Dortmunder Metall-Diebesbande steht vor Gericht

Beutezüge quer durchs Land

Über eine Million Euro Schaden soll eine mehrköpfige Diebesbande bei ihren Raubzügen angerichtet haben. Buntmetall war die bevorzugte Beute der acht Angeklagten, die sich seit Dienstag vor dem Landgericht Detmold verantworten müssen. Zum Verhängnis wurden ihnen ihre Handys.

DORTMUND

von Ulrich Pfaff

, 12.04.2016 / Lesedauer: 2 min

87 Taten umfasst die 28-seitige Anklageschrift. Die Tatorte reichen von Bochum bis Salzgitter und von Lüdenscheid bis Osnabrück. Des schweren Bandendiebstahls werden die aus Bulgarien stammenden Männer im Alter zwischen 25 und 43 Jahren beschuldigt, als Drahtzieher gilt ein 37-Jähriger, der zuletzt – wie mehrere andere Angeklagte auch – im Dortmunder Norden lebte.

Die Bande, die in Untersuchungshaft gewandert ist, soll zwischen März 2014 und dem September 2015 in wechselnden Zusammensetzungen und mit noch nicht ermittelten weiteren Kumpanen tätig gewesen sein.

Sachschaden oft höher als der Wert der Beute

Das Muster der ihnen vorgeworfenen Taten war stets ähnlich: Die Bandenmitglieder suchten Firmengelände auf, durchtrennten Zäune, brachen Türen auf, schlugen Fenster ein. Lösten sie Alarm aus oder wurden überrascht, flohen sie ohne Beute. Fanden sie kein Kupfer, Messing oder andere Edelmetalle, nahmen sie auch anderes mit. Oft war der angerichtete Sachschaden höher als der Wert der Beute.

Schwerpunkte lagen im östlichen Ruhrgebiet und westlichen Sauerland. Auch in Dortmund und Umgebung schlugen die Täter zu. In Hagen transportierten sie bei mehreren Taten im März 2015 einige Tonnen Metall und Maschinen im Wert von fast 75.000 Euro ab, in Dortmund im September 2015 Messing für 10.000 Euro. In Schwerte und Kamen machten sie Beute im Wert von über 40.000 Euro.

Alle Angeklagten schweigen

Zum Verhängnis wurde der Bande die Auswertung von Handydaten: Die Polizei im Kreis Lippe hatte nach Einbrüchen in Firmen in Leopoldshöhe die Ermittlungen aufgenommen, Ende September 2015 war die Zeit reif: Beim Zugriff der Polizei auf der B1 bei Dortmund wurden sieben Tatverdächtige festgenommen, in den Fahrzeugen befand sich noch Beute. Alle Angeklagten schweigen. Vorerst sind drei weitere Verhandlungstage angesetzt. 

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