Gastronomen in Aplerbeck sind verunsichert: Wann müssen sie schließen?

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Schulen, Kitas und Freizeitbetriebe sind wegen des Coronavirus schon geschlossen. Bei den Gastronomen in Aplerbeck ist die Verunsicherung groß – und auch der Frust.

Aplerbeck

, 16.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alle Schulen und Kitas, sowie Freizeiteinrichtungen wie Bars, Clubs, Kinos und Theater in Nordrhein-Westfalen müssen ab dieser Woche wegen des Coronavirus geschlossen bleiben.

Restaurants und Cafés waren davon laut des Erlasses der Landesregierung von Sonntag (15. März) noch nicht betroffen. Am Montag herrschte aber Verunsicherung bei den Gastwirten – und auch bereits jede Menge Frust.

„Wir hatten heute gerade einmal zwei Gäste hier“, beklagt Giorgio Tatic, Inhaber des Restaurants Linguini in Aplerbeck.

Kaum Gäste zum Mittagstisch

Eigentlich sollte der Mittagstisch des urigen Lokals an der Rodenbergstraße am Montag (16. März) gut besucht sein, doch eine solche Besucherflaute hat der Gastronom an einem sonnigen Tag noch nie erlebt.

Gastronomie in Aplerbeck sorgt sich vor Corona-Virus

Die Läden im Rodenberg Center kann wohl laut Geschäftsführer Wolfgang Erbach geöffnet bleiben. Der Komplex gelte offiziell nicht als Einkaufszentrum im Sinne des Regierungserlasses. © Marc D. Wernicke

„Wenn das lange so weiter geht, bricht uns das ganze System auseinander“, fürchten Tatic und seine sieben Mitarbeiter im Linguini. Allein acht Veranstaltungen in den kommenden Tagen habe er absagen müssen, da sie für mehr als zwölf Teilnehmer gebucht waren.

„Am liebsten wäre es mir, wenn die NRW-Regierung auch für Restaurants so bald wie möglich eine allgemeine Schließung bestimmt“, so Tatic. Denn nur dann, so seine persönliche Einschätzung, wären Entschädigungen wegen höherer Gewalt denkbar.

Bis dahin will er das Linguini trotzdem geöffnet lassen. Ähnlich sieht es auch Sarah Mönnig. Die Mitarbeiterin des Café Allegretto an der Köln-Berliner-Straße hat bereits seit einigen Tagen einen Kundenrückgang festgestellt.

Gastronomen in Aplerbeck sind in der Corona-Krise verunsichert

Am Montagnachmittag waren an der Köln-Berliner-Straße deutlich weniger Menschen unterwegs als sonst. Kinder und Jugendliche waren aufgrund der allgemeinen Schulschließung kaum zu sehen. © Marc D. Wernicke

„Gerade als kleines Café kann es einem schnell das Genick brechen, wenn man zu bleibt“, befürchtet die Angestellte. Noch laufe der Betrieb und zum Schutz gegen das Virus stünden zusätzliche Toilettentücher und Desinfektionsmittel bereit.

Heiraten „bevor alles zusammenbricht“

Auch im Umfeld des Cafés an der Köln-Berliner-Straße war die Sorge vor dem Virus in Aplerbeck am Montag zu spüren.

Busse, die sonst am Nachmittag voll mit Schülern sind, boten noch viel Platz und viele Fußgänger wirkten so, als hätten sie es seit dieser Woche noch etwas eiliger auf ihren Wegen in der Öffentlichkeit.

Einzig eine kleine Hochzeitsgesellschaft auf dem Marktplatz ließ sich ihre gute Stimmung scheinbar nicht verderben. „Da heiraten noch welche, bevor hier alles zusammenbricht“, kommentiert ein Beobachter scherzhaft im Vorbeigehen.

Eine weitere Gastronomie, die von der wachsenden Verunsicherung betroffen sein dürfte, ist der Ratskeller direkt neben der Verwaltungsstelle.

Gastronomie in Aplerbeck sorgt sich vor Corona-Virus

Eine Musikveranstaltung im Ratskeller Ende März wurde abgesagt. © Marc D. Wernicke

Montags ist dort Ruhetag und im Schaukasten weist lediglich ein Aushang darauf hin, dass am 28. März eine Musikveranstaltung ausfällt.

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