Dortmunder sollen Opfer fast totgeprügelt haben

Notwehr oder Racheakt?

Mit Schlagstöcken und einem abgebrochenen Türgriff prügelten fünf Angreifer im Oktober 2015 einen Kontrahenten nieder. Erst zwei mutige Zeugen beendeten das brutale Treiben auf dem Marktplatz in Iserlohn. Seit Montag beschäftigt der Fall das Hagener Landgericht.

DORTMUND

04.09.2017, 13:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Montag begann der Prozess.

Am Montag begann der Prozess.

Fünf Mitglieder eines mazedonischen Clans aus Dortmund und Iserlohn sind unter anderem wegen Mordversuchs angeklagt. Zwischen den beiden Familien soll es wenige Monate vor der Bluttat zum Bruch gekommen sein. Der mit 26 Jahren jüngste Angeklagte aus der Nordstadt hatte sich offenbar in die Tochter des späteren Prügel-Opfers verliebt.

Weil die Beziehung jedoch unerwünscht war, soll der Vater des Mädchens den jungen Dortmunder wegen Vergewaltigung bei der Polizei angezeigt haben. War der Überfall in Iserlohn also ein brutaler Racheakt? Noch haben sich die Angeklagten nur andeutungsweise zu den Vorwürfen geäußert.

Wer war der Aggressor?

Es werde eingeräumt, dass es eine Auseinandersetzung mit dem Prügel-Opfer gegeben habe, hieß es zu Prozessbeginn. Alle machten jedoch über ihre Verteidiger klar, dass der Kontrahent der eigentliche Aggressor in dieser Geschichte gewesen sein soll.

Verteidigerin Julia Kusztelak brachte in ihrer Erklärung sogar mögliche Notwehr ins Spiel: „Der andere Mann war sehr aggressiv. Als er mit der Hand in seine Jacke griff, hatte mein Mandant Angst, dass er eine Waffe ziehen würde.“ Kurz darauf sei dann aus den Reihen der Angeklagten der erste Schlag mit dem Schlagstock erfolgt.

Der Prozess wird fortgesetzt. 

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