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Dortmunder Salafist verbreitet neue Droh-Schriften

Terrorist in Nordstadt

Ein mutmaßlicher Salafist und verurteilter Bombenattentäter der seit einem Jahr in Dortmund lebt, verbreitet weiterhin islamistische Botschaften. Aktuell wertet der Verfassungsschutz eine neue Droh-Schrift aus, die Ende Juni im Internet aufgetaucht ist. Der Mann betreibt radikale Propaganda trotz Polizeibeobachtung.

DORTMUND

von Von Felix Guth

, 11.07.2012 / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Salafist verbreitet neue Droh-Schriften

Ein mutmaßlicher radikaler Salafist betreibt von Dortmund aus Propaganda.

„Wir haben solche extremistischen Bestrebungen im Blick, insbesondere wenn klar erkennbare Personen dahinter stehen“, sagt Jörg Rademacher, Sprecher des NRW-Innenministeriums. Dennoch gebe es in Dortmund aktuell trotz S. Anwesenheit „keine verfestigten salafistischen Strukturen“. Die Dortmunder Polizei beobachtet den Mann.Nach wie vor agiert S. bewusst öffentlich, schmückt sich auf seiner frei zugänglichen Facebook-Seite etwa mit Osama-Bin-Laden-Fotos und unterstützt radikale Salafisten-Prediger und Internet-Portale – was allein nicht strafbar ist. Die virtuelle Propaganda in der Salafisten-Szene stellt die Behörden vor neue Herausforderungen. „Es ist unmöglich, das alles in Echtzeit im Blick zu behalten“, räumt ein Verfassungsschützer aus Rheinland-Pfalz ein, wo S. vor seinem Umzug in die Nordstadt gemeldet war.

Die Missionierung per Mausklick hat vielfältige Formen. Manch eine Spur führt nach RN-Recherchen nach Dortmund. Über Foren wie „Die wahre Religion“ tauschen sich Radikale über den „richtigen“ Islam aus und diskutieren über den lokalen Kampf gegen die „Kuffar“, die Ungläubigen. Viele in der Szene populäre Prediger kamen in den vergangenen Jahren nach Dortmund – meist ohne größere öffentliche Aufmerksamkeit. Einen anderen Weg wählt eine Film-Firma aus der Innenstadt. Sie produziert Comedy-Clips zu Islam-Themen. Und sympathisiert zugleich offen mit Radikalen wie Pierre Vogel oder Organisationen, die Verfassungsschützer als bedenklich einstufen. „Diese Form der Propaganda trifft die Zielgruppe: Junge Menschen, die einfachen Botschaften gegenüber aufgeschlossen sind“, sagt Rademacher.

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