Dortmunder Handwerk produziert 20.000 Behelfsmasken für die Stadt

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In Zeiten von Corona satteln zehn Dortmunder Handwerksunternehmen bei der Produktion um: Statt Gardinen, Kleider und Polster nähen sie jetzt Behelfsmasken – für einen einzigen Abnehmer.

Dortmund

, 09.04.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Weil im Kampf gegen das Coronavirus häufig Schutzausrüstung fehlt, hat das Dortmunder Handwerk gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung eine „Näh-Aktion“ gestartet. Beteiligt sind neben der Stadt Dortmund die Raumausstatter-Innung Dortmund und Lünen und die „Innung modeschaffendes Handwerk mittleres Ruhrgebiet“ der Kreishandwerkerschaft Dortmund-Lünen.

Zehn Unternehmen aus dem Bereich Maßschneiderei und Raumausstattung stellen fortan ihren Betrieb um und nähen statt Gardinen, Kleider und Polster nun Behelfs-Mund-Nase-Masken.

„Mindestens 20.000 Masken liefern wir in den ersten vier Wochen“, erklärt Ludgerus Niklas, der als Geschäftsführer der Innungen und stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft das Projekt gemeinsam mit der Stadt Dortmund initiiert und seine Koordination übernommen hat.

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„Wir haben hier die nötige Kompetenz, um das umzusetzen und somit einen Beitrag dafür zu leisten, dass sich das Virus nicht ungehemmt weiterverbreitet. Die beteiligten Betriebe haben sich sehr schnell bereit erklärt, sich an diesem Projekt zu beteiligen“, sagt Jan Lübke, Geschäftsführer der Lübke GmbH & Co. KG.

Für den Bereich systemrelevanter Berufe

Die Behelfs-Mund-Nase-Masken haben eine Barrierefunktion und können insbesondere im Fall einer noch unerkannten Infektion ein Weiterverbreiten verhindern. Die von den Innungsbetrieben hergestellten Masken werden Menschen, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, zur Verfügung gestellt.

„Dass die Unternehmen sich solidarisch zeigen und spontan ihre Produktion angepasst haben, ist ein positives Zeichen und ein Beleg für den Zusammenhalt der Gesellschaft“, so Birgit Zoerner, Leiterin des Krisenstabes der Stadt Dortmund.

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Der drastisch gestiegene Bedarf an Schutzartikeln, insbesondere an Masken, mache deutlich, dass globale Lieferketten in Krisen anfällig werden. Diese Situation rufe lokale Lösungen auf den Plan.

„Wenn globale Lieferketten nicht mehr zuverlässig funktionieren, müssen wir lokale Lieferketten aufbauen. Damit haben wir jetzt begonnen“, sagt Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund. So leiste das Handwerk einen wichtigen Beitrag dafür, die lokale Wirtschaft und allen voran die systemrelevanten Bereiche auch während der Corona-Pandemie am Laufen zu halten.

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