Der Dortmunder Lukas Brenne wurde dritter bei einer Europameisterschaft in Graz. © Frank Erpinar
Wettkampf

Dortmunder holt Bronzemedaille bei ungewöhnlicher Europameisterschaft

Drei Tage lang stand der Dortmunder Lukas Brenne permanent unter Stress, dann war klar, er gewinnt Bronze – und das bei einer eher ungewöhnlichen Europameisterschaft. Es ist nicht seine erste Auszeichnung.

Europameisterschaften werden in ganz unterschiedlichen Disziplinen ausgetragen – normalerweise verbindet man sie aber eher mit sportlichen Wettkämpfen. Doch auch im Handwerk messen sich junge Menschen und kämpfen um den Europameister-Titel.

Der Dortmunder Lukas Brenne trat bei den „Euroskills“, der Europameisterschaft der Berufe, in Graz für Deutschland an – und brachte eine Bronzemedaille zurück ins Ruhrgebiet.

Denn er hat den dritten Platz in der Wettkampfdisziplin „Kälte- und Klimatechnik“ gemacht. Dafür musste der 23-Jährige, der bei der Dortmunder Firma „Sahara Kältetechnik“ in Holzen arbeitet, innerhalb von drei Tagen mehrere Module bauen, die er dann zu einer Kälteanlage zusammensetze.

Jeden Tag arbeitete er acht Stunden lang an dem Projekt – unter erheblichem Zeitdruck.

Auf Arbeitssicherheit legte die Jury viel wert.
Auf Arbeitssicherheit legte die Jury viel wert. © WorldSkills Germany / Anja Jungnickel © WorldSkills Germany / Anja Jungnickel

Nur drei Teilnehmer schafften es in der Zeit

Nur Brenne und zwei weitere Teilnehmer schafften es, überhaupt fertig zu werden. „Als es vorbei war, war mein erstes Gefühl Erleichterung. Das war drei Tage lang purer Stress, der in dem Moment von mir abgefallen ist“, erzählt Lukas Brenne.

Diesen drei anstrengenden Tagen in Graz mit 400 Teilnehmern aus 22 Nationen gingen weitere intensive Trainingswochen im IKKE-Ausbildungszentrum in Duisburg voraus, für die Brenne von seiner Firma, einem 5-Mann-Betrieb, freigestellt worden war. Für die Unterstützung ist Brenne dankbar, sagt er.

Lukas Brenne (Mitte) wurde am letzten Wettkampf der Euroskills von seinen beiden Chefs Pascal Zigawe, (l.) und Gerrit Krause (r.) unterstützt.
Lukas Brenne (Mitte) wurde am letzten Wettkampf der Euroskills von seinen beiden Chefs Pascal Zigawe, (l.) und Gerrit Krause (r.) unterstützt. © privat © privat

Seine beiden Chefs besuchten ihn am dritten Wettkampftag in Graz, um ihn anzufeuern. Eine Medaille zu holen, war das auserkorene Ziel des 23-Jährigen. Schon bei der Weltmeisterschaft der Berufe 2019 in Kasan war er mit einer Exzellenzmedaille ausgezeichnet worden. Diesmal konnte er noch einen draufsetzen.

Brenne hat sich schon eine neue Herausforderung gesucht

Bei der Bewertung seiner Anlage achtete die Jury auf verschiedene Aspekte, etwa wie akkurat der 23-Jährige gelötet hat, vor allem aber, ob alles funktioniert. Auch die Arbeitssicherheit ist ein wichtiges Kriterium gewesen. In der Kältetechnik werden verschiedene Chemikalien eingesetzt. Wird dabei im Wettbewerb nicht die richtige Schutzkleidung getragen, gibt es Punktabzug.

In Graz war Brenne einer von zwölf Deutschen, die einen Podestplatz ergattern konnten. Eine weitere Medaille wird für den 23-Jährigen in der Zukunft aber nicht mehr hinzukommen. Beim nächsten Wettbewerb in zwei Jahren ist er zu alt. Die Europameisterschaft und Weltmeisterschaft der Berufe ist nur für unter 25-Jährige.

Lukas Brenne hat sich aber schon eine neue Herausforderung gesucht und strebt nach einem anderen Titel: Am 5. November beginnt er seine Ausbildung zum Meister.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland