Sollte es ab Sommer mehr Freiheiten für Menschen geben, die gegen das Coronavirus geimpft worden sind? Die Meinungen der Dortmunder dazu gehen auseinander. © picture alliance/dpa
Rechte für Geimpfte

Dortmunder diskutieren über Freiheiten: „Es darf keinen Impfzwang geben“

Sollten Geimpfte in Zukunft von coronabedingten Einschränkungen ausgenommen werden? Diese Frage wird nicht nur unter Politikern kontrovers diskutiert. So sehen Dortmunder die Idee.

Es könnte eine der entscheidenden Fragen der näheren Zukunft im Umgang mit der Corona-Pandemie werden: Wo ist es vertretbar, dass vollständige Geimpfte oder Genesene Rechte zurück erhalten? In der Diskussion sind Dinge wie eine Aufhebung der Quarantäne-Pflicht bei Auslandsreisen oder keine Schnelltests mehr beim Friseurbesuch.

Die Dortmunder Entscheidungsträger für den Infektionsschutz haben eine eindeutige – ablehnende – Meinung über den Vorstoß, den einige Politiker beim Impfgipfel von Bundesregierung und Bundesländern am 26. April gemacht hatten.

Scharfe Kritik aus der Verwaltung – Zustimmung bei Bürgern

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken nennt die Diskussion etwa „aus fachlicher und medizinischer Sicht unbegründet“ und hält sie zum jetzigen Zeitpunkt für falsch. Oberbürgermeister Thomas Westphal stieß am Dienstag (27.4.) in eine ähnliche Richtung.

Differenziert und kontrovers diskutieren dagegen die Nutzer der Social-Media-Kanäle dieser Redaktion das Thema. Viele befürworten die Strategie grundsätzlich. Aber es gibt auch die Gegenmeinung.

„Zwei-Klassen-Gesellschaften braucht keiner“

„Natürlich muss es für Geimpften den Wegfall von Regelungen geben“, heißt es in mehreren Kommentaren. „Unsere Freiheit ist im Grundgesetz verankert. So eine Frage überhaupt zu stellen“, schreibt ein anderer Nutzer bei Instagram kurz und knapp.

Dagegen stehen auch Meinungen wie diese: „Zwei-Klassen-Gesellschaften braucht keiner und es kann nicht sein, dass ein Impfzwang entsteht. Jeder sollte es frei entscheiden dürfen. Die sind nichts Besseres, nur weil die geimpft sind.“

An anderer Stelle schreibt eine Nutzerin: „Ist sehr lustig … die Jugend sitzt bis 2059 (bei dem Tempo) zu Hause und darf sich noch nicht impfen lassen.“ Es melden sich auch Jugendliche zu Wort, für die es bisher noch gar keinen Impf-Fahrplan gibt.

„Wer geimpft wird, sollte belohnt werden“

Der Dortmunder Alexander Christoph (35) ist bisher noch nicht geimpft worden. Er wäre wie viele in seiner Altersgruppe aber sofort bereit dazu.

„Wer geimpft wird, sollte belohnt werde und ein Stück Freiheit wieder bekommen. Allerdings sollte man die Strategie mit dem Impfen ändern“, sagt er im Gespräch mit dieser Redaktion. Er findet, dass Menschen mit viel Kontakt wie Kassiererinnen oder Jüngere, die eine Impfung wollen, schneller geschützt werden sollten.

Dass es bei bereits geimpften Personen den Wunsch nach der Rückgewinnung von kleinen Freiheiten gibt, zeigt ein Kommentar einer Instagram-Nutzerin. Sie schreibt: „Wenigstens Eis essen gehen in der Eisdiele oder mal Pommes essen gehen wäre toll.“

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth