Ein Mann steigt ins Taxi - und zückt eine Pistole

rnSerie Dortmund vor 30 Jahren

Ein Taxifahrer auf der Hansastraße gerät unter Beschuss und um das Programm des Schauspielhauses gibt es Ärger. Das waren die Nachrichten der Dortmunder vor 30 Jahren.

von Beat Linde

Dortmund

, 20.08.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie einen Blick in unser Zeitungsarchiv – und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Heute der 20. August 1990.

Taxifahrer angeschossen

Taxifahrer erzählen gerne mal, wenn man sie fragt, dass sie allerhand Unwirkliches in ihrem Beruf erleben. Damit ist bei den meisten aber sicherlich nicht gemeint, beschossen zu werden. Das ist allerdings genau das, was vor 30 Jahren einem Taxifahrer passierte.

Ein 26-Jähriger stieg am Platz von Leeds in ein Taxi, ohne eine Zieladresse zu nennen. Wenig später zog er eine Pistole heraus, der Fahrer konnte allerdings flüchten, als das Taxi an einer roten Ampel an der Hansatraße halten musste.

Dahinter rollte ein zweites Taxi an, auf das der 26-Jährige mehrmals schoss. Ein Schuss ging geradewegs durch die Windschutzscheibe und die Heckscheibe, die darauffolgenden Glassplitter verletzten den Fahrer dieses Taxis glücklicherweise nur leicht.

Der Täter flüchtete in dem Taxi, in dem er Platz genommen hatte, konnte aber wenig später von mehreren Streifenwagen, die an der Rheinischen Straße eine Straßensperre bildeten, gefasst werden.

Ärger über Programm des Schauspielhauses

1950 wurde die Kulturgemeinschaft Volksbühne in Dortmund gegründet. Das Ziel der Volksbühne war, Theater, Kunst und kulturelle Angebote anderer Art für Arbeiter und ihre Familien zu öffnen.

Die hatten bisher das Gefühl, in diesen elitären Kreis nicht vordringen zu können. Durch eine Mitgliedschaft wurden Eintrittskarten 50 Prozent günstiger, dadurch sollten auch Interessierte mit geringem Einkommen die Möglichkeit haben, Kultur-Angebote wahrnehmen zu können.

Bei der 40-Jahr-Feier mussten die Vorsitzenden dann aber konstatieren: „Die Verärgerung unserer Mitglieder über das Programm des Schauspielhauses hat zu noch mehr Austritten geführt als wir befürchtet hatten.“

Von den 6000 Mitgliedern der letzten Jahre waren 2000 ausgetreten, ein verheerendes Signal. Der Grund soll in der elitären Programmstruktur gelegen haben, die nur die wirklich „Kulturbesessenen“ interessieren würde. Die 40 Prozent der Mitglieder, die dem Arbeitermilieu entstammen, würden sich ein bürgernahes Theater wünschen.

Öko-Bauernhof in Dortmund

Die fünfte Ausstellung für gesunde und natürliche Lebensweise „Naturvita“ sollte in den Dortmunder Westfalenhallen stattfinden. Im Mittelpunkt sollte allerdings ein Dortmunder Öko-Bauernhof stehen - mit innovativen Verfahren hinsichtlich der Kompostierung und Abfallbeseitigung.

Besucher sollten eingeladen werden, selbst mit anzupacken und sollten eigene Ideen kriegen zu den Themen Kräuterbeet, Düngen ohne Chemie oder natürliche Tierhaltung. In den Westfallenhallen widmeten sich zusätzlich ganze 600 Quadratmeter dem Thema.

Hörder Jubiläumsfest

In Hörde wurde gefeiert: Vor 650 Jahren hatten die Hörder die Stadtrechte verliehen bekommen und 1990 wurde dieses Jubiläum mit einem großen Zug gefeiert.

60.000 Menschen verfolgten den Zug, in dem großen Wert auf die Historie der Stadt gelegt wurde. Schmiede in traditioneller Arbeitskluft, Mitglieder der Hörder Bürgerschützen-Gilde folgten märkischen Reitern auf einer 1,5 Kilometer langen Strecke durch die Stadt.

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