Dortmund ist als Spielort für EM 2024 gesetzt

DFB wählte Stadien aus

Falls Deutschland von der UFEA den Zuschlag für die Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2024 erhält, ist Dortmund als Spielort dabei. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am Freitag die zehn potenziellen Spielorte für das Turnier bekanntgegeben - auch drei weitere NRW-Städte stehen auf der Liste.

DORTMUND

, 15.09.2017, 13:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmund ist als Spielort für EM 2024 gesetzt

Der Signal Iduna Park könnte Austragungsort für die EM 2024 sein.

Insgesamt hatten sich 14 Städte beim DFB als Austragungsorte für die EM beworben. Dass Dortmund zu den ausgewählten Städten gehören würde, war dabei absehbar. Denn mit dem Signal Iduna Park hat die Stadt eines der größten Stadien zu bieten, das auch die Voraussetzungen für die Austragung von Halbfinal-Spielen bietet. So fand denn auch bei der Weltmeisterschaft 2006 eines der Halbfinals in Dortmund statt.

Das sind die zehn potenziellen Spielorte der EM 2024:

  • Berlin
  • Dortmund
  • Düsseldorf
  • Frankfurt/Main
  • Gelsenkirchen
  • Hamburg
  • Köln
  • Leipzig
  • München
  • Stuttgart 

Beim Bewerbungsverfahren gescheitert sind hingegen Mönchengladbach, Nürnberg, Bremen und Hannover. Dresden, Freiburg und Kaiserslautern hatten ihr zunächst bekundetes Interesse schon vorher zurückgezogen.

Dortmunds OB Sierau: "Das Stadion ist die gute Stube der Nationalmannschaft"

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau zeigte sich erfreut über die Wahl seiner Stadt: "Dortmund ist die deutsche Fußballhauptstadt. Das Stadion ist die gute Stube der Nationalmannschaft und die Begeisterung der Fans kennt kaum Grenzen“, sagte Sierau. "Wie schon zur WM 2006, als in Dortmund spannende und entscheidende Kapitel zum ,Sommermärchen‘ geschrieben wurden, wollen wir wieder tolle Gastgeber für die Sportler und Fans aus aller Welt sein."

Der BVB hofft, dass ein paar große Namen für die Spiele im Signal Iduna Park dabei sein werden. „Wir wissen aber auch, dass vermeintlich kleine Fußballnationen tolle Spiele und Feste hinlegen können“, sagte BVB-Organisations-Direktor und Stadion-Chef Dr. Christian Hockenjos unserer Redaktion. Vor elf Jahren bei der WM habe man das in Dortmund bei dem Spiel zwischen Schweden und Trinidad und Tobago erlebt.

Kritik an finanziellen Risiken

Im Vorfeld hatte es in Dortmund Auseinandersetzungen um die EM-Bewerbung der Stadt gegeben. Stadtspitze und Politik forderten, die finanziellen Risiken für die Stadt, die mit der Rolle als Spielort verbunden sind, einzugrenzen. Am Ende stimmte der Rat mit großer Mehrheit für die Bewerbung.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Die potenziellen Stadien der EM 2024

Diese Stadien sind als Austragungsorte für eine mögliche EM 2024 in Deutschland.
15.09.2017
/
KÖLN: RheinEnergieStadion - Kapazität 50 000 Plätze (46 195 Sitzplätze bei internationalen Spielen) - WM 2006: Spielort - "Selbstverständlich" werde sich die Stadt Köln mit der Heimspielstätte des Bundesligisten 1. FC Köln um Spiele der Europameisterschaft 2024 bewerben, teilte die Kölner Sportdezernentin Agnes Klein mit. Zwischen 2002 und 2004 entstand das heutige Stadion für die Fußball-WM 2006. Die Tribünen sind komplett überdacht; mit ihren vier leuchtenden Stahltürmen ist die Arena zu einem Wahrzeichen der Stadt Köln geworden.© Foto: dpa
MÜNCHEN: Allianz Arena - 75 000 Plätze (international 70 000) - WM 2006: Spielort (u.a. Eröffnungsspiel) - Die Fußball-Hauptstadt Deutschlands wird im Falle eines Zuschlags wieder als Austragungsort erwartet. Bei den Weltmeisterschaften 1974 und 2006 wurde in München gespielt, vor elf Jahren sogar schon in der Allianz Arena. Schon bei der 13-Länder-EM 2020 ist München auf jeden Fall ein Schauplatz: Dort werden drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale ausgetragen.© Foto: dpa
BERLIN: Olympiastadion - Kapazität: 74 475 Sitzplätze - WM 2006: Spielort (u.a. Finale) - Austragungsort der Sommerspiele 1936 und Spielort der WM 1974 und 2006 sowie des Finals der Champions League 2015. Seit 1985 Spielort des DFB-Pokalfinales. Komplettsanierung von August 2000 bis Juli 2004. "Berlin wird sich als Austragungsort bewerben", sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport.© Foto: dpa
DORTMUND: Signal Iduna Park - Kapazität: 81 360 Plätze (international 65 800) - WM 2006: Spielort - Das größte Bundesligastadion gilt als stimmungsvollste deutsche Arena. Bei den Heim-Weltmeisterschaften 1974 und 2006 fanden hier wichtige Spiele statt. So kam es 2006 zum Halbfinale zwischen der DFB-Auswahl und Italien. "Eine Fußball-EM in Deutschland ist ohne Dortmund als Spielort auch nicht ansatzweise vorstellbar", sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau.© Foto: dpa
HAMBURG: Volksparkstadion - Kapazität: 57 000 Plätze (international 50 000) - WM 2006: Spielort - Die Hansestadt war schon bei der EM 1988 und der WM 1974 Schauplatz von Turnierspielen und wird sich erneut als Austragungsort anbieten. "Selbstverständlich bin ich dafür, dass EM-Spiele im Volksparkstadion ausgetragen werden. Hamburg ist eine der führenden Sportstädte in Deutschland. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass so eine Veranstaltung ohne Hamburg stattfinden wird", sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Der Verein ist Besitzer des Stadions.© Foto: dpa
DÜSSELDORF: Esprit arena - Kapazität: 54 600 Plätze (44 683 Sitzplätze) - WM 2006: kein Spielort - Auch die Heimspielstätte des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf will dabei sein. Hier rollte schon bei der WM 1974 und der EM 1988 der Ball. "Wir würden uns freuen, Teil eines neuen Sommermärchens werden zu können", sagte eine Sprecherin der Stadt Düsseldorf.© Foto: dpa
FRANKFURT/MAIN: Commerzbank-Arena - Kapazität: 48 000 Plätze - WM 2006: Spielort - Bereits 1974 (damals Waldstadion) WM-Spielort. Wurde zur Weltmeisterschaft 2006 modernisiert. Gilt als wahrscheinlicher EM-Spielort, zumal die Arena nur wenige hundert Meter von der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes entfernt liegt. "Wir haben uns schon beworben, die Unterschrift ist geleistet. Und klar: Wir gehen auch davon aus, dass wir dabei sind", sagt Markus Frank, Sportdezernent der Stadt Frankfurt.© Foto: dpa
LEIPZIG: Red-Bull-Arena - Kapazität: derzeit: 42 558 Zuschauer (Umbau und Erweiterung auf 57 000 geplant) - WM 2006: Spielort - "Als Fußballstadt und Gründungsort des DFB haben wir ein großes Interesse daran, dass auch in Leipzig Spiele stattfinden würden. Wir werden uns mit RB Leipzig zu einer möglichen Bewerbung als Austragungsort abstimmen", sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung. "Berlin ist gesetzt, der Fußball-Osten darf nicht leer ausgehen", forderte der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes, Hermann Winkler.© Foto: dpa
GELSENKIRCHEN: Veltins-Arena - Kapazität: 62 271 (international 54 740) - WM 2006: Spielort Gelsenkirchen zählt zu den sechs Städten, die bei allen drei Endrundenturnieren in Deutschland als Spielort ausgewählt wurden. Auch für die EM 2024 geht die Stadt Gelsenkirchen mit der vereinseigenen Schalker Arena ins Rennen. Der Club hat die unverbindliche Interessensbekundung eingereicht.© Foto: dpa
STUTTGART: Mercedes-Benz-Arena - Kapazität: 60 000 Plätze - WM 2006: Spielort - Die Stadt des Zweitligisten VfB Stuttgart will Austragungsort der EM 2024 werden und wird dabei auch von der Landesregierung unterstützt. "Wir haben schon bei der WM 2006 gezeigt, dass die Mercedes-Benz Arena eine tolle Spielstätte ist", erklärte Jörg Klopfer, Sprecher der Stadion NeckarPark GmbH & Co. KG. "Stuttgart war immer Spielort bei großen internationalen Turnieren."© Foto: dpa

Ob 2024 wirklich der EM-Ball im Signal Iduna Park rollt, weiß man sicher aber erst in etwa einem Jahr. Im September 2018 entscheidet der europäische Fußball-Verband UEFA, ob die EM 2024 in Deutschland oder in der Türkei stattfindet. "Es wäre ein völlig falscher Eindruck, dass das Rennen schon gelaufen ist“, betonte DFB-Präsident Reinhard Grindel bei der Bekanntgabe der möglichen Austragungsorte.

Dortmund schaffte es nur auf Platz 8 von 14

Dortmund kam beim entscheidenden Ranking lediglich auf Rang 8 von 14. Zu Abzügen führten vor allem zu enge Räume, zu wenig Logen und nicht ausreichende Barrierefreiheit im Stadion sowie die vergleichsweise geringen Hotelkapazitäten in Relation zum Fassungsvermögen des Stadions.

 

 

BVB plant Erneuerung des Flutlichts

 

Ende des Monats, teilt Hockenjos mit, gebe es nun für die zehn ausgewählten Städte einen Workshop beim DFB. Dort werde dann der weitere Fahrplan bestimmt. Über mögliche Umbaumaßnahmen oder Investitionen entscheide man erst, wenn Deutschland in einem Jahr auch wirklich den Zuschlag für die Ausrichtung der EM 2024 bekomme.

Sollte es so sein, „dann werden wir im Stadion das Flutlicht erneuern“, sagt Hockenjos. Zudem „werden wir prüfen, inwieweit wir temporär etwas mehr Rollstuhlplätze als bislang anbieten können.“

 

 

Lesen Sie jetzt