Vergewaltigung im Lieferwagen: 23-Jähriger auf der Flucht

rnSex-Verbrechen

Der Vorwurf: Ein 23-jähriger Dortmunder soll seine Ex-Freundin vergewaltigt haben. Der Prozess gegen ihn hatte bereits begonnen - nun ist er flüchtig. Das Gericht entschied trotzdem.

Dortmund

, 08.01.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

In Abwesenheit ist ein 23-jähriger Dortmunder am Dienstag zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte war kurz vor Jahresende überraschend nicht mehr zur Verhandlung erschienen.

Der Angeklagte hat türkische Wurzeln. Es ist also möglich, dass er sich in die Heimat seiner Familie abgesetzt hat, als er vor dem Hagener Landgericht merkte, dass alles auf eine Verurteilung hinauslaufen würde. Zu dem Vorwurf, seine Ex-Freundin in einem Lieferwagen auf einem Dortmunder Autobahn-Parkplatz vergewaltigt zu haben, hatte er im Prozess erklären lassen, dass alles einvernehmlich abgelaufen sei.

Richter glauben der Ex-Freundin

Das glaubten die Richter ihm nicht. Die Ex-Freundin habe eine sehr detaillierte und glaubhafte Aussage gemacht, hieß es am Dienstag in der Urteilsbegründung. Die Frau hatte geschildert, wie der Angeklagte im Februar 2018 mitten in der Nacht zu ihrer Wohnung nach Hagen gekommen war und sie in seinen Lieferwagen gezwungen hatte. Danach sei er mit ihr zum Parkplatz „Westerfilde“ an der Autobahn 45 gefahren, wo er sie auf der Ladefläche vergewaltigt habe, so die Zeugin.

Nach der Verurteilung in Abwesenheit dürfte die Staatsanwaltschaft nun so schnell wie möglich den Erlass eines europäischen Haftbefehls beantragen.

Das Hagener Gericht hatte ihm zu Prozessbeginn für den Fall eines Geständnisses eine Haftstrafe von höchstens vier Jahren in Aussicht gestellt.

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