Dortmunder Polizei hat Suche nach Marcel H. übernommen

Mordfall aus Herne

"Die Dortmunder Polizei übernimmt den Fall aus Herne" - diese Nachricht lässt aufhorchen. Hat der gesuchte mutmaßliche Mörder Marcel H. (19) auch Dortmund als Tatort ausgesucht? Warum ermittelt die für Herne zuständige Polizei in Bochum nicht weiter? Fragen und Antworten.

DORTMUND

, 09.03.2017, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Worum geht es in diesem Fall?

Nach Hinweisen im Internet und Aussagen eines Zeugen entdeckte die Polizei in Herne am Sonntag (5. 3.) im Keller eines Wohnhauses den Leichnam eines 9-jährigen Jungen. Die Suche nach Marcel H. beginnt, denn er hat Bilder von der grausamen Tat im Internet veröffentlicht. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der gesuchte Mann auch in Dortmund aktiv war.

Wie arbeitete die Herner Polizei dann?

Die Polizei in Herne ist organisatorisch an das Polizeipräsidium in der größeren Nachbarstadt Bochum angebunden. Die „Phase 1“ nach Bekanntwerden der Tat bewältigten die Polizei aus beiden Städten. Mit Hinweisen auf eine zweite Tat und weil der Verdacht aufkam, dass der gesuchte Marcel H. mobil ist, nahm der Fall kriminalistisch und auch geografisch einen viel größeren Raum ein. An dieser Stelle kommt die Polizei Dortmund ins Spiel.

Was kann, was macht die Polizei Dortmund bei besonderen Einsätzen anders?

Sie hat als „Kriminalhauptstelle“ mit größeren Ressourcen den Auftrag, bei besonderen Lagen andere Polizeibehörden zu entlasten, denn diese Behörden müssen neben einem herausragenden Fall auch den Alltag bewältigen. Das war zuletzt auch im Februar 2017 bei einem Amoklauf-Verdacht an einer Schule in Menden so.

Das hilft auch bei anderen herausragenden Ereignissen wie Kapitalverbrechen, Erpressungen, Geiselnahmen, Angriffen auf den Luft- und Seeverkehr und auch bei Naturkatastrophen. Zuständig ist die Dortmunder Polizei zunächst nur im Regierungsbezirk Arnsberg. Für Großeinsätze taktisch und organisatorisch speziell ausgebildete Polizisten aus Dortmund müssen auch für Einsätze in anderen NRW-Regionen einsetzbar sein. Die Rede ist auch von einer „Groß-Behörde“.

Wer bei der Polizei übernimmt diese besonderen Aufgaben?

Der „Ständige Stab“. Das im Alltag relativ kleine Team ist rund um die Uhr in Bereitschaft, um sofort eine große Organisation aufbauen zu können. Für die Stabsarbeit ausgebildete Polizeibeamte aus der eigenen Behörde und anderen Städten kommen dazu. Dafür verlassen sie ihren Alltags-Arbeitsplatz.

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Gibt es dafür einen Raum oder Saal?

Im speziell für die Dortmunder Polizei errichteten Stabsraum laufen alle Fäden zusammen. In diesem Fall kommen dort auch Informationen aus Bochum und Herne sowie aus anderen Städten an. Jeder Arbeitsplatz verfügt über Telefone und Computer. Auf großen Monitoren können Bilder live übertragen werden. Abläufe und Kommunikation übt die Polizei.

Welche Aufgabe hat dieser Ständige Stab?

Der hierarchisch aufgebaute Stab sammelt und bewertet Informationen, um weitere Straftaten zu verhindern und um Täter festzunehmen. Die Ansprüche an Teamarbeit sind besonders hoch. Das letzte Wort hat immer der Einsatzleiter (Polizeiführer).

Die Dortmunder Polizei beschäftigt 2872 Polizeibeamte und 349 Verwaltungsbeamte und Angestellte. Als eine von vier Polizeibehörden in NRW ist die Dortmunder Polizei auch für den Personenschutz zuständig. Zuständig ist sie im Alltag für Dortmund und Lünen.

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