Dortmunder Schulen wollen weiter Unterricht mit Maske

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Die Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht stößt - wie auch schon die Einführung - auf Kritik. Ein paar Schulen in Dortmund fordern ihre Schüler sogar auf, dennoch Masken zu tragen.

Dortmund

, 01.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Donnerstagabend hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in einer Pressekonferenz verkündet, dass die Maskenpflicht im Unterricht in Schulen in Nordrhein-Westfalen ab Dienstag (1.9.) ausgesetzt werden sollen.

Das sei wegen der sinkenden Infektionszahlen möglich. Auf den Gängen und dem Pausenhof sollen die Schülerinnen und Schüler weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Einige Schulen in Dortmund appellieren jetzt an Schülerinnen und Schüler, ihre Masken freiwillig weiter zu tragen.

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Schulleitung: Klassenräume nicht groß genug für Mindestabstand

Am Freitag schrieb Inge Levin, Schulleiterin des Gymnasiums An der Schweizer Allee in Aplerbeck, in einem Brief an Schüler, Eltern und Lehrer: „Aufgrund der aktuellen Veränderung zur Maskenpflicht im Unterricht wenden wir uns mit der Bitte an Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, an Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, auch weiterhin während des Unterrichts eine Maske zu tragen.“

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Auf Nachfrage der Redaktion erläutert die Schulleiterin: „Unsere Klassenräume sind nicht groß genug, um ohne Maske den Mindestabstand im Unterricht einhalten zu können.“ Zahlreiche Schüler und Lehrer fühlen sich nur mit der Maske im Unterricht sicher.

Deswegen bittet Levin, auch weiterhin den Mundschutz im Klassenzimmer zu tragen. „Wir können keine interne Maskenpflicht einführen. Wir können nur appellieren“, sagt Levin. Die Stadt Dortmund hat als Schulträger bis Montagmittag keine Empfehlung ausgesprochen, weiterhin die Maske freiwillig im Unterricht zu tragen.

„Schulunterricht in Pandemie ist eine Gratwanderung“

Die Wochen nach den Sommerferien seien mit der Maske im Unterricht sehr gut gelaufen. „Wir hatten viel Normalität“, sagt Inge Levin. Trotzdem sei die Maskenlösung im Unterricht nicht optimal. „Ich weiß, dass es Kindern nicht gut geht mit der Maske im Unterricht“, sagt sie. „Aber den Kindern geht es mit dem Präsenzunterricht besser als während des digitalen Unterrichts vor den Sommerferien.“

Mit dem freiwilligen Tragen der Maske im Unterricht bis zu den Herbstferien hofft die Schulleiterin, eine vertretbare Lösung für die Schule gefunden zu haben. „Den Schulunterricht in Pandemie-Zeiten möglich zu machen, ist eine Gratwanderung“, sagt Inge Levin.

Auch im Dortmunder Westen setzen Schulen jetzt auf freiwilliges Tragen von Masken. Ein Stimmungsbild am Heinrich-Heine-Gymnasium in Nette habe am Montagmorgen ergeben: 85 Prozent der Schüler wollen die Maske weiter im Unterricht tragen. „Das ist jetzt eine Solidaraktion“, sagt die Schulleiterin Susanne Köhnen.

Erzbistum Paderborn empfiehlt Masken im Unterricht

Ähnlich sieht es am katholischen Mallinckrodt-Gymnasium aus. Per Durchsage informierte Schulleiter Christoph Weishaupt am Montagvormittag Schüler- und Lehrerschaft über die neuen Regelungen des Landes - und den Appell an Schüler und Lehrer, bis auf weiteres auch im Unterricht weiterhin freiwillig eine Maske zu tragen. Eine entsprechende Empfehlung hat das Erzbistum Paderborn als Schulträger ausgesprochen.

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„Der allergrößte Teil der Schüler, Lehrer und Eltern schließt sich dem an“, berichtet Weishaupt. „Und ich gehe davon aus, dass sich fast alle Schülerinnen und Schüler an die Empfehlungen halten werden.“ Wichtig seien der Gesundheitsschutz und die Sicherung des Schulbetriebs, betont der Schulleiter. „Denn die Schüler wollen Präsenzunterricht haben.“

Kein offizieller Erlass bis Montagmittag

Kritik gibt es im Zusammenhang mit der Aufhebung der Maskenpflicht erneut an der Landesregierung. Denn bis Montagmittag, einen Tag vor Start der Neuregelung, gab es noch immer keinen schriftlichen Erlass des Bildungsministeriums „Da würden wir uns eine bessere Kommunikationspolitik wünschen“, sagte Christoph Weishaupt.

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Auch Markus Katthagen, Schulleiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Asseln und Sprecher der Gymnasial-Rektoren, hätte eine frühzeitige Information gut gefunden. „Wir warten noch auf den offiziellen Erlass“, sagt Katthagen am Montagmittag. „Wir hätten uns ein paar Tage Vorlauf gewünscht.“

Immerhin: Auf Nachfrage reagierte NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer am Montagmittag auf die Entscheidung vieler Schulen, an Masken im Unterricht festzuhalten. Das sei als freiwillige Regelung durchaus möglich. „Ich zolle jeder Entscheidung, weiterhin Maske zu tragen, meinen Respekt“, sagte die Ministerin.

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