Dortmunder Graffiti-Künstler zeigen ihre besten Fotos und Videos in einer Ausstellung

rnGraffiti-Ausstellung

Im Unionviertel zeigt ein kreatives Kollektiv seine Graffiti-Arbeiten. Die Ausstellung eröffnet am Freitag. Noch können sich andere Street-Art-Künstler dem Kollektiv anschließen.

Unionviertel

, 27.08.2019, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese Ausstellung bringt gleich mehrere Facetten der Kunst mit sich und beschäftigt sich mit einem Thema, das so provokant wie interessant ist: Graffitikunst. Neben den übergeordneten Themen Urban Art und Graffiti, die mit verschiedenen Medien- und Kunstformen analog und digital präsentiert werden, geht es auch um ein neues Künstlernetzwerk und Kollektiv, namens „Man kennt sich“.

Und es geht um die Sichtbarmachung einer subkulturellen Bewegung, die in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals keine Beachtung findet oder mit Vorurteilen behaftet ist. „Wir wollen als Künstler nicht ungesehen bleiben“, sagt Marc Kemper, Künstler und Kurator der Ausstellung. Im Schwarzwaldurlaub Ende 2018 kam Kemper die Idee zu dem Künstlerzusammenschluss und der dazugehörigen Ausstellung. Er schrieb das Konzept für die künstlerische Kooperation, fand den Ausstellungsort und akquirierte Fördergeld des Kulturministeriums.

Einzigartige Graffiti-Ausstellung

Das Ergebnis ist nicht nur die Ausstellung „Ungesehene Produktivität – Romanze der groben Authentik“ in der Streetart Gallery, sondern auch das Künstlernetzwerk „Man kennt sich“. Mit der Ausstellung und dem Kollektiv möchte Kemper „der lokalen, urbanen Dortmunder Kunstszene die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und entsprechende Netzwerke zu knüpfen".

Der Name des Künstlernetzwerkes „Man kennt sich“ ist eine Phrase aus der Dortmunder Nachtkultur. Sie spielt mit der Mehrdeutigkeit, dass man sich kennt, sich schätzt oder man Bescheid weiß. Das Wortspiel ergibt mit dem Ausstellungsnamen einen kleinen Blick in die Welt der Graffitiszene.

Mit vier Kreativen ist die Ausstellungspremiere am 30. August ein provokanter, aber authentischer und künstlerisch anspruchsvoller Start. Mit den Künstlern „A.elementar“, „Kasino“, „Konrad B.“ und „Callmemarc“, Letzterer ist Kemper selbst, gibt es einen spannenden Mix aus analogen und digitalen Werken mit Kunstaktionen im urbanen Raum.

Neues Künstlerkollektiv gegründet

Während sich „A.elementar“ als Fotografin mit urbanem, nächtlichem Stadtleben befasst, präsentiert „Konrad B.“ dokumentarische Farbdrucke aus dem Risografen. „Kasino“, als einer der aktivsten Zugmaler Dortmunds, stellt Fotos und Objekte seiner künstlerischen Tätigkeiten aus. Kemper hingegen inszeniert eine Videoinstallation, die mit alten Fernsehern gezeigt werden.

Interessant ist, dass sich alle Künstler aufeinander beziehen und ihre Werke teilweise aufeinander aufbauen. In Gänze werden Geschichten über kamikazehafte Graffiti-Aktionen erzählt, über die nächtliche Welt der Graffitikultur – authentisch, rough, emotional, provozierend und ehrlich.

Die Ausstellung soll aber erst der Beginn für den Künstlerzusammenschluss sein, der offen für weitere Akteure ist. Aktuell umfasst das eigentliche Kollektiv „Man kennt sich“ etwa 15 Personen. „Ich möchte mit meiner Initiative versuchen, ein neues Netzwerk zu schaffen, welches sich gegenseitig inspiriert und vor allem im aktuellen digitalen Wandel im menschlichen Austausch bleibt“, so Kemper. Mit diesem Diskurs zwischen analogem und digitalen spielt auch die Ausstellung – und es geht natürlich um die Sichtbarmachung der Graffiti-Kunst.

Dortmunder Graffiti-Künstler zeigen ihre besten Fotos und Videos in einer Ausstellung

Die Ausstellungsgruppe des Kollektivs „Man kennt sich“: „Callmemarc“ (v.l.), „Kasino“, „Konrad B.“ und „A.elementar“, die ihre Exponate in der Streetart Gallery präsentieren. © Didi Stahlschmidt

Im Moment arbeitet das Kollektiv noch an einem Podcast und weitere Ausstellungen, Kunstaktionen oder gar Künstlermärkte sind angedacht. Doch erst einmal wird an der Ausstellungspremiere des Kollektivs getüftelt, das zwei Wochen in der Streetart Gallery zu Gast sein wird. Der Abend der Vernissage ist bei freiem Eintritt unterlegt mit Livemusik von vier DJs und einer musikalischen Mischung aus Memphis Phonk und Trap.

Die Vernissage ist am 30. August um 20 Uhr in der 44309 Streetart Gallery, Rheinische Straße 16. Vom 30. August bis 12. September ist die Ausstellung dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 15 bis 17 Uhr zu sehen.
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