Dortmunder E-Tankstelle steht seit Monaten – doch hinfahren kann keiner

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Schon vor Monaten wurde eine E-Tankstelle für Autos vor dem Hallenbad in Lütgendortmund errichtet. Nur: Erreichen kann sie bisher keiner. Die Durchfahrt ist versperrt. Und verboten. Warum?

Lütgendortmund

, 17.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwarz-anthrazit, mehr als mannshoch und ausgestattet mit zwei „Zapfsäulen“ – so steht die E-Tankstelle der italienischen Firma alpitronic schräg vor dem Eingang zum Hallenbad Lütgendortmund. Sie ist ein „Hyper Charger“, eine E-Tankstelle, die eine schnelle Aufladezeit verspricht. Und sie steht dort schon seit dem 1. Juni 2020, wie die Sportwelt gGmbH, Betreiber des Hallenbads, auf Nachfrage mitteilt.

Sie dürfte bereits einigen aufgefallen sein: Spaziergängern, Schwimmern, Anwohnern des benachbarten Neubaugebiets. E-Autofahrer, die die Tankstelle testen möchten, werden sich aber wundern. Drei Hindernisse stehen im Weg: Um die Tankstelle zu erreichen, muss man vom Parkplatz des Bades einen kleinen Weg hochfahren.

Es sind nur ein paar Meter, aber solche, die keiner befahren darf. Das verkündet Verkehrszeichen Nummer 250: Verbot für Kraftfahrtzeuge aller Art. Außerdem ist der Weg eine Feuerwehrzufahrt. Und schließlich ist die Zufahrt an vielen Tagen durch einen weiß-roten Pfeiler schlicht blockiert.

Die E-Tankstelle vorm Hallenbad in Lütgendortmund ist noch gar nicht zu erreichen. Die Zufahrt ist verboten und zudem versperrt.

Die E-Tankstelle vorm Hallenbad in Lütgendortmund ist noch gar nicht zu erreichen. Die Zufahrt ist verboten und zudem versperrt. © Natascha Jaschinski

DEW bindet die Tankstellen ans Stromnetz an

Was soll das? Die Sportwelt erklärt: Die Tankstelle sei schon eine Weile vor Ort, aber noch nicht in Betrieb, so Sprecherin Sonja Schöber. Man errichte gerade vor einigen Bädern der Sportwelt E-Tankstellen. „Wir müssen die technischen Voraussetzungen schaffen“, sagt Schöber. Dann komme der Dortmunder Energieversorger DEW ins Spiel, um die Tankstellen ins Stromnetz einzubinden.

Soweit ist man da aber noch nicht. „Wir sind noch in der Erprobungsphase“, erklärt DEW-Sprecherin Gabi Dobovisek. So eine Anbindung dauere: Erst wenn die Anlage steht, programmiert und getestet ist, könne sie ans Netz. „Ganz zum Schluss fahren wir zur endgültigen Abnahme noch raus“, sagt Dobovisek. Wann es in Lütgendortmund soweit ist, sei noch offen.

Dachsanierung: Ende September schließt das Hallenbad

Ganz so fix wird es nicht gehen, da sind sich Sportwelt und DEW einig: Denn um den 22. September schließt das Hallenbad für mindestens vier Wochen. Das Dach wird saniert. Dann sind auch keine Schwimmer da, die ihr Auto laden wollen.

Das ist aber laut Schöber die Idee hinter der E-Tankstelle: Während der Fahrer oder die Fahrerin sich drinnen auspowert, bekommt das Auto draußen neue Energie. „Für E-Autos des angrenzenden Neubaugebiets ist die Anlage nicht unbedingt gedacht“, sagt sie.

Doch wer auch immer dort tankt – er muss erst mal hinkommen. Schöber verspricht eine unkomplizierte Lösung für die Zufahrt: Sobald die Tankstelle offiziell am Netz ist, werde das Durchfahrt-verboten-Schild erweitert. Um einen kleines Zusatzschild, das besagt: „außer Elektrofahrzeuge“.

Dann muss nur noch der Poller entfernt und Platz für die Feuerwehr gelassen werden.

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