Voll geständig: Der Angeklagte aus Dortmund neben seinem Verteidiger Dieter Axmann im Essener Landgericht. © Jörn Hartwich
Geständnis

Dortmunder (41) hat 9-jährige Tochter seiner Freundin sexuell missbraucht

Täter und Opfer haben im selben Haushalt gelebt: Ein 41-Jähriger hat vor Gericht gestanden, sich schwer an der Tochter seiner Partnerin vergangen zu haben. Er redete von Ersatzhandlungen.

Die Verlesung der Anklageschrift war noch gar nicht zu Ende, da kochten die Emotionen auch schon hoch. Der Vater eines heute elfjährigen Mädchens schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, kämpfte mit Wut und Tränen. Nur wenige Meter entfernt von ihm saß der Mann, der seine Tochter sexuell missbraucht hat – ein 41-Jähriger aus Dortmund.

Der Angeklagte war der neue Partner seiner Ex-Frau, bis sie ihn aus der gemeinsamen Wohnung geworfen hat. Ihre Tochter hatte alles erzählt. Seit Freitag beschäftigt der Fall das Essener Landgericht.

„Meine Frau war schwanger“

Es passierte immer dann, wenn die Mutter des Mädchens beim Gitarrenunterricht war. Dann war ihr neuer Partner mit der anfangs Neunjährigen, die sie mit in die Beziehung gebracht hatte, allein zu Hause.

Die Missbrauchstaten geschahen vor dem Fernseher, im Kinderbett und unter der Dusche. Im Prozess hat der Angeklagte gleich ein umfassendes Geständnis abgelegt. Den Richtern erzählte er etwas von Ersatzhandlungen: „Meine Frau war schwanger.“ Sie habe damals ihr gemeinsames Kind erwartet – ebenfalls ein Mädchen.

Die Vorwürfe wiegen schwer. Wie es so weit kommen konnte, kann sich der Dortmunder angeblich selbst nicht erklären. Zurzeit mache er eine Sexualtherapie. Pädophile Neigungen könne er für sich aber ausschließen, so Verteidiger Dieter Axmann.

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Gerichtsreporter

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