Junge Familienväter vom Tod bedroht: Dortmunder Ärzte helfen

rnHilfsaktion für Bolivien

Zwei Drittel der Menschen in Bolivien leiden unter der Infektionskrankheit Chagas. In der Endphase führt sie zum Tod. Zwei Ärzte aus Dortmund sammeln Spenden und helfen auf eigene Kosten.

Hörde

, 22.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Oktober ist es wieder soweit: Dr. Ernesto Valverde und seine Mitstreiter vom Verein Deutsche Bolivien-Hilfe brechen wie in jedem Jahr nach Bolivien auf. Seit 13 Jahren implantieren sie in unterversorgten Regionen Chagas-Patienten Herzschrittmacher.

Bereits jetzt beluden sie am St.-Josefs-Hospital in Dortmund-Hörde einen Container mit ausgemusterten medizinischen Geräten und Hilfsmitteln. Darunter sind ein C-Bogen-Röntgengerät, steriles Einmalmaterial und 20 Pflegebetten – komplett mit Matratze und Nachtschränkchen.

„In Bolivien leiden zwei Drittel der Bevölkerung unter der Chagas-Krankheit, einer durch Raubwanzen übertragenen Infektionskrankheit“, erklärt Valverde. „Im chronischen Verlauf der Erkrankung kommt es in der Endphase zu einer Herzvergrößerung, die mit einer erheblichen Leistungseinschränkung einhergeht und schließlich zum Tod führt. Betroffen sind oft junge Familienväter der Landbevölkerung.“

Zwei Hörder Ärzte gründeten Verein

Die Versorgungslage in Bolivien sei vor allem in ländlichen Regionen katastrophal. Ein Versicherungssystem gebe es nicht. Die Bevölkerung sei arm und könne eine medizinische Behandlung nicht bezahlen. Ernesto Valverde ist gebürtiger Bolivianer und kennt die Situation in seiner Heimat nur zu gut.

Junge Familienväter vom Tod bedroht: Dortmunder Ärzte helfen

Vom St. Josefs-Hospital in Hörde ging der Hilfstransport auf die lange Reise nach Südamerika. © Felix Guth

Deshalb hat der ehemalige Oberarzt des St.-Josefs-Hospitals vor acht Jahren mit seinem internistischen Oberarzt-Kollegen Dr. Klaus Krumpiegl den Verein Deutsche Bolivien-Hilfe gegründet. Auf ehrenamtlicher Basis sammelt der Verein Spenden für Hilfslieferungen und organisiert OP-Einsätze.

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Im Oktober reisen die beiden Mediziner wieder auf eigene Kosten nach Südamerika, um zwei Wochen lang Herzschrittmacher zu implantieren. Mit von der Partie sind die Medizintechniker Thomas Sander und Christoph Winkler, die sich vor Ort um Aufbau und Wartung der Geräte kümmern.

Adveniat finanziert den Transport der Hilfsgüter

Adressat der Hilfsaktionen sind katholische Gemeindekrankenhäuser auf dem Land. Versorgt werden mittellose Patienten, die mit dem Chagas-Erreger infiziert sind. Die gespendeten Gerätschaften werden vor Ort von qualifiziertem Personal übernommen.

Für die Vorbereitung, die Rekrutierung und die Nachsorge der Patienten sorgen einheimische Ärzte. Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche, finanziert den aktuellen Transport der Hilfsgüter aus dem Hörder St.-Josefs-Hospital. Weitere Infos gibt es auf der Website der Deutschen Bolivien-Hilfe: www.deutsche-bolivien-hilfe.de.

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