Dortmund nach dem Shutdown: So ist die Lage auf dem Westenhellweg

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Seit Montag dürfen zahlreiche Einzelhändler in Dortmund wieder ihre Türen öffnen. Anfangs war der Publikumsverkehr in der City noch verhalten. Doch mittags änderte sich die Lage.

Dortmund

, 20.04.2020, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Einzelhändler warten seit Wochen darauf, endlich wieder die Türen ihrer Geschäfte für die Kunden öffnen zu dürfen. Am Montagmorgen (20.4.) war es endlich soweit. Alle Geschäfte, deren Verkaufsfläche die Grenze von 800 Quadratmetern nicht überschreitet, dürfen trotz anhaltender Corona-Krise wieder öffnen. Dennoch blieb der große Kundenansturm am Vormittag zunächst vielerorts aus.

Normalerweise tummeln sich an einem Montagmorgen unzählige Menschen auf dem Westenhellweg. Doch derzeit scheinen alte Gewohnheiten ohnehin völlig unvorstellbar zu sein. So waren es am Montag (20.4.) um 10 Uhr vor allem Lieferwagen und Einlasskontrollen, die das Bild der Dortmunder Einkaufsstraße prägten. Während in manchen Geschäften noch Waren eingeräumt und letzte Schaufenster geputzt wurden, bildeten sich lediglich vor den Filialen der Optiker Apollo und Fielmann erkennbare Warteschlangen.

Kundenverkehr nimmt am Mittag zu

„Wir müssen erst einmal noch Abstandsmarkierungen auf den Boden kleben und Schutzvorrichtungen im Kassenbereich montieren“, erklärt die Verkäuferin eines Modegeschäfts. Man gehe ohnehin davon aus, dass sich der Kundenverkehr an diesem Tag noch in Grenzen halte.

Doch schon am frühen Nachmittag offenbarte der Westenhellweg ein gänzlich anderes Bild. Wüsste man nicht, dass derzeit weltweit eine Ausnahmesituation herrscht, so hätte man auf die Idee kommen können, dass es ein normaler Frühlingstag in Dortmund sein könnte. Wo man am Morgen noch problemlos an den Geschäften vorbeischlendern konnte, musste man sich gegen 13 Uhr schon seinen Weg durch zahlreiche Menschen bahnen.

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„Heute Morgen hatten wir noch den Eindruck, dass wirklich wenige Menschen unterwegs waren, doch mittlerweile ist die Einkaufsstraße wieder richtig voll. Man scheint sich schnell an die veränderte Situation gewöhnt zu haben“, erklärt Ute Gemmeke vom Schuhhaus Vogelsang.

„In den letzten Wochen war hier kaum etwas los“

Diese Einschätzung teilt auch Matthias Hilgering, der das gleichnamige Weinhaus am Westenhellweg betreibt. Obwohl sein Geschäft schon seit längerer Zeit wieder geöffnet ist, haben die vorgenommenen Lockerungen auch Auswirkungen auf seinen Betrieb: „In den letzten Wochen war hier ja kaum etwas los und dadurch, dass viele der Geschäfte jetzt wieder geöffnet haben, sind einfach auch wieder mehr Menschen in der Stadt unterwegs.“

Wichtig sei laut Hilgering, dass man dennoch vorsichtig bleibe: „Es bringt nichts, wenn wir jetzt die Geschäfte wieder öffnen und die Maßnahmen in zwei Wochen wieder zurückgedreht werden müssen, weil die Infektionszahlen in die Höhe gehen. Deshalb sollte man das Ganze mit Bedacht angehen.“

Zahl der Passanten verdreifacht sich

Am späten Nachmittag bot sich in der Dortmunder Innenstadt ein unverändertes Bild. Viele Menschen waren unterwegs und nutzten offenbar die Gelegenheit, nach Wochen des Verzichts wieder durch die Stadt zu schlendern. Insgesamt verdreifachte sich die Zahl der Menschen, die sich auf dem Westenhellweg bewegten, im Vergleich zu den vergangenen Wochen.

Das machte sich auch beim Fotoladen von Oliver Weinert an der Kampstraße bemerkbar: „Wir hätten den ersten Tag der Wiedereröffnung durchaus schlechter erwartet. Trotzdem muss man vorsichtig sein. Wenn wir in 14 Tagen wieder schließen müssten, wäre das wirklich tragisch.“

Derweil ist das Fazit der Einzelhändler nach dem ersten Tag der Wiederöffnung durchaus zwiespältig, wie der Vorsitzende des Dortmunder Cityrings Dirk Rutenhofer unterstreicht: „Für knapp die Hälfte der Händler haben sich die Erwartungen erfüllt. Lediglich ein Betrieb hat uns mitgeteilt, dass seine Vorstellungen sogar übertroffen wurden.“

Schlussendlich bleibe vielfach aber dennoch der Wunsch, dass auch Geschäfte, deren Verkaufsfläche die Grenze von 800 Quadratmetern übersteigt, wieder aufmachen dürfen.

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