„Dortmund ist asozial“, sagt Google

rnVorschläge bei Suchmaschine

Google scheint Dortmund mit ihren Suchvorschlägen regelrecht zu beleidigen. Auch andere Städte im Ruhrpott bleiben nicht ungestraft. Und was hat Star Trek in Witten eigentlich damit zu tun?

Dortmund

, 19.10.2020, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Woran denken Sie bei der Stadt „Dortmund“ zuerst? Vielleicht, dass Dortmund eine Stadt im Ruhrpott ist. Oder, dass Dortmund eine erfolgreiche Fußballmannschaft hat. Vielleicht denken Sie auch zuerst an das Dortmunder U oder den Florianturm.

Wenn man Dortmund googelt, fallen der Suchmaschine auch die verschiedensten Beschreibungen ein. Asozial, hässlich und doof zum Beispiel. An vierter Stelle dann „Dortmund ist ne schöne Stadt“ - ein BVB-Fangesang. „Dortmund ist ne schöne Stadt, da lässt es sich gut leben, doch fahr’n wir dann zum Auswärtsspiel benehm‘ wir uns daneben.“

Wie werden andere Ruhrpott-Städte von Google bewertet?

Auch andere Städte rund um Dortmund werden von der Suchmaschine regelrecht beleidigt.

Besonders zum Schmunzeln animiert der Vorschlag „Will Witten Star Trek“. Dabei geht es nicht um Suchanfragen zu einem möglichen Drehort der Science-Fiction-Serie im Ruhrpott. Google-User waren auf der Suche nach Beiträgen zum berühmten Star-Trek-Schauspieler.

Der wird jedoch nicht „Will Witten“ sondern „Wil Wheaton“ geschrieben. Aber kein Problem für die Suchmaschine, die trotz Rechtschreibfehler die richtigen Treffer liefert.

Wie kommen diese Suchvorschläge zu Stande?

Bezeichnet wird die Funktion als „Google Suggest“ (= „Google-Vorschlag“). Sobald der erste Buchstabe in das Suchfeld eingegeben wird, schlägt die Suchmaschine passende Vervollständigungen vor. Eingeführt wurde der Algorithmus im Jahr 2009 in Deutschland. Mittlerweile nutzen auch andere Webseiten wie Amazon oder Youtube die automatischen Vorschläge.

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Die Suchvorschläge werden von drei Faktoren beeinflusst:

  • Suchhäufigkeit
  • Aktuelle Trends
  • Lokale Informationen

Wird häufig nach einem Begriff gesucht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser erneut vorgeschlagen wird. Ein Beispiel für die Suchhäufigkeit: Googelt man nach „Deutscher Meister“ ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass bei der nächsten Eingabe von „Deutscher“ ebenfalls wieder „Meister“ vorgeschlagen wird.

Findet gerade ein aktuelles Großereignis statt, so wird Google Suggest daran angepasst. Sollte beispielsweise Borussia Dortmund irgendwann mal wieder Deutscher Meister werden, dann wird einem bei der Eingabe der Wörter „Deutscher Meister“ höchstwahrscheinlich „Dortmund“ vorgeschlagen. Sobald das Ereignis abgelaufen ist, geht es wieder zurück zu den üblichen Vorschlägen.

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Der dritte Faktor sind die lokalen Informationen. Sucht man in Dortmund nach einem Sportverein, werden einem hauptsächlich Sportvereine in Dortmund selbst von der Suchmaschine vorgeschlagen.

Dass es bei Dortmund und auch anderen Städten im Ruhrpott so viele negative Assoziationen gibt, könnte damit zusammenhängen, dass besonders viele so über die Städte der Region denken. Oder sich vielleicht mit einer Google-Suche vom Gegenteil überzeugen wollen.

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