Dortmunder Neonazi muss zwei Jahre ins Gefängnis

Volksverhetzung

Der Dortmunder Neonazi Christoph Drewer ist in Münster zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der rechtsradikalen Splitterpartei "Die Rechte" wurden volksverhetzende Äußerungen während einer Demonstration in Münster im März 2012 zum Verhängnis.

DORTMUND/MÜNSTER

, 27.01.2016, 14:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dortmunder Neonazi muss zwei Jahre ins Gefängnis

Ein Bild von der Demo in Münster im März 2012: Die Haltung der Münsteraner zu den Neonazis waren entlang der Wegstrecke überall zu lesen.

Vom Amtsgericht Münster war der Angeklagte zuvor freigesprochen worden. Das Landgericht Münster sah es aber nun als erwiesen an, dass Drewer während der Demo eine "antisemitische Rede" gehalten hat. Es verurteilte ihn wegen Volksverhetzung zu zwei Jahren Haft. So bestätigt es Gerichtssprecher Dr. Daniel Stenner.

In die Strafbemessung sei auch eine frühere Bewährungsstrafe des Amtsgerichts Dortmund eingeflossen. Zwei Monate der Haftstrafe gelten als bereits verbüßt.

Revision gegen das Urteil ist möglich

Laut Dr. Stenner wurde gegen das Urteil, das in erster Instanz vom Amtsgericht gefällt wurde, von der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Diese Berufung wurde nun am Landgericht verhandelt. Gegen das Urteil einer zweijährigen Haftstrafe ist, so Dr. Stenner, eine Revision möglich. Das heißt, der Fall kann eventuell auch noch ein weiteres Mal verhandelt werden.

Bei der Nazidemo im März 2012 waren rund 300 Rechtsradikale durch den Norden der Stadt gezogen. Rund 5000 Menschen hatten damals gegen den Aufmarsch protestiert. Es gab 24 Festnahmen wegen Körperverletzungen und 50 Platzverweise. 32 Personen landeten im Polizeigewahrsam, 62 erhielten Platzverweise. Insgesamt blieb der Protest gegen die Nazis aber friedlich.

 

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