-Betreiber hilft im Jordan-Treff bei Obdachlosen-Frühstück

Die Idee kam den beiden durch Yildirims ehrenamtliche Tätigkeit. Jeden Mittwoch steht der 44-Jährige bereits um sieben Uhr morgens im Gewölbekeller des Bruder-Jordan-Treff der Dortmunder Franziskaner und bereitet ein Frühstück für Obdachlose vor.

Genau diesen Bedürftigen will Yildirim die Möglichkeit geben, einmal im Monat Pommes essen zu gehen. „Kartoffeln haben wir ja eh immer da“, sagt Sanchez-Hoffmann.

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