Dortmunder Commerzbank gewinnt 3300 Kunden - So steht die Bank zu Negativ-Zinsen für Einlagen

rn150-jähriges Jubiläum

Die Commerzbank feiert in diesem Jahr 150-Jähriges. Zu Beginn des Jubiläumsjahres ziehen deren Dortmunder Chefs eine positive Bilanz und blicken auf die Zukunft – und auf das Coronavirus.

Dortmund

, 04.03.2020, 12:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Commerzbank feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. In vielen Fragen sieht deren neuer Dortmunder Leiter Christian Erber die Bank für die Zukunft gut aufgestellt. Auch, wenn vielleicht erstmal eine Achterbahnfahrt ansteht.

Kostenloses Konto soll bleiben

2019 habe die Commerzbank eine positive Entwicklung genommen. Das Geschäftsvolumen sei um 8,7 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gestiegen. Rund 3300 Netto-Neukunden habe man in Dortmund dazugewonnen.

Christian Erber ist seit Januar Leiter der Dortmunder Niederlassung der Commerzbank, zuständig für Privat- und Unternehmenskunden.

Christian Erber ist seit Januar Leiter der Dortmunder Niederlassung der Commerzbank, zuständig für Privat- und Unternehmenskunden. © Commerzbank

Das liege, so sieht es Christian Erber, ganz wesentlich auch am kostenlosen Girokonto, dass die Commerzbank trotz anhaltender Negativzinsen der Zentralbank noch anbietet. Praktisch heißt das, dass jeder Neukunde, der sein Geld bei der Bank parkt, die Commerzbank erstmal etwas kostet. Das könne die Bank dann aber durch weitere Geschäfte wie zum Beispiel Anlagen ausgleichen.

Insofern gebe es bei der Commerzbank aktuell auch keine Pläne, die Negativzinsen an Kunden weiterzugeben. Allerdings: „Rund 1,2 Milliarden Euro haben die Dortmunder aktuell praktisch unverzinst auf unseren Konten liegen.“ Angesichts von rund 1,5 Prozent Inflation verlieren sie so Geld. Besser sei es, über Anlagen zum Beispiel in Wertpapiere nachzudenken.

Coronavirus ist große Unbekannte

Auch das aktuelle Jahr sei für die Commerzbank zunächst gut gestartet. Dem anhaltenden Bau-Boom und gefragten Anlagen sei Dank. „Die letzte Februar-Woche war dann die schlechteste Börsenwoche seit der Finanzkrise.“ Ausgelöst wurde diese Achterbahnfahrt durch die Verunsicherung wegen des Coronavirus.

Die Commerzbank ist besonders auf den Mittelstand und den Außenhandel ausgerichtet. Rund ein Drittel der deutschen Exporte sei über die Commerzbank abgesichtet, so Marc Werner, Niederlassungsleiter der zur Commerzbank gehörenden Mittelstandsbank West.

Marc Werner ist Leiter der Dortmunder Niederlassung der Mittelstandsbank, die zur Commerzbank gehört. Er ist zuständig für Firmenkunden ab 15 Millionen Euro Jahresumsatz.

Marc Werner ist Leiter der Dortmunder Niederlassung der Mittelstandsbank, die zur Commerzbank gehört. Er ist zuständig für Firmenkunden ab 15 Millionen Euro Jahresumsatz. © Commerzbank

„Manche Kunden merken vom Coronavirus gar nichts, andere haben Probleme, zum Beispiel beim Nachbestellen aus China“, sagt er. Das Virus beschäftige den Dortmunder Mittelstand zwar, es gebe aber keinen starken Einbruch im internationalen Geschäft.

Noch seien die konkreten Folgen des Coronavirus in Dortmund nicht absehbar. Marc Werner hofft aber auf den Nachholeffekt – das beschleunigte Aufholen der Wirtschaft, nachdem eine Krise überstanden ist.

„Bank in der Hosentasche“

Ein 150. Geburtstag ist auch ein Zeitpunkt, um in die Zukunft zu Blicken. Für die Commerzbank heißt die Perspektive „Bank in der Hosentasche“: „Bis Ende 2023 sollen alle Produkte auf dem Smartphone abschließbar sein“, sagt Christian Erber. In den vergangenen drei Jahren habe sich die Zahl der Handy-Überweisungen verzehnfacht. Trotz dieser Digitalisierung, das betont Erber, sollen keine Filialen geschlossen oder an Beratung gespart werden.

Die Digitalisierung ist einer der großen Trends, die die Commerzbank ausmachen. Auch Nachhaltigkeit, der Fachkräftemangel und Internationalisierung seien in Gesprächen mit Kunden immer wieder Thema. Inbesondere für den Mittelstand biete die Commerzbank zu diesen „Megatrends“ Beratungen.

Das geht auch mit einer Aufstockung des Personals einher. Etwa 150 Personen wolle die Commerzbank innerhalb von vier Jahren deutschlandweit einstellen. Sie sollen vor allem als Berater für den Mittelstand eingesetzt werden.

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