Dortmunder Unternehmer betrügt Partner um 250.000 Euro

Prozess am Landgericht

Mit der Vernehmung eines mutmaßlichen Betrugsopfers ist am Mittwoch am Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen Unternehmensberater (60) aus der Dortmuner Innenstadt fortgesetzt worden. Ein Schweizer Finanz-Profi hatte mit dem Dortmunder ein 500 Millionen Euro schweres Bankgeschäft ausgemacht. Bitteres Ergebnis: 250.000 Euro „Miese“.

Dortmund

, 03.01.2018, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Angeklagte soll seinen Geschäftspartner um 250.000 Euro betrogen haben.

Der Angeklagte soll seinen Geschäftspartner um 250.000 Euro betrogen haben. © dpa

Der Angeklagte und der Präsident einer Schweizer Finanzholding hatten sich im Sommer 2016 kennengelernt. Schon kurz danach war ein gemeinsames Projekt ausgemacht worden. Der Dortmunder sagte zu, sich für seinen neuen Schweizer Geschäftsfreund für ein Projekt um eine Bankgarantie über 500 Millionen Euro durch eine in London ansässige Großbank zu kümmern. Im Gegenzug bekam er aus der Schweiz 250.000 Euro Honorar überwiesen.

250.000 Euro „in den Sand gesetzt“

Was nach der Vorabzahlung des Honorars passierte, beschrieb der Zeuge aus der Schweiz vor Gericht so: „Tja. Dann haben wir gewartet.“ Wochenlang habe ihn der Angeklagte immer wieder vertröstet und neue Erklärungen für die eingetretene Verzögerung geliefert. Bis er schließlich irgendwann eine E-Mail vorgelegt bekommen habe, nach der der 500 Millionen Euro schwere „Deal“ jetzt praktisch doch noch eingetütet sei.

Nach der Weiterleitung des Schreibens an die schon sehnlich wartenden Empfänger der neunstelligen Bankgarantie sei jedoch ganzschnell wieder Ernüchterung eingetreten. „Es kam postwendend eine Mail zurück mit der Nachricht: Das ist ein Fake!“, sagte der Schweizer Zeuge vor der 44. Strafkammer.

Als er den Angeklagten daraufhin zur Rede gestellt und um die Rückzahlung des Vorab-Honorars gebeten habe, habe der Dortmunder nur mit den Schultern gezuckt. Danach sei ihm selbst klar geworden, dass er seine 250.000 Euro „in den Sand gesetzt“ hatte.

Angeklagter saß bereits im Gefängnis

Laut Anklage soll der Unternehmensberater eine ganze Reihe von Finanzkunden geprellt haben. Rund 1,5 Millionen Euro sind laut Staatsanwaltschaft zwischen 2015 und Mai 2017 auf die Konten des Angeklagten geflossen, ohne dass der Dortmunder darauf einen Anspruch gehabt hat.

Der 60-Jährige, der bereits rund 20 Jahre in Haft gesessen und sogar bereits Sicherungsverwahrung verbüßt hat, sitzt seit Mai 2017 in U-Haft. Vor Gericht ist er weitgehend geständig. Der Prozess wird fortgesetzt.

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