Zufälliger Passant führt Einbruch fort, den jemand anders begonnen hat

rnDortmund vor 30 Jahren

Im Nahen Osten beginnt der Golfkrieg und die DDR und BRD unterzeichnen einen wegweisenden Vertrag. Aber was waren die Nachrichten in Dortmund am 3. August 1990?

von Beat Linde

Dortmund

, 03.08.2020, 08:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie einen Blick in unser Zeitungsarchiv – und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Heute der 3. August 1990:

„So‘n Typ mit grünem Käppi“

Eine absolut unglaubwürdige Geschichte erlebten zwei Dortmunder Kriminaloberkommissare: Nach einem Geschäftseinbruch nahmen die Beamten noch am Tatort einen Verdächtigen fest. Der gestand auch soweit, allerdings nur das Einschlagen der Scheibe, danach hätte er Angst bekommen und wollte von dem Diebstahl ablassen.

„So‘n Typ mit grünem Käppi“ wäre daraufhin vorbei kommen und hätte sich angeboten, den Laden leerzuräumen. Naturgemäß glaubten die Polizisten nicht die Mär vom großen Unbekannten und hielten den Mann fest.

Einige Tage später konnten die selben beiden Oberkommissare eine vierköpfige Gruppe von Einbrechern festnehmen, die 50 Ladendiebstähle und über 100 Geschäftseinbrüche zu verantworten hatten. Bei dem anschließenden Verhör stelle sich heraus, dass einer der Männer auch besagter Unbekannter mit grüner Kappe war und in dem ersten Fall tatsächlich das Ausräumen des Ladens übernommen hatte.

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Wenn zwei sich streiten....

Noch ein gutes Geschäft konnte der Kaufmann Rainer P. machen, obwohl es danach erst einmal gar nicht ausgehen hatte. Ein Kredit über 20.000 Mark vergab er an den Dortmunder Autohändler Karl-Heinz P., der diesen aber nicht zurückzahlen konnte.

Statt des Geldes bekam Rainer P. ein umgebautes Mercedes-Cabriolet, eine echte Rarität, die bei Auto-Liebhabern Höchstpreise erzielte. Und einen solchen Liebhaber fand Rainer P. auch. Er verkaufte den Wagen für 54.000 Mark, ein Gewinn von 34.000 DM.

Das Glück des Einen ist aber bekanntlich das Pech des Anderen. Der Andere in diesem Fall war der ahnungslose Besitzer des Mercedes, der hatte dem Autohändler das Auto nämlich nur zum Umbau gegeben nicht zum Verkauf, wie Karl-Heinz P. später vor Gericht aussagte. Ergebnis der Verhandlung war: Karl Heinz P. musste 10.500 DM wegen Unterschlagung zahlen und der lachende Dritte war der Kaufmann Rainer P.

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Der Eisengießer steht wieder

Für Rüstungszwecke wurde der alte Eisengießer-Brunnen wahrscheinlich eingeschmolzen. In jedem Fall verschwand er über Nacht, während des Zweiten Weltkriegs, später wurde dann auch noch der Sockel zerbombt. Seitdem klaffte gähnende Leere am Freiherr-vom-Stein Platz im Dortmunder Norden, der man sich 1990 annahm und einen neuen Eisengießer wieder auf den Platz brachte.

600.000 Mark kostete die insgesamt sechs Meter hohe Figur, bereit gestellt wurden die Mittel zu 50 Prozent von Stadt und Land, die andere Hälfte wurde über Spenden der Dortmunder gestemmt.

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Wenn das Ozon drückt und die Sonne sticht

Durch menschlichen Fortschritt entstehen auch neue Gefahren. 1990 hieß das in Bezug auf die Gesundheit der Dortmunder: „Umweltbedingte Erkrankungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen“, sagte Dr. Bernd Striegler vom Gesundheitsamt.

Gemeint waren Großbrände, die zusammen mit Chemikalien für giftige Dämpfe sorgen konnten, oder das Ozonloch, das heiße, sonnige Tage, zu einer Gefährdung für die Bevölkerung machen konnte. Die Stadt reagierte, indem sie eine neue umweltmedizinische Beratungsstelle schuf, bei der sich Bürger kostenlos beraten lassen konnten.

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