Auf einem Campingplatz ist ein elfjähriger Junge aus Dortmund offenbar schwer sexuell missbraucht worden. © dpa
Bericht über Hinweise im Vorfeld

Dortmunder (11) missbraucht? Campingplatz-Betreiber wehrt sich gegen Vorwürfe

Ein Dortmunder (11) soll auf einem Campingplatz sexuell missbraucht worden sein. Der zuständige Ermittler verrät Details über den Verdächtigen - auch der Betreiber der Ferienanlage äußert sich.

Drei Tage nach seiner Festnahme schweigt der 30-jährige Verdächtige weiterhin zum Vorwurf, einen Elfjährigen aus Dortmund schwer sexuell missbraucht zu haben. Die Erfahrung aus anderen Verfahren zeige, dass er das wohl auch weiterhin tun werde, sagt der zuständige Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Mit seinen Eltern war das Kind in der vergangenen Woche auf einem Campingplatz in Ladbergen zwischen Münster und Osnabrück im Urlaub. Der Angestellte des verpachteten Restaurants auf der Ferienanlage soll den Jungen am Donnerstagabend (5.8.) vom Gelände gelockt und sich an ihm vergangen haben.

Keine anderen Ermittlungsverfahren bekannt

Am Freitag (6.8.) ist der Osnabrücker festgenommen worden und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Andere Gäste der Ferienanlage haben gegenüber dem WDR angegeben, dass der Verdächtige ihnen bereits im Vorfeld negativ aufgefallen sei.

Auf ihre Hinweise, dass sich der Mann merkwürdig verhalte, habe niemand reagiert, heißt es in dem Bericht. Bei dem Mann handelt es sich um einen Aushilfskoch, wie der Oberstaatsanwalt bestätigt. Weder Vorstrafen noch andere Ermittlungsverfahren zu dem Verdächtigen sind Botzenhardt bekannt.

„Die Betreiber des Restaurants sind genauso fassungslos wie wir“, sagt Marc Voßhall aus der Zentrale des Anlagen-Betreibers „Regenbogen“ in Kiel. Entsprechende Kommentare, dass die Verantwortlichen nicht reagiert hätten „treffen uns hart und weisen wir zurück“.

Voßhall betont: „Wann immer Gäste uns einen Grund zur Verständigung der Polizei nannten, haben unsere Mitarbeitenden vor Ort entweder die Polizei verständigt oder den Gästen empfohlen, dies zu tun.“

„Körperliche Auseinandersetzung“ mit einem Gast

Zu den laufenden Ermittlungen habe man mit den Ermittlern vereinbart, keine näheren öffentlichen Stellungnahmen abzugeben und sie in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen. Wie lange der Verdächtige bereits vor Ort angestellt war, kann Voßhall nicht sagen. Vor längerer Zeit habe der Mann mal eine „körperliche Auseinandersetzung“ mit einem Gast gehabt, berichtet er – Zeitpunkt und Grund seien ihm aber nicht bekannt.

Für die Ferienanlage in Ladbergen sind im Internet unterschiedliche Bewertungen zu lesen. 337 Google-Rezensionen bringen im Schnitt 4,1 von 5 Sterne. Die Regenbogen AG betreibt in der gesamten nördlichen Hälfte Deutschlands Ferienanlagen und Campingplätze an 15 Standorten.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
Zur Autorenseite
Kevin Kindel

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.