Dortmunder Finanzämter gehen mit Parkkralle auf die Jagd

Steuerschulden?

DORTMUND Um Steuern einzutreiben, gehen die vier Dortmunder Finanzämter neue Wege. Säumigen KFZ-Steuerpflichtigen droht jetzt die Parkkralle.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 15.05.2009, 11:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Parkkralle kam auch schon in Dortmund zum Einsatz.

Die Parkkralle kam auch schon in Dortmund zum Einsatz.

"Vereinzelt", so die Auskunft der vier zuständigen Finanzämter, sei sie schon zum Einsatz gekommen. Einige Städte wollen sogar Ventilwächter einsetzen, die Reifen innerhalb von 600 Metern mit einem kontrollierten Plattfuß lahm legen.

Die Stadt Dortmund nutzt weder Kralle noch Wächter. Letzteren schon mal gar nicht, weil das den örtlichen Geldeintreibern als zu gefährlich erscheint. Pressesprecher Michael Meinders malt das Szenario einer "dichten" Schnettkerbrücke, auf der ein liegengebliebenes Fahrzeug dank Ventilwächter für Total-Chaos sorgen würde.

Krallen werden von den Finanzbehörden auch dann an die Wagen von Sündern geheftet, wenn sie Schulden bei Einkommens-, Lohn- oder Umsatzsteuer haben.Allein in Dortmund 51 Mio. Euro KFZ-Steuer Das fahrbare Blech vor der Haustür ist dem Dortmunder jedenfalls lieb und teuer: Bei jährlich rund 51 Mio. Euro Kraftfahrzeug-Steuern tauchen nur 534.000 Rückstände auf. Über 300.000 Fahrzeuge durchrollen die Stadt.

Wer eine "Kralle" am Reifen findet, sollte gerade Gas geben: Legt er dem Amt nicht innerhalb von drei Tagen einen Zahlungsnachweis vor, kann er sich auf Abschleppen und Verwertung seines Autos einstellen.

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