In der Dortmunder City entsteht ein markantes Bauwerk

rnDortmund vor 30 Jahren

Eine zerstörerische Modernisierung und ein Bauprojekt in der City waren die Themen in Dortmund vor 30 Jahren. Wir werfen mit unserer Serie einen Blick in die Vergangenheit der Stadt.

von Beat Linde

Dortmund

, 02.08.2020, 08:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war heute vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie täglich einen Blick in unser Zeitungsarchiv - und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Heute: der 2. August 1990.


Wohnung zertrümmert durch Modernisierung

„Die Nutzung der Elektrik in der Küche ist lebensgefährlich, große Teile von der Decke sind heruntergefallen.“ So kommentierte Erika Suttmann vom Mieterverband die Wohnsituation von Nicole G. an der Mallinckrodtstraße. Der Vermieter hatte das Haus erst kurz davor übernommen und im großen Stil Renovierungsarbeiten durchgeführt.

Was erstmal wie ein Widerspruch klingt, war auch für den Mieterverband ein „Modernisierungsskandal“. Bei Arbeiten am Dach habe wohl ein Dachdecker löcher in die Unterdecke getreten. Nicole G. suchte daraufhin Unterschlupf bei Bekannten, weswegen sie für den Vermieter nicht zu erreichen war und die Schäden nicht zu beseitigen waren. Eine verzwickte Lage, in der die eine Seite mit der Wohnungskündigung und die andere Seite mit einer Klage drohte.

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Unfreiwillige Telefonkonferenzen

1990 telefonierte es sich noch nicht immer ganz so reibungslos wie heute, 30 Jahre später. Gesprächskosten wurden in Einheiten gemessen von je 23 Pfennig und unterschieden sich je nach Entfernung (Orts- und Ferngespräch).

Bei dem Anschluss von Brigitte Hain, Gastwirtin in Marten, funktionierte dieses System aber nicht richtig. Der Zähler zeigte bei einem Ortsgespräch die Einheiten für ein Ferngespräch an, was ihr horrende Telefonrechnungen bescherte. Zusätzlich dazu hatte sie ständig fremde Gespräche in der Leitung.

Die Bundespost konnte weiter nichts für sie tun, als ihr den Tipp zu geben, sie sollte die Nummern der fremden Gesprächsteilnehmer erfragen und diese dann an die Post weiterleiten, damit die dortigen Mitarbeiter den Fehler im Martener Ortsnetz finden könnten. Bis das soweit war, sollte Frau Hain stets ihre Telefonrechnungen überprüfen und jedes unfreiwillig mitgehörte Gespräch unterbrechen, um nach Telefonnummern und Adressen zu fragen.

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Frauen-Studien

In dem Studiengang Frauen-Studien konnten die Absolventen nichts über Frauen lernen, was ihnen bisher vorborgen geblieben war. Der fünfsemestrige Studiengang, der im Wintersemester 1990 starten sollte, zielte darauf ab, Frauen auf einem emanzipatorischen Weg zu begleiten und sie fortzubilden.

Ziel war es, Mütter in den Bereichen Erwachsenenbildung und Öffentlichkeitsarbeit zu qualifizieren, um sie anschließend an Verbände, Unternehmen oder Bildungs- und Beratungseinrichtungen zu vermitteln. „Die mindestens zwei jährige Erfahrung in der Führung eines Mehrpersonenhaushalts“, war, anders als ein Abitur, Voraussetzung für die Zulassung. Zum Abschluss bekamen die Absolventinnen ein Zertifikat ausgestellt.

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Stadtbahn-Pylon wird gebaut

Einigen Widerstand gab es gegen den Pylon, der über der U-Bahn-Haltestelle Reinoldikirche gebaut werden sollte. Einige Gläubige klagten beispielsweise, der Pylon sollte durch Größe und Erscheinung die Reinoldikirche als Zentrum der Stadt ablösen.

Doch allem Widerstand zum Trotz, wurde vor genau 30 Jahren der Bau endgültig beschlossen. Der Ausschuss für Bau und Verkehr genehmigte das Vorhaben bei nur einer Gegenstimme. Der Pylon sollte zum einen dem Wetterschutz dienen und zum anderen ein städtebauliches Ausrufezeichen setzen.

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