Dortmunder Piraten spüren Rückenwind
Nach Wahl-Sensation
Die Euphorie ist Dieter Klein noch anzumerken. „Wir waren in Berlin“, erzählt der Sprecher der Piratenpartei in Dortmund einen Tag nach der Wahl. Erst als Wahlkampf-Helfer für die Berliner Piraten, dann um mit ihnen den sensationellen Erfolg zu feiern: 9 Prozent bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.
"Unser Mail-Postfach mit Kontaktanfragen läuft über", berichtete Klein. Und auch beim nächsten Piraten-Stammtisch, der an jedem Mittwoch im Lokal Fette Henne im Klinikviertel stattfindet, dürfte es voll werden. Höchste Zeit also für die Dortmunder Piraten, ihr lokales Profil zu schärfen.Bislang gibt es noch kein kommunales Programm, räumt Klein ein. Und die Piraten dürften zur Zeit auch Probleme bekommen, die Sitze im Rat zu besetzen, sollte sie ein ähnliches Ergebnis wie die Berliner einfahren. „Doch die nächsten Kommunalwahlen sind noch weit“, beruhigt Dieter Klein.
Klar ist: die Piraten-Forderungen nach mehr Bürgerrechten und Transparenz gelten natürlich auch für Dortmund. In Berlin gab es etwa die Forderung nach einem ticketlosen Nahverkehr. Dazu würde gehören, dass man Einblick in die Strukturen öffentlicher Dienstleister wie der DSW bekommt. „Grundsätzlich gilt: Wir wollen Politik wieder erlebbar und für die Menschen relevant machen“, erklärt der 47-Jährige. Und wie sind die Piraten politisch einzuordnen? „Viele bezeichnen sich als sozialliberal, so wie es früher mal die FDP war“, erklärt Klein. Auf der anderen Seite gibt es Ähnlichkeit zu den Grünen. „Doch die haben mehr ein ökologisches, wir ein technisches Umfeld.“
Wie Klein kommen viele Piraten aus der IT-Branche. Dementsprechend hat die Partei bei der Landtagswahl im Mai 2010 im Uni-Umfeld mit 9,5 Prozent ihr bestes Ergebnis eingefahren. Stadtweit waren es 1,9 Prozent. „Und viele haben gesagt: Wir wählen Euch nicht, weil ihr an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert“, berichtet Klein. „Diesen Makel sind wir nach der Berlin-Wahl jetzt los.