Dortmunder sollen mitentscheiden, wie die Saarlandstraße aussehen soll

rnBürgerversammlung

Absperrungen und Umleitungen prägen das Bild der Saarlandstraße. Doch irgendwann werden Bagger und Bauarbeiter abziehen. Was kommt dann?

Saarlandstraßenviertel

, 30.01.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einzelhändler und Anwohner leiden unter der Dauerbaustelle Saarlandstraße. Donetz hatte dort neue Wasserleitungen verlegt, die Stadt schließt sich mit der Sanierung des Kanalnetzes an. Zwischen Alter Mühlenweg und Dresdner Straße wird sie ab dem zweiten Quartal 2020 die städtische Kanalisation erneuern. Mehr als 5 Millionen Euro kostet die Maßnahme.

Voraussichtlich Mitte 2021 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein, und dann können sich alle auf eine neue Gestaltung der Wohn- und Einkaufsstraße freuen. In der Bezirksvertretung (BV) Innenstadt-Ost war am 28. Januar Thema, wie die Saarlandstraße zukünftig aussehen soll.

Bürgerversammlung geplant

Die wichtigste Botschaft lautet: Betroffene sollen über eine Bürgerversammlung am 13. Februar an der Gestaltung beteiligt werden. Sie findet von 17 Uhr bis 20 Uhr im Nicolai-Gemeindezentrum an der Kreuzstraße 66 statt.

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Neben der Fahrbahn will das Tiefbauamt Gehwege, öffentliche Stellplätze, Baumscheiben sowie die Einmündungsbereiche der Seitenstraßen erneuern. Das betrifft den Hauptabschnitt zwischen Hoher Straße und Ruhrallee, insgesamt eine Strecke von rund 600 Metern. Auch die Straßenentwässerung wird vorsorglich verbessert.

Laut Erhebung der Verwaltung fahren normalerweise rund 12.000 Fahrzeuge täglich über die Hauptverkehrsstraße. Es könnten zunächst noch 1000 mehr werden, so die Prognose. Langfristig soll der Autoverkehr aber im Sinne der Mobilitätswende zurückgehen.

Dieser Vorschlag für die Aufteilung der Saarlandstraße steht derzeit im Raum.

Dieser Vorschlag für die Aufteilung der Saarlandstraße steht derzeit im Raum. © Grafik Stadt Dortmund

Eine der wichtigsten Fragen wird sein, wie der Straßenraum zukünftig aufgeteilt wird. Etwa 20 Meter Breite stehen zwischen den Wohn- und Geschäftshauszeilen zur Verfügung. Sie müssen möglichst sinnvoll Fußgängern, Rad- und Autofahrern zugewiesen werden sowie Raum für Parkplätze, Grün und Gestaltungselemente bereithalten.

Mehrere Vorschläge zur Gestaltung liegen vor

Ein vorläufiger Plan, der mit dem Beirat Nahmobilität abgestimmt ist, sieht eine Fahrbahnbreite von 9 statt 10 Meter vor, also jeweils 4,50 Meter pro Fahrspur – inklusive Rad- und Sicherheitsstreifen. Radfahrern würde davon ein 1,75 Meter breiter Weg plus ein halber Meter Sicherheitsabstand zur Verfügung stehen. „Diese Breite entspricht nicht dem Begegnungsverkehr, daher sind die Schutzstreifen für den Radverkehr befahrbar mitzubenutzen“, teilt Stadtsprecher Christian Schön mit. Fußgänger erhalten in dem Modell einen 3,25 Meter breiten Gehweg. Aber es würden zwischen 6 und 14 der derzeit etwa 94 öffentlichen Parkplätze wegfallen. „Dies hängt aber nicht nur mit dem veränderten Straßenbild zusammen, sondern liegt auch an Belangen der Feuerwehr“, so Stadtsprecher Schön.

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Zu diesem Entwurf kündigen sich bereits kontroverse Diskussionen an. Eine Initiative von Anwohnern wünscht sich breitere und von der Fahrbahn getrennte Radwege. So schreibe es auch der Ratsbeschluss vom Dezember zur Fahrradstadt Dortmund vor. Die geplanten Fahrspuren seien viel zu schmal, meint Annette Budde von der Initiative „Aufbruch Fahrrad Dortmund“. Bei Gegenverkehr müssten die Autos den Schutzstreifen für die Radfahrer überfahren, Busse und Lieferverkehr machten die Situation zusätzlich gefährlich.

Initiative fordert breitere Radwege

Die Fahrrad-Initiative fordert eine zwei Meter breite Radspur auf beiden Seiten mit einem Sicherheitsstreifen von jeweils 0,75 Metern zu den am Rand parkenden Autos. Der Gehweg soll möglichst breiter werden.

Die Verwaltung wird den aktuellen Vorschlag auf der Bürgerversammlung am 13.2. vorstellen, mit den Teilnehmern diskutieren. Dann soll es auch um weitergehende Vorschläge gehen, wie Beleuchtung, Fahrradbügel, Bänke, Bäume und Beete.

Der weitere Zeitplan sieht wie folgt aus: In ihrer Sitzung am 3. März will die Bezirksvertretung über die Pläne beraten, sodass der Rat der Stadt am 14. Mai einen Beschluss fassen kann.

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