Dortmunder Hauptbahnhof musste komplett geräumt werden

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Mehrere Hundert Reisende mussten vor dem Dortmunder Hauptbahnhof auf die Sprengung warten. © Timo Pianka
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Hunderte Bahn-Reisende waren am Sonntagnachmittag zeitweise am Dortmunder Hauptbahnhof gestrandet: Ein herrenloser Koffer sorgte für die Evakuierung des Gebäudes. Auch nach der Entschärfung am Nachmittag waren die Folgen im Bahnverkehr noch bis in den Abend spürbar.

Einige Stunden vergingen zwischen Fund des Gepäckstücks und der Entwarnung: Laut der Bundespolizei war gegen 12.45 Uhr am Gleis 26/31 ein Koffer gefunden worden. Dieser konnte niemandem zugeordnet werden, niemand meldete Besitzansprüche an.

Die Reisenden mussten den Bahnhof verlassen und verharren nun auf dem Vorplatz. Aktuell läuft die Entschärfung. © Timo Pianka © Timo Pianka

Das hatte zur Folge, dass gegen 15.25 Uhr dann der gesamte Dortmunder Hauptbahnhof evakuiert werden musste. Zuvor waren Entschärfer angefordert worden. Diese kamen extra vom Düsseldorfer Flughafen angereist.

Laut Bundespolizei-Pressesprecher Armin Roggon sei es normal, dass zwischen dem Fund eines herrenloses Gepäckstücks und Evakuierung so viel Zeit vergehen kann.

„Das ist eine Bewertung der Beamten vor Ort. Der Dienstgruppenleiter der Wachmannschaft vor Ort entscheidet in so einer Situation, ob Fachleute hinzugezogen werden müssen oder nicht“, so Roggon. Bis zum Eintreffen würde die Sicherheit der Reisenden durch eine sogenannte leichte Absperrung mit Flatterband gewährleistet.

Reisender meldete sich wegen Koffer

Nach der Evakuierung gegen halb vier dann beschossen die Entschärfer das Gepäckstück mit einer Wasserkanone. Dabei stellte sich heraus: Der Koffer war lediglich gefüllt mit Kleidung. Daraufhin konnte gegen 16.35 Uhr Entwarnung gegeben werden. Die Sperrung wurde wieder aufgehoben.

Die Entschärfung übernahmen Fachleute des Bundespolizei. Sie wurden extra vom Flughafen Düsseldorf herangezogen. © Bastian Pietsch © Bastian Pietsch

Wie Bundespolizei-Sprecher Armin Roggon berichtete, hatte sich während des Einsatzes auch der mutmaßlicher Besitzer des Gepäckstücks bei der Bundespolizei gemeldet. Dabei handelt es sich wohl um einen Reisenden. Die Beamten prüften am Sonntagnachmittag, ob der Koffer wirklich dem Mann gehörte. „Er konnte das Gepäckstück ziemlich genau beschreiben“, so Roggon.

Der aus Rumänien stammende Mann habe bei einer ersten Vernehmung erklärt, dass er die Durchsagen auf Deutsch und Englisch nicht verstanden habe. Roggon erklärte, dass es dennoch unklar sei, warum der mutmaßliche Inhaber des Koffers sich erst gegen 16.20 Uhr, zum Zeitpunkt der Entschärfung, bei der Polizei gemeldet hat.

Der Einsatz hatte für den Bahnverkehr Folgen. Erst um 16.48 Uhr wurden die Strecken wieder freigegeben, nachdem sie zuvor für die Entschärfung gesperrt worden waren. Soweit möglich wurde laut einem Sprecher der Deutschen Bahn der Fernverkehr umgeleitet. Der Verkehr, der nicht mehr umgeleitet werden konnte, wartete auf der Strecke auf die Einfahrt in den Bahnhof. Dadurch entstanden Verspätungen von teilweise mehr als einer Stunde. Das war auch später am Abend noch spürbar. Der Nahverkehr indes konnte wenden – und in der normalen Taktung zumindest den Rückweg vergleichsweise pünktlich schaffen.