Dortmunder sagt zum engen Radweg: „Es ist alles noch viel schlimmer!“

rnGefährlicher Radweg

Ein Radweg im Kaiserstraßenviertel ist nicht nur ein Radweg. Er ist auch Abladefläche, Fußgängerweg und erweiterter Parkstreifen. Jetzt hat sich ein Anwohner gemeldet.

Kaiserstraßenviertel

, 17.12.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Jens Tiedemann den Bericht über den engen Radweg an der Kaiserstraße liest, ist er sofort auf Hundertachtzig. Und das nicht etwa, weil die Situation, die unsere Redaktion geschildert hat, nicht stimmt. Tiedemann sagt: „Es ist alles noch viel schlimmer!“

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Der 66-Jährige wohnt in der Prinz-Friedrich-Karl-Straße im Kaiserstraßenviertel. Den kombinierten Fuß- und Radweg entlang der Kaiserstraße benutzt er täglich - zu Fuß oder mit dem Rad.

Auch mit dem Auto fährt er dort oft entlang. Und er sagt: „Egal wie man dort geht oder fährt - es kommt immer wieder zu brenzligen Situationen.“

„Über Stunden“ werden Waren gebracht

Dass alles noch viel gefährlicher sei als bereits beschrieben, untermauert Tiedemann mit einem Bild, das er kürzlich vor dem Rewe-Supermarkt gemacht hat. Darauf sind mehrere Rollwagen zu erkennen, die mit Paletten und anderen Kisten beladen sind.

Radfahrer müssen dann absteigen oder ausweichen - gar nicht so einfach, weil auch noch Fußgänger dort entlanggehen. Oder Kunden, die aus dem Supermarkt herauskommen.

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„Die Realität ist tatsächlich die, die Sie auf meinem Foto sehen“, beschreibt es der Anwohner. Täglich würden dort „über Stunden“ Waren gebracht, abgeladen und wieder wegtransportiert.

Auch die Fußgänger selbst seien nicht aufmerksam genug: Wer am Parkautomaten ein Parkticket ziehe, schaue sich selten nach näherkommenden Radlern um. „Schon ein paarmal haben mich Fußgänger zur Vollbremsung genötigt, da sie nach der Benutzung der sehr nahe stehenden Automaten einfach unbedacht zurücktreten und auf dem Radstreifen landen“, sagt Tiedemann.

„Geisterfahrer“ unter den Radlern machen alles noch schlimmer

Das Grundproblem ist die Enge: Zwischen Radspur und Geschäften ist wenig Platz. Ebenso zwingen parkende Autos, die mit ihren Motorhauben auf den Radweg ragen, die Radfahrer zum Ausweichen.

Und nicht zuletzt gibt es auch die „Geisterfahrer“ unter den Radlern, die den Radweg in der falschen Richtung benutzen und damit ein zusätzliches Risiko sind.

„Fahrradfahrer, die Richtung Osten auf dem Radstreifen fahren, erhöhen tatsächlich die Unfallgefahr erheblich“, sagt der Anwohner. „Wenn man sie darauf aufmerksam macht, reagieren manche dann auch noch aggressiv.“

Auch das Autofahren sei keine einfache Sache. „Wenn man als Autofahrer rückwärts aus einer der Parklücken herausfährt, ist das in dieser Straße sehr unübersichtlich.“ Der einzige Pluspunkt: „Zum Glück fahren die Autos hier meistens sehr langsam“, sagt Tiedemann. Sonst wäre es sicher schon oft zu Unfällen gekommen.

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