Dortmunder nach Anschlag in Istanbul wieder bei Bewusstsein

Drei Freunde

Sie wollten den Jahreswechsel gemeinsam im Istanbuler Nachtclub "Reina" feiern und posteten um Mitternacht ein fröhliches Foto bei Facebook. Über eine Stunde später fielen die Schüsse. Drei Freunde aus Dortmund erlebten und überlebten den Anschlag. Einer von ihnen wurde lebensgefährlich verletzt.

DORTMUND / ISTANBUL

, 01.01.2017, 19:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder nach Anschlag in Istanbul wieder bei Bewusstsein

Eine junge Frau legt am 101.2017 in der Nähe des Tatortes in Istanbul Blumen nieder.

Aktualisierung Montag, 10.55 Uhr: "Unser Bruder ist wach"

Eine gute Nachricht für die Freunde des anfangs lebensgefährlich verletzten Lütgendortmunders: "Unser Bruder ist wach geworden. Ihm geht es gut", schreibt einer der beiden Freunde, die mit dem 26-Jährigen nach Istanbul geflogen sind, um im Reina-Nachtclub den Jahreswechsel zu feiern. Bei einem Anschlag sind dort in der Neujahrsnacht 39 Menschen getötet worden. Der Dortmunder Volkan Baran hat Kontakt zu den Betroffenen aus Dortmund.

"Das war ein Angriff auf westliche Lebenswerte. Diese bekannte Diskothek wird von vielen Touristen besucht, die dort ausgelassen feiern. Nur 500 Meter entfernt ist eine ebenso populäre Diskothek, die hauptsächlich von Inländern besucht wird. Der Reina-Nachtclub ist für die Tar gezielt ausgesucht worden", sagte Volkan Baran über die Tat. Religiöse Hardliner hätten in der Türkei in den Tagen zuvor Flugblätter verteilt und das Weihnachtsfest und Silvesterfeiern verteufelt. Volkan Baran: "Da ist viel provoziert und von der Polizei geduldet worden."

Die Anteilnahme unter den Türken in Dortmund sei sehr hoch. Viele in Dortmund lebende Türken hätten Verwandte in Istanbul. Entsetzt reagierte Volkan Baran auf türkische Hass-Kommentare im Internet. Eine radikale Minderheit im Internet rechtfertige den Anschlag auf die Diskothek.

So haben wir am Neujahrs-Abend berichtet:

Bei dem Anschlag auf einen Nachtclub in Istanbul in der Türkei ist in der Neujahrsnacht ein 26-Jähriger aus Lütgendortmund lebensgefährlich verletzt worden. Er und seine zwei mitgereisten 25-jährigen Freunde wohnen in Dortmund. Sie waren für die Silvesterfeier in den Nachtclub am Bosporus geflogen.

Ärzte konnten das Leben des 26-Jährigen in mehreren Operationen retten. Einer der beiden Freunde wurde von dem Attentäter mit einem Streifschuss verletzt. Der Dritte erlitt keine Schussverletzung. Auch er erlebte das Geschehen hautnah. 

Borsigplatz, Unionviertel, Lütgendortmund

Bei dem Anschlag in der Diskothek wurden mindestens 39 Menschen getötet. SPD-Ratsmitglied Volkan Baran kennt einen der beiden 25-Jährigen und dessen Vater persönlich. Der junge Mann wohnt am Borsigplatz in der Nordstadt, sein Freund an der Rheinischen Straße im Unionviertel. Der lebensgefährlich verletzte 26-Jährige wohnt seit mehreren Jahren in Lütgendortmund. Aufgewachsen ist er in Herne.

Die Eltern des lebensgefährlich Verletzten aus Lütgendortmund sind nach Istanbul geflogen. Volkan Baran hat Kontakt zu ihnen. Er sagte gestern Abend, dass die Rückreise der drei jungen Männer aus Dortmund noch nicht organisiert sei. Die beiden 25-Jährigen wollen ihren schwer verletzten Freund nicht alleine lassen.

Bereits am 10. Dezember 2016 gab es in Instanbul einen Anschlag mit vielen Toten:

 

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