Dortmunder Buchhandlung dreesen-lesen in Brackel hat bereits mehrere Abenteuer bestanden

rnHandel in Brackel

Seit etwas mehr als 100 Tagen gibt‘s die Buchhandlung dreesen-lesen am Brackeler Hellweg 136. Nicht alles lief glatt, aber die Mitarbeiterinnen haben für die Zukunft viel vor.

Brackel

, 19.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Buchhandlung dreesen-lesen am Brackeler Hellweg 136 will künftig auch Lesungen anbieten. Grund genug für ein Gespräch mit Inhaberin Petra Dreesen und ihrer Kollegin Martina Freund.

Hallo Frau Dreesen, hallo Frau Freund, erzählen Sie mehr. Wer ist Autor der Premierenlesung?

Ralf Koss. Er liest am 30. November, einem Samstag, ab 15.30 Uhr aus seinem Buch „111 Orte in Dortmund, die man gesehen haben muss“. Der Eintritt kostet 5 Euro. Wir haben gute Kontakte zum Verlag von Ralf Koss, dem Emons-Verlag.

Gibt es demnächst noch mehr Lesungen?

Ja, auf jeden Fall. Die nächste Lesung steht auch schon fest. Im Februar kommt Felicity Whitmore, die historische Romane schreibt.

Ich sehe hier gar keine Bühne.

Der Autor sitzt auf unserem Autorensofa. Außerdem haben alle Einrichtungsgegenstände Rollen und können verschoben werden. So schaffen wir Platz für viele Stühle. Aber wir planen auch noch andere Veranstaltungen wie „Einschließen und Genießen“. Da können die Leute zwei Stunden lang nach Herzenslust in der Buchhandlung stöbern. Aber wir haben dafür noch keinen Termin. Irgendwann im Januar.

Einschließen? Das ist aber nichts für Leute mit Klaustrophobie, oder?

Naja, die Ausgangstür lassen wir für alle Fälle schon offen.

Dortmunder Buchhandlung dreesen-lesen in Brackel hat bereits mehrere Abenteuer bestanden

Ein 100 Jahre alter Schrank von Petra Dreesens Oma ziert eine Ecke der Buchhandlung. © Andreas Schröter


Sie sind jetzt etwas mehr als 100 Tagen in Brackel. Wie war‘s bisher?

Stressig. Es sind unglaublich viele unvorhergesehene Dinge passiert. Einmal ist einem Buchlieferanten der Schlüssel zu unserem Lagerraum abgebrochen. Da waren 140 Kilogramm Bücher drin, und wir kamen nicht ran. Wir mussten den Kunden sagen: „Ihr Buch ist da, aber wir wissen nicht, wie wir es aus dem Raum holen sollen.“ Einen Wasserschaden hatten wir auch. Dabei ist sogar eine Lampe von der Decke gefallen, weil alles so aufgeweicht war, dass die Fassung nicht mehr gehalten hat. Und einmal hatten wir fünf Tage kein Internet. Das ist für eine Buchhandlung, in der alle Warenbestellungen über das Internet laufen, ganz schwierig.

Aber trotzdem haben Sie noch keinen Nervenzusammenbruch.

Nein, weil wir auch unglaublich viel positiven Zuspruch erhalten. Die Leute sagen, dass sie es toll finden, dass es hier wieder eine Buchhandlung gibt und dass sie unsere Räume hell, freundlich und gemütlich finden.

Es gibt Leute, die behaupten, es sei in einem Vorort wie Brackel schwierig, eine Buchhandlung zu betreiben.

Naja, hier gibt es aber auch viele Leser. Vielleicht wollen die nicht unbedingt die hochintellektuellen Bücher lesen wie die Leser in der Nähe einer Uni, aber gute Unterhaltungslitertur mögen sie auf jeden Fall. Im Moment gibt es in der Literaturbranche ein Klima, das im Grunde freundlich für kleinere Buchhandlungen ist.

Das müssen Sie näher erklären.

Die Verlage werden von den Barsortimentern, von Amazon und auch von Ketten wie Thalia oder der Mayerschen finanziell stark unter Druck gesetzt. Für viele von ihnen ist es daher reizvoller, mit kleineren Buchhandlungen zu verhandeln.

Dortmunder Buchhandlung dreesen-lesen in Brackel hat bereits mehrere Abenteuer bestanden

Auf diesem Sofa werden die Autoren Platz nehmen, die zu Lesungen in die Buchhandlung dreesen-lesen kommen. © Andreas Schröter


Sie haben beide ja früher schon in der Buchhandlung Niehörster gearbeitet. War es für Sie eine Option, diese Buchhandlung einfach zu übernehmen und weiterzuführen?

Nein, die Verkaufsfläche dort war viel zu groß. Man hätte richtig viel renovieren müssen, um das dort weiterzubetreiben.

Ich sehe gerade Ihre Brackel-Ecke ...

Ja, ein Bochumer Künstler hat uns eine Brackel-Tasse und eine Brackel-Collage kreiert. Es gibt auch eine Brackel-Umhängetasche. Stolz sind wir auch auf unseren uralten Oma-Schrank. Der ist ungefähr 100 Jahre alt.

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