Diskussionsrunde: Was Dortmunds OB-Kandidaten für die Kultur tun wollen

rnFördervereine stellten Fragen

„Wie hältst du‘s mit der Kultur?“ wollten die drei großen Dortmunder Kulturfördervereine von drei der Oberbürgermeister-Kandidaten wissen. Das Ergebnis der Diskussion war überraschend.

Dortmund

, 27.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Offenbar müssen sich die Dortmunder Kultureinrichtungen und -freunde keine Sorgen um die Zukunft machen. Große Einigkeit herrscht bei den drei Oberbürgermeister-Kandidaten von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen über die Bedeutung der Kultur. Und eine einvernehmliche Bereitschaft, die Kultur zu unterstützen.

So klang es jedenfalls bei der Fragerunde „Wie hältst du’s mit der Kultur“, zu der die drei großen Kultur-Fördervereine, die Theater- und Konzertfreunde, die Ballettfreunde und die „Dortmunder für ihr Schauspiel“, am Dienstagabend (25.8.) in den Industrieklub eingeladen hatten.

So viel Publikum wie noch nie

Rund 100 Besucher waren – unter Corona-Bedingungen – dabei. Und die Spartenchefs der Theater und der Konzerthaus-Intendant. Es war die bislang größte Präsentation der Kandidaten vor Zuschauern.

Zehn Fragen stellte Moderator Matthias Langrock, Redakteur der Ruhr Nachrichten. Zehn Mal bekam er von Andreas Hollstein (CDU), Daniela Schneckenburger (Grüne) und Thomas Westphal (SPD) ähnliche Antworten.

Von „Genuss“ (Hollstein), „Selbstvergewisserung einer Stadt“ (Schneckenburger) und „allem, was die Gesellschaft prägt“ (Westphal) war die Rede, als es um die Bedeutung der Kultur ging.

Andreas Hollstein möchte die Kultur in Dortmund in das Schaufenster der Stadt stellen, gleich neben den BVB. „Das Ruhrgebiet ist mehr als der BVB und eine Pulle Bier, das müssen wir als bürgerliche Stadt zeigen“, sagte Daniela Schneckenburger. Und Thomas Westphal möchte alle Aushängeschilder der Stadt in einer Stadtmarketing-Gesellschaft bündeln, um „die Marke Dortmund noch besser zu machen“.

„Dortmund kann sein Profil als Kulturstadt schärfen“

Dass es nach Corona trotz großer finanzieller Belastungen wenig Einschränkungen für die Kulturbetriebe geben soll, versprachen alle drei. „Und wir müssen auch denen helfen, die lange nicht auftreten konnten“, so Westphal. „Eine Großstadt ohne Kultur geht nicht“, sagte Hollstein, „wir müssen alles tun, um nach Corona die Lücke im Haushalt auszugleichen“, sagte Schneckenburger.

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Das kulturelle Angebot könne ein Entscheidungsgrund für Familien sein, nach Dortmund zu ziehen, bestätigten alle drei. Die Diskussion um Konkurrenzen im Ruhrgebiet sah Daniela Schneckenburger etwas selbstbewusster: „Kooperationen sind im Ruhrgebiet schwierig, aber dadurch kann Dortmund seine Exzellenz-Situation ausbauen.“ Davon, das „eigene Profil zu schärfen“, sprach auch Hollstein.

Andreas Hollstein plant einen „Masterplan Kultur“, Daniela Schneckenburger möchte mit Kulturschaffenden aus den großen Häusern der Innenstadt in die Vororte gehen. Thomas Westphal hat schon schöne Kulturorte – wie eine Musikkneipe in Hörde, in der er gerne sitzt – entdeckt.

Auch mit Auslastungszahlen wollen alle Kandidaten die Häuser nicht drangsalieren. „Das Konzerthaus ist erfolgreich und eine Visitenkarte, da ist es egal, ob die Auslastung bei 75 oder 80 Prozent liegt“, sagte Westphal. Für Daniela Schneckenburger ist „Mischung und Vielfalt“ wichtig: „Die Theatermacher sind selbst ehrgeizig und wollen nicht vor leeren Rängen spielen.“ „Die Mischung macht‘s“, meint auch Hollstein.

Vielfalt mit den Bürgern gemeinsam weiter entwickeln

„Mit der Stadtgesellschaft“ wollen alle drei Kandidaten die „Kultur weiterentwickeln“. Und die Abschlussfrage nach 90 Minuten, ob sie als Oberbürgermeister für einen öffentlichen jährlichen Dialog mit den Kulturschaffenden und -interessierten zur Verfügung stünden, beantworteten alle mit einem klaren „Ja“.

Wie die Kommunalwahl am 13. September auch ausgeht – für die Kultur offenbar gut. Die Fördervereine werden den neuen Oberbürgermeister an die Aussagen erinnern. Dafür gibt es den Videomitschnitt, der bis 24. 9. auf der Seite der Theater- und Konzertfreunde abrufbar sein soll: www.theaterundkonzertfreunde.de

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