Verleihung am Sonntag

Diese Frau bekommt Dortmunds renommiertesten Kunstpreis

Mit einem Jahr Verspätung wird der renommierteste Kunstpreis Dortmunds vergeben. Er geht an eine russisch-stämmige Schriftstellerin, die sich ausgiebig mit Flucht und Vertreibung beschäftigt hat.
Endlich erhält die Schriftstellerin Katerina Poladjan den Nelly-Sachs-Preis. Die Verleihung musste vergangenen Winter coronabedingt verschoben werden. © dpa

Eigentlich sollte Katerina Poladjan den Nelly-Sachs-Preis schon im vergangenen Dezember verliehen bekommen. Doch aufgrund der Pandemie musste die Veranstaltung abgesagt werden. Am Sonntag (3.4.) wird die Verleihung nun nachgeholt.

Musikalische Verleihung

Um 11 Uhr wird die Verleihung mit einer musikalischen Einleitung im Orchesterzentrum NRW in der Brückstraße beginnen. Dann wird Oberbürgermeister Thomas Westphal den Preis überreichen. Während der restlichen Veranstaltung wird es immer wieder musikalische Einlagen geben. Die Veranstaltung ist öffentlich und findet unter 3G-Bedingungen statt.

Autorin war bereits mehrfach nominiert

Katerina Poladjan hat bereits mehrere Nominierungen erhalten, unter anderem für den Alfred-Döblin-Preis und für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022, letztere für ihren neuesten Roman „Zukunftsmusik“. Dieser handelt von vier Frauen-Generationen in Sibirien. Die Schriftstellerin stammt gebürtig aus Moskau, lebt aber seit über vierzig Jahren in Deutschland und wohnt in Berlin. Neben Romanen schreibt sie auch Theatertexte und Essays.

Die Jury beschreibt ihren Schreibstil als „sehr zurückhaltend“ und „fast nüchtern“, aber ihre Romane entwickelten einen „Zauber“.

In ihrem Roman „Hier sind Löwen“ aus dem Jahr 2019 beschäftigt sich Poladjan erstmals mit einem geschichtlichen Thema und ihrer eigenen Herkunft. „Die große Welt, die große Geschichte, die Verfolgung und Ermordung der Armenier und Armenierinnen im Osmanischen Reich werden in einer leichthändigen Skizze eingefangen, in der es um Identität, Selbstsuche und nicht zuletzt ums Büchermachen geht“, so schrieb die Jury im Jahr 2021.

Den Preis gibt es schon seit über 60 Jahren

Alle zwei Jahre verleiht die Stadt Dortmund den Nelly-Sachs-Preis. Die erste Preisträgerin im Jahr 1961 war auch die Namensgeberin. Der Preis wird immer abwechselnd an Männer und Frauen verliehen. Er ist mit 15.000 Euro dotiert

Die Stadt vergibt die Auszeichnung an Personen, „welche überragende schöpferische Leistungen auf dem Gebiet des literarischen und geistigen Lebens hervorbringen“ und „die in ihrem Leben und Wirken die geistige Toleranz und Versöhnung unter den Völkern verkündet und vorgelebt haben.“

In der Jury sitzen unter anderem die Bürgermeisterin Barbara Brunsing, Kulturdezernent Jörg Stüdemann und Direktor der Stadt- und Landesbibliothek Dr. Johannes Borbach-Jaene sowie Journalisten, Autoren und Mitglieder des Rates der Stadt Dortmund.

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