Dortmund-“Tatort“: Das ist das Ergebnis des Friedensgipfels von OB Sierau und Jörg Hartmann

rnNach heftiger Kritik

Tatort-Kommissar Jörg Hartmann und Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau haben sich zum Friedensgipfel in Berlin getroffen. Das Gespräch brachte zwei Ergebnisse.

Dortmund

, 16.10.2019, 16:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich war Stillschweigen vereinbart, aber Jörg Hartmann – alias Tatort-Kommissar Peter Faber – hat geplaudert: Am Dienstagabend in der ARD-Talkshow „3 nach 9“ berichtete er aus dem Friedensgespräch, zu dem er sich vor ein paar Wochen mit Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau in Berlin getroffen hatte.

Sierau hatte nach der Ausstrahlung des vorletzten Dortmund-Tatorts „Zorn“ in einem Wutbrief an WDR-Intendant Tom Buhrow von „Mobbing gegenüber einer Stadt, einer Region sowie den dort lebenden Menschen“ geschrieben. Er persönlich hätte nichts dagegen, „wenn Sie den Dortmund-Tatort einstellen und Kommissar Faber und sein Team in den vorzeitigen Ruhestand schicken würden.“

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So eine Klage höre man selten, sagte Talkshow-Moderator Giovanni di Lorenzo – auch wenn man „Kummer gewohnt“ sei. Ja, das habe ihn persönlich getroffen, räumte Faber ein. Er selbst stammt aus Herdecke. „Als Lokalpatriot liegt mir wahnsinnig viel daran, dieser Region und der Stadt Dortmund gerecht zu werden.“ Er sei der Letzte, der die Stadt in den Dreck ziehen wolle.

Hartmann: „Wir sind finster“

Bei dem Gespräch mit Sierau, so Hartmann, habe er versucht, dem OB klarzumachen, dass „ein Film etwas anderes ist“. Und der Dortmunder Tatort sei etwas anderes als der Tatort aus Münster: „Wir sind finster, haben uns für etwas Dreckigeres, Dunkleres entschieden.“

Das Gespräch, erzählte Hartmann, habe zu zwei „konkreten Ergebnissen“ geführt. Wenn das Tatort-Team im nächsten November wieder in Dortmund drehe, werde er mit dem OB „ein Pilsken“ trinken. Außerdem habe Sierau „angeboten, jetzt Faber-Touren durch Dortmund zu organisieren.“ Vielleicht habe Sierau sogar Lust, so Hartmann, Reisegruppen „höchstpersönlich“ zu führen, etwa an Leichenfundorte aus dem Tatort oder an den Phoenix-See.

„Herr Sierau, habe ich das gut gemacht?“

Und dann legte der vielfach ausgezeichnete Schauspieler noch einen Dortmunder Werbeblock ein: „Ich kann nur allen empfehlen, die noch nie im Ruhrgebiet waren: Das Ruhrgebiet ist geil, das Ruhrgebiet ist viel grüner, als man sich das vorstellt. Und auch Dortmund.“ Und er schickte hinterher: „Herr Sierau, habe ich das gut gemacht?“

Auf Nachfrage erklärte Stadtsprecher Frank Bußmann am Mittwoch, diese Idee einer Faber-Tour gebe es tatsächlich: „Mehr gibt es dazu aber nicht zu sagen.“

Lokalpatriot Hartmann rutschte im Laufe der Talkshow ein Berliner Zungenschlag heraus: „Keene Ahnung.“ Augenzwinkernd versuchte er diesen Fauxpas zu retten: „Oh Gott, Herr Sierau, Entschuldigung.“

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