Der Dortmunder Anouar Chauech hofft nach seiner phänomenalen ersten Runde bei "The Voice of Germany" auf ein ähnlich gutes Abschneiden in der zweiten Runde am Sonntag (14.11.). © André Kowalski
The Voice of Germany

Dortmunder „The Voice“-Kandidat legte sich schon mit Dieter Bohlen an

Der erste Auftritt des Dortmunders Anouar Chauech bei „The Voice of Germany“ war phänomenal. Es ist nicht sein erster Versuch, im Musikbusiness Fuß zu fassen.

Anouar Chauech hatte die letzten Takte von „Breathe Easy“ noch gar nicht gesungen, da musste er seinen Auftritt beenden. Die Emotionen waren mit dem 26-jährigen Dortmunder durchgegangen.

Mit Tränen in den Augen brachte er noch ein gerade noch verständliches „Dankeschön“ an das Publikum heraus, bevor sein Auftritt beendet war.

Nervös vor prominenter Jury

„Normalerweise bin ich überhaupt nicht nervös“, sagt Chauech, “aber da wird dir einfach bewusst, dass Millionen Menschen und eine prominente Jury zuschauen.“

Dieser Auftritt war bei den „Blind Auditions“ von „The Voice of Germany“. Sozusagen die erste Runde der beliebten Musik-Castingshow. Dort sitzen alle vier Mitglieder der Jury der Show mit dem Rücken zu den jeweiligen Kandidaten.

Die Jury ist mit den Sängerinnen und Sängern Nico Santos, Mark Forster, Johannes Oerding und Sarah Connor prominent besetzt. Wenn die Jurymitglieder von einem Kandidaten überzeugt sind, drücken sie auf einen Buzzer und drehen sich zu ihm um.

Für den Dortmunder drehten sich an jenem Abend alle vier Jurymitglieder um – ein sogenannter „Viererbuzzer“.

„Du hast es geschafft.“

Der Moment, als sich nach den anderen drei Jurymitgliedern auch Sarah Connor für ihn umgedreht hatte, war für Chauech der Auslöser seiner emotionalen Reaktion:

„Dass ich diesen Vierer-Buzzer vor Augen hatte, hat mich wirklich zum Heulen gebracht. Ich dachte mir: Das ist die Bestätigung, das ist alles, was du wolltest und du hast es geschafft.“

Seit der Kindheit am Singen

Gesang begleitet Chauech schon seit seinen frühen Kindheitstagen. „Seit ich sprechen kann, mache ich Musik“, sagt Chauech. Mit seinen fünf Geschwistern habe er damals Musik gehört, dazu gesungen und getanzt.

Das Singen lernte Chauec von zu Hause aus über Youtube-Videos. „Wenn mir ein Lied gefallen hat, habe ich es tausendmal angehört und versucht, es zu kopieren“, sagt Chauech.

Schon vor etwa zehn Jahren hat Chauech mit seiner Leidenschaft den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt. Der damals 16-Jährige trat bei der RTL-Show DSDS auf. Bei DSDS hat es für Chauech nicht für die zweite Runde gereicht. Nach seinem Ausscheiden kam es zu einem Eklat: Chauech geriet mit Juror Dieter Bohlen aneinander und bezeichnete dessen Band „Modern Talking“ als „Schrott“.

Die Zeit nach DSDS war für Chauech nicht leicht. Mitschüler machten sich über seinen Auftritt lustig, auf der Straße pöbelten ihn auf einmal Fremde an.

Zweifel nach dem frühen Ende

„Es war wirklich eine schlimme Zeit für mich. Danach habe ich angefangen, zu zweifeln. Ich dachte mir: Du hast Jahre lang gedacht, du kannst singen. Kannst du das überhaupt?“, sagt Chauech.

Die Zweifel hielten aber nicht lange an. Schon bald habe er genauso weitergemacht wie vorher, sagt Chauech. Das heißt: „Ich habe immer weiter Musik gemacht, mit Youtube-Videos geübt und wenn neue Lieder rauskamen, sie direkt ausprobiert.“

In der Zwischenzeit hat Chauech eine Ausbildung zum Kinderpfleger begonnen und wieder abgebrochen. Danach begann er in Essen Deutsch und Philosophie auf Lehramt zu studieren.

Knapp zehn Jahre nach dem DSDS-Auftritt folgte dann der Entschluss, es nochmal mit dem Fernsehen zu probieren. Er habe sich gedacht: „Komm, probier’s einfach aus.“ Wenn es mit der Musik nicht klappe, habe er ja immer noch das Studium als Plan B.

Gesagt, getan: Im Mai dieses Jahres hat sich Chauech bei „The Voice of Germany“ beworben. Danach ging alles schnell. Nach einigen nicht-öffentlichen Vorrunden trat Chauech schon Ende Juni bei den „Blind Auditions“ an.

Nicht viel verändert

Abgesehen davon, dass er jetzt deutlich mehr Follower bei Instagram hat, hat sich für Chauech durch die Show nicht viel verändert, sagt er. Nach wie vor singe er täglich. Wobei er nach den Vorrunden und „Blind Auditions“, die jeweils in Berlin waren, sogar eher weniger gesungen habe.

„Ich habe in Berlin so viel gesungen, dass ich mir schon teilweise selbst auf den Sack gegangen bin“, sagt Chauech lachend.

Traum von der großen Karriere

Den restlichen Verlauf von „The Voice of Germany“ geht Chauech mit offenen Erwartungen an. Über seine musikalische Laufbahn mache er sich aber schon Gedanken.

„Mein großer Traum ist es, irgendwann selbst auf so einem Stuhl zu sitzen“, sagt Chauech und meint damit die Stühle, auf denen die vier Jurymitglieder bei „The Voice of Germany“ sitzen.

Um sich diesen Traum zu verwirklichen, sollte Chauech aber erstmal eine ähnliche Karriere hinlegen, wie die vier aktuellen Jurymitglieder. Er selbst schreibe keine eigenen Lieder und spiele keine Instrumente.

Für eine Zusammenarbeit mit anderen Musikern sei er aber offen: „Wenn nach The Voice ein größerer Musiker auf mich zukommen würde und mit mir zusammenarbeiten wollen würde, wäre ich sofort offen dafür“, sagt der 26-jährige.

„The Voice“ als Sprungbrett

Chaeuch denkt, dass „The Voice of Germany“ eine Art Sprungbrett für die Karriere sein könnte. „Wichtig ist es, entdeckt zu werden“, sagt er, „und zwar von einem Menschen, der wirklich schätzt, was du machst und mit dir zusammen ein Ziel verfolgen will.“

Nach den „Blind Auditions“ stehen bei „The Voice of Germany“ jetzt die sogenannten „Battles“ an. Dort treten die übriggebliebenen Kandidaten gegeneinander an.

Über den Ausgang der „Battles“ darf Chauech bisher nichts sagen. Sein „Battle“ ist am Sonntag (14.11.) um 20:15 Uhr auf Sat1 zu sehen.

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