Dortmunder macht mit 17 seinen Bachelor in Mathe

Jüngster Masterstudent

John Grosser ist Dortmunds jüngster Masterstudent. Jetzt nahm der 17-Jährige aus den Händen von Professor Stefan Turek seine Bachelor-Urkunde im Fach Mathematik entgegen. Grosser hatte über die "Schüler-Uni" neben seinem Abitur schon die Mathe-Prüfungen an der Uni abgelegt.

DORTMUND

24.11.2016, 11:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erhielt seine Bachelor-Urkunde: John Grosser mit Prof. Turek, Dekan der Fakultät für Mathematik, und Dr. Irene Szymanski von der Zentralen Studienberatung der TU Dortmund.

Erhielt seine Bachelor-Urkunde: John Grosser mit Prof. Turek, Dekan der Fakultät für Mathematik, und Dr. Irene Szymanski von der Zentralen Studienberatung der TU Dortmund.

Schon seit seinem 13. Lebensjahr besuchte John Grosser Mathematik-Vorlesungen und -Seminare an der TU - als einer der etwa 2000 Schüler, die seit Einführung der Schüler-Uni neben der Schule schon zur Universität gehen. Aktuell sind es 80 Überflieger, die bereits studieren, obwohl sie ihr Abitur teilweise noch nicht einmal angefangen haben.

Parallel zu seinen Abiturklausuren schrieb John Grosser seine Bachelorarbeit. Damit ist er der zweite Schüler, der sein Abitur praktisch gleichzeitig mit einem Uni-Abschluss verbunden hat. Einige seiner Leistungen wurden sogar mit 1 bewertet. Und er hat noch mehr vor: Seinen Master will er in nur einem Jahr durchziehen.

Bedeutet: Alle Pflichtseminare in diesem Wintersemester abhaken und im Sommersemester 2017 die Nebenfächer abschließen und die Masterarbeit schreiben. Sollte das gelingen, könnte er mit 18 Jahren die Promotion beginnen, die er sich vorgenommen hat.

"Outgesourcte" Begabtenförderung

Für John Grosser ist die Schüler-Uni eine Art "Outsourcing" der Förderung von Schülern, die auf bestimmten Gebieten begabt sind. "Eine solche zusätzliche Qualifizierung ist an den Schulen gar nicht möglich", findet er - die Schulen seien zu klein, die Lehrer hätten keine Zeit für eine solch vertiefende Zusatzqualifikation von Schülern.

Zwar sei der Uni-Stoff anfangs schwer gewesen, "aber das hat mich angespornt, mich intensiv in die Themen einzuarbeiten", sagt er. Allzu sehr scheint das seine Lebensführung aber nicht eingenommen zu haben: John Grosser schloss sein Abitur mit 1,0 ab, ist im Schachverein in Meschede aktiv, leitet ein Fahrradprojekt für Geflüchtete in Meschede und engagierte sich für die "Democrats abroad".

"Democrats abroad"

Der 17-Jährige ist zwar in Deutschland geboren, hat aber die amerikanische Staatsbürgerschaft, da seine Mutter aus den USA kommt. Die "Democrats abroad" wollen sich stark machen für die Demokratische Partei in den USA, sie adressieren die im Ausland lebenden US-Amerikaner, bei der Wahl ihre Stimme abzugeben. "Wir rufen sie an", sagte Grosser im Oktober in einem Gespräch mit dieser Redaktion. "Das sind Anrufaktionen, mit denen wir die Amerikaner an die Wahl erinnern. Wir sagen Ihnen: Vergesst nicht, euch für die Wahl zu registrieren. Vergesst nicht, euren Stimmzettel zu beantragen. Vergesst nicht, euren Stimmzettel rechtzeitig abzugeben."

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