Dortmund liegt beim Kokain-Konsum bundesweit vorne

Abwasser-Studie

Dortmund belegt regelmäßig Spitzenpositionen in diversen Armutsrankings, insofern ist die folgende Erkenntnis überraschend. Deutschlandweit wird die verhältnismäßig teure Droge Kokain am stärksten in Dortmund konsumiert. Mit 421 Milligramm pro tausend Menschen liegt der Kokain-Konsum hier zum Beispiel weit vor München.

DORTMUND

, 19.12.2016 / Lesedauer: 2 min
Dortmund liegt beim Kokain-Konsum bundesweit vorne

Dortmund liegt beim Kokain-Konsum vorne.

Die Ergebnisse wurden nun in einem Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht veröffentlicht. Für die jährliche Untersuchung werden eine Woche lang Abwässer-Proben in Dutzenden Städten aus 18 europäischen Ländern genommen.

Europaweit liegt Dortmund im Kokain-Ranking auf Platz 10, Spitzenreiter sind hier Antwerpen, London und Zürich. Doch nicht nur der Kokainkonsum interessierte die Forscher, auch auf Amphetamine, Methamphetamine und MDMA richteten die Forscher ihr Augenmerk.

Bei Ecstasy im europäischen Mittelfeld

Überraschenderweise fanden sie die europaweit zweitmeisten Amphetaminrückstände (177 Milligramm pro tausend Menschen) im als eigentlich beschaulich geltenden Dülmen im Münsterland, Dortmund kam hier auf den dritten Platz (150,4 Milligramm). Beim MDMA, dass auch Ecstasy genannt wird, liegt Dortmund im europäischen Mittelfeld, Methamphetamine werden hier kaum konsumiert.

Fraglich indes bleibt, ob die Zahlen eine Gesamtgültigkeit für ganz Dortmund haben. Denn die Ergebnisse der Forscher beruhen aus Proben des Emscher-Klärwerks in Deusen. Hier laufen die Abwässer von 370.000 Menschen zusammen. Diese Abwässer werden über die Emscher entsorgt.

Kokain-Konsum in Dortmund

Grob zusammengefasst lässt sich sagen, das die südlichen und östlichen Stadtteile über dieses Klärwerk laufen. Die Abwässer fast aller anderen Stadtteile laufen im Klärwerk Scharnhorst zusammen – ausgenommen davon sind lediglich Ellinghausen und Mengede, ihre Abwässer werden in Bottrop geklärt.

2015 beschäftigte sich ein Artikel der „taz“ mit dem auch damals nachgewiesenen hohen Kokain-Konsum in Dortmund. Der Artikel sieht diesen in Zusammenhang mit der geringen Entfernung Dortmunds zu Belgien und den Niederlanden; über dortige Häfen gelangten die meisten Drogen nach Europa. 

 

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