Dortmunder Traditionshaus mit Eventgastronomie hat experimentierfreudigen Küchenchef

rnGastronomie in Dortmund

Seit 10 Jahren sind Silke und Marc Bosiacki nun schon Pächter des Ratskellers am Aplerbecker Marktplatz. Seit einem Jahr gibt‘s hier einen neuen Koch – mit vielen kreativen Ideen.

Aplerbeck

, 29.11.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war einmal... So klassisch könnte die Geschichte von Silke und Marc Bosiacki, die sich 2009 in das Abenteuer „Ratskeller“ stürzten, anfangen. Denn vor 10 Jahren befand sich das gastronomische Konzept des Ratskellers in Aplerbeck bei Null.

Außer vielleicht das Konzept von schlüpfrigen Partys, bei denen männliche Besucher von Damen, die auf dem Tresen lagen, Obst essen konnten. Also fingen die beiden Gastronomen von vorne an - mitten im Ortskern von Aplerbeck. Mit drei Stunden Mittagstisch. „Da standen unsere Mütter in der Küche und servierten Hausmannskost“, sagt Marc Bosiacki. „Wir sind ganz, ganz klein angefangen. Als Familienbetrieb.“

Angefangen hat alles mit den Müttern

Daraus wurde dann immer mehr. Allen Unkenrufen aus dem Aplerbecker Umfeld zum Trotz, die den Ratskeller nur noch als „Schangelbude“ kannten. Zu den beiden Müttern in der Küche gesellte sich eine Küchenkraft. „Dadurch konnten wir dann unsere Karte ein wenig erweitern“, sagt Bosiacki. Weiter ging’s mit dem Engagement eines Jungkochs, der 2012 dafür sorgte, dass sich in Aplerbecker immer weiter rumsprach, dass es in der traditionsreichen Gaststätte im Keller des Amtshauses auch wieder etwas auf die Gabel gab.

Dortmunder Traditionshaus mit Eventgastronomie hat experimentierfreudigen Küchenchef

Auch eine wechselnde Mittagskarte ist jetzt im Angebot. © Jörg Bauerfeld

„Es lief dann auch richtig gut mit der Küche an“, sagt Marc Bosiacki. Als Eventkneipe hatte sich der Keller eh schon wieder einen guten Namen erarbeitet. Schlager, Disco und Jazz – ein vielseitiges Angebot steht auf der Jahres-Eventliste. Das gibt es jetzt auch aus der Küche. Denn seit einem Jahr steht Tony Fornell hinterm Herd. Der 54-Jährige ist gelernter Küchenmeister und bringt frische Gerichte und Ideen auf den Tisch.

Ausgebildet am Rombergpark

Gelernt hat Fornell im Hotel Rombergpark. Das war 1982. Das Hotel gibt es schon lange nicht mehr. Gute Erinnerungen hat Tony Fornell immer noch daran. „Gelernt habe ich bei Herrn Behrens.“

Dann ging es weiter ins Treppchen in Hörde. Und dann ging der neue Küchenchef den Weg, den viele Köche gehen. Erst einmal Meriten und Erfahrungen sammeln. 17 Stationen waren es am Ende. In Spanien, in der Schweiz und in Deutschland. Fornell gibt Kochunterricht, bildet aus und hat sich nun vorgenommen, den Ratskeller kulinarisch auf eine andere Stufe zu hieven.

Ein Blick in die Küche zeigt auch wie. Pülverchen, die als Geschmacksverstärker dienen, gibt es nicht. Dafür stehen frische Kräuter zum Verfeinern der Speisen bereit. Auch auf Gäste, die Gluten nicht vertragen, hat sich der Koch eingestellt. So wird im Falle eines Falles das Schnitzel mit glutenfreiem Paniermehl in einer separaten Pfanne angebraten.

Auch einmal ausgefallene Rezepte

Fornell hat jede Menge Ideen mitgebracht. Das lässt sich auf der Speisekarte ablesen. Eine kleinere Hauptkarte gibt es nun im Ratskeller. Dafür gibt es jetzt immer eine aktuelle Tageskarte mit wechselnden Gerichten. Darauf ist „Himmel und Erde“ genauso zu finden wie ein Schnitzel oder Filet. „Ich versuche, auch mal ein wenig zu experimentieren“, sagt Fornell. „Und die Gäste mögen das auch.“

So stand schon einmal Hähnchen mit Erbsen-Minz-Püree, Aprikosen-Chilli-Dipp und Drillingen auf der Karte. „Es kommt an“, sagt Fornell, der alte Gerichte neu interpretiert. Schweinshaxe mit Wirsingchips und Kartoffeltropfen zum Beispiel.

So soll es jetzt weitergehen im Ratskeller, mitten in Aplerbeck. Und wer einmal Lust hat, etwas Besonderes nachzukochen, bekommt hier ein Rezept vom Chefkoch.

Eine etwas andere Beilage

Polenta-krapfen

Man nehme Maisgrieß und Milch, schwitze Speck und Zwiebeln an und gebe geschnittenen Cheddarkäse hinzu und lässt das Ganze abkühlen. Im kalten Zustand wird die Masse zu Kroketten geformt und paniert (Mehl, Ei, Paniermehl). Das Ganze wird im heißen Fett ausgebacken. Der Clou – der Käse schmilzt in der Masse, dadurch entstehen Luftlöcher und es wird „fluffig“.

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